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| ![]() Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenenvor 13 Stunden in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Leo XIV. in Castel Gandolfo: Die Offenbarung der Weise, in der Gott in der Geschichte handelt. Die Kirche folgt der Logik des Samenkorns, nicht der des Erfolgs. Von Armin Schwibach Rom (kath.net/as) Beim Gebet des Angelus am Sechzehnten Sonntag im Jahreskreis auf der Piazza della Libertà in Castel Gandolfo richtete Papst Leo XIV. den Blick auf die drei Gleichnisse Jesu vom guten Weizen und vom Unkraut, vom Senfkorn sowie vom Sauerteig im Mehl (vgl. Mt 13,24–43). Diese kurzen Gleichnisse verwiesen auf das Kommen des Reiches Gottes in der Geschichte, auf sein Wirken im Leben der Menschen und auf die Weise, wie es wachse, sich ausbreite und die Welt von innen her verwandle. Der Papst führte aus, dass Jesus mit diesen Erzählungen vor einer falschen Vorstellung Gottes gewarnt habe. Der Mensch neige dazu, sich Gott „wie eine mächtige Gestalt vorzustellen, die sich mit Gewalt durchsetzt, die Raum einnimmt, um zu herrschen, die triumphal daherkommt“. Gerade dies entspreche jedoch nicht der Offenbarung Gottes in den Gleichnissen. Vielmehr bevorzuge Gott „das Kleine - ein Zeichen seiner zurückhaltenden Liebe, die uns die Freiheit lässt, ihn anzunehmen oder abzulehnen; die sich auch inmitten des Unkrauts ihren Weg zu bahnen versucht; die wie das kleinste von allen Samenkörnern verborgen und unsichtbar wirkt, die im Teig lautlos gärt und aufgeht“. Leo XIV. erläuterte, dass Jesus mit den Gleichnissen „etwas Wichtiges darüber, wie Gott in unserem Leben und in der Geschichte wirkt“, offenbart habe. Häufig erwarte der Mensch etwas Aufsehenerregendes, wünsche sich „einen Gott, der von oben eingreift und das Unkraut des Bösen sofort ausreißt“. Ebenso stelle man sich einen starken und mächtigen Gott vor und passe diesem Bild leider auch unsere Art an, Christen zu sein und Kirche zu sein. Demgegenüber lasse Christus erkennen, dass das Reich Gottes einen anderen Weg nehme. Es breite sich „auch inmitten des Unkrauts aus und fordert von uns einen Blick, der, ohne alles sofort zu beurteilen, das Gute wahrnehmen kann, das selbst in der Finsternis des Bösen aufkeimt“. Zugleich komme es „wie der kleinste aller Samen und verlangt daher die Geduld, Prozesse zu begleiten und es in der Kleinheit des Alltags und in der Einfachheit des gewöhnlichen Lebens zu erkennen“. Schließlich wachse es „unsichtbar wie der Sauerteig im Mehl, auf diese Weise befreit es uns von der Mutlosigkeit und lädt uns ein, auch dann Vertrauen zu haben, wenn uns Gott abwesend zu sein scheint. Denn in Wirklichkeit begleitet er uns immer und wirkt seine Liebe stets für uns“. Leo XIV. hob hervor, dass diese Weise des göttlichen Handelns zugleich Maßstab für das Leben der Christen und der Kirche sei: „Dieser Stil Gottes muss auch zu der Art und Weise werden, wie wir - sowohl als Einzelne als auch als Kirche - in der uns umgebenden Wirklichkeit leben“. Daraus folge der Auftrag, uns einen dem Evangelium gemäßen Stil zu eigen zu machen, ohne vorschnell mit arroganten Urteilen dagegenzuhalten, ohne uns mit Macht und Stärke zu behaupten und ohne das Vertrauen in Gottes Wirken zu verlieren. Zur Vertiefung dieses Gedankens verwies der Papst auf den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger (vgl. Vortrag „Die Neuevangelisierung“ anlässlich des Studiennachmittags beim Jubiläum der Katecheten und Religionslehrer, 10. Dezember 2000). Es gehe darum, „dass wir uns der Logik des Samenkorns unterwerfen, die nicht jene des Erfolgs und der Größe ist, sondern von uns verlangt, uns klein zu machen und dem Leben der Menschen zu dienen“. In dieser Perspektive werde deutlich, dass die Sendung der Kirche nicht nach den Maßstäben sichtbaren Erfolges beurteilt werden könne, sondern nach der Treue zu jenem verborgenen Wirken Gottes, das das Wachstum seines Reiches hervorbringe. Leo XIV. führte weiter aus, dass Christen auf diese Weise selbst zu Werkzeugen dieses göttlichen Wirkens würden. Wer sich dieser Logik öffne, werde „wie ein kleiner Samen des Evangeliums, der aufkeimt und wie ein Sauerteig der Liebe, der den Teig der Welt verwandelt“. Zum Abschluss seiner Katechese vertraute Leo XIV. diesen Weg der Fürsprache der Gottesmutter an und lud zum Gebet ein: „Bitten wir die allerseligste Jungfrau Maria, die es verstanden hat, den Samen des Wortes in der Kleinheit aufzunehmen, dass sie uns auf unserem Weg beistehe und für uns Fürsprache einlege“.
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