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| ![]() „Es gibt immer mehr jüngere Konvertiten und Katechumenen“vor 3 Stunden in Interview, keine Lesermeinung Bischof Fredrik Hansen/Oslo: „Etliche Pfarrgemeinden mussten ihre Angebote für Katechismus- und Glaubenskurse ausweiten“ – Interview mit dem Bischof ein Jahr nach seinem Amtsantritt. Von Hans Rossiné/Bistum Oslo Oslo (kath.net/Bistum Oslo/pl) „Etliche Pfarrgemeinden mussten ihre Angebote für den Erwachsenenkatechismus und Glaubenskurse ausweiten. Viele Katecheten berichten, dass die Menschen, die zur Kirche kommen, über ein beachtliches Wissen verfügen und dementsprechend viele und anspruchsvolle Fragen stellen. Auch die Altersspanne bei den Glaubenskursen vergrößert sich; es gibt immer mehr jüngere Konvertiten und Katechumenen. Wir müssen uns zudem der Frage widmen, welche Unterstützung und Hilfe wir erwachsenen Katholiken bieten. Es reicht nicht aus, Gläubige durch Glaubenskurse in die Kirche zu führen oder zu meinen, dass Menschen, die schon lange oder ihr ganzes Leben lang katholisch sind, über Jahrzehnte hinweg gewissermaßen im Firmunterricht verharren müssten.“ Dies erläutert Bischof Fredrik Hansen im Interview für das Bistum Oslo/Norwegen. kath.net dokumentiert das Interview, das ursprünglich unter dem Titel „Ein eindrückliches Gespräch mit zwei jungen Katholiken“ veröffentlicht wurde, in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung: Hans Rossiné/Pressesprecher des Bistums Oslo: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem einjährigen Amtsjubiläum, Bischof Fredrik. Bischof Fredrik Hansen: Vielen Dank! Rossiné: Heute, am 16. Juli, ist es genau ein Jahr her, dass Sie das katholische Bistum Oslo übernommen haben und Oberhirte von rund 150.000 Katholiken wurden. Was hielten Sie vor einem Jahr für die größte Herausforderung – und was hat Sie in diesem ersten Jahr am meisten überrascht? Bischof Hansen: Damals wie heute stehen wir vor mehreren bedeutenden Herausforderungen. Für einige davon gibt es keine einfachen oder offensichtlichen Antworten oder Lösungen. Lassen Sie mich auf eine ganz konkrete und eine sehr langfristige Herausforderung hinweisen: Die konkrete Herausforderung sind die Finanzen des Bistums. Wir sind vollständig von staatlichen Zuschüssen abhängig, und früher oder später wird es wahrscheinlich politische Änderungen bezüglich dieser Zuschüsse geben. Ich glaube nicht, dass Änderungen dazu führen werden, dass wir mehr erhalten. Wahrscheinlich werden wir weniger Unterstützung bekommen. Dann müssen wir entweder andere Einnahmequellen erschließen oder erhebliche Kürzungen vornehmen. Letzteres möchte ich nicht. Hinzu kommt, dass wir über umfangreichen Grundbesitz und viele Gebäude verfügen, die zunehmend mehr Instandhaltung und Betreuung erfordern. Daran wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern. Es wird eher immer anspruchsvoller werden. Dann gibt es noch den zentralen Aspekt: das gesamte Gemeindeleben, die Evangelisierung und die Seelsorge, die in unseren Pfarreien stattfinden sollen und müssen. Es ist mein Wunsch, mehr Ressourcen einzusetzen, um unser Angebot für die Gläubigen im Bistum sowie für diejenigen, die aus dem Ausland kommen oder generell auf der Suche nach der Kirche sind, auszubauen. Auch das kostet Geld. Die Diözesankurie und ich verfolgen all dies aufmerksam. Im weiteren Verlauf des Jahres werde ich einen etwas detaillierteren Plan für die gesamte Diözese vorstellen. Langfristige Herausforderung Bei der langfristigen Herausforderung geht es darum, was in unseren Pfarreien geschehen soll, wie die Pastoral organisiert sein sollte, welche Schwerpunkte gesetzt werden müssen und welche Regelungen und Pläne wir benötigen, um all dies zu bewältigen. Unsere Diözese verfügt derzeit über eine Reihe verschiedener „Pastoralpläne“ sowie diverse Pläne mit Richtlinien – etwa zur Katechese, zur Seelsorge für Zuwanderer, zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zum ganzheitlichen pastoralen Leben und zu den Pfarrgemeinderäten. Etliche dieser Dokumente sind in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem aktuellen Stand. In den letzten Jahren ist so viel geschehen – in der Welt, in Norwegen, in der Kirche und in unserer Diözese –, dass nun eine gründliche Bestandsaufnahme erforderlich ist, um die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Dies erfordert die Mitwirkung der gesamten Diözese. In der Taufe sind wir alle Christus geweiht worden und haben Anteil an seiner Sendung als Priester, Prophet und König erhalten. Das bedeutet, dass jeder – auf seine eigene Weise und gemäß seiner Berufung – am Aufbau der Kirche mitwirkt. „Traumtage“ Rossiné: Welche Themen oder Begegnungen im Laufe des Jahres haben den stärksten Eindruck bei Ihnen hinterlassen, und warum? Bischof Hansen: Man kann hier so viel mitnehmen, dass es fast unmöglich ist, eine Auswahl zu treffen. Dennoch möchte ich einige Höhepunkte hervorheben: In diesem Jahr habe ich alle Klöster der Ordensschwestern in der Diözese sowie alle unsere Schulen besucht. „Tag der Träume im Kloster“ und „Tag der Träume in der Schule“ – so habe ich diese Tage genannt. Es war eine große Freude, den Ordensschwestern für ihren unermüdlichen Einsatz danken und die schulischen Aktivitäten kennenlernen zu dürfen. Ein weiterer Höhepunkt war das Wochenende, an dem wir die Ikone der „Maria, Mutter der verfolgten Christen“, in der St.-Johannes-Kirche in Oslo aufstellten. Als Christen sind wir im Volk Gottes miteinander verbunden; wenn ein Christ leidet, leiden wir alle. Daher ist es angemessen, dass wir die vielen Brüder und Schwestern in Christus, die unter Gewalt und Verfolgung leiden, in den Blickpunkt rücken. Auch das wachsende Interesse am hl. Olav im Hinblick auf das Jahr 2030 sowie die Pilgerfahrten – im vergangenen Jahr nach Bønsnes und Selja, in diesem Jahr nach Vatnås und erneut nach Selja – zeugen von einem anhaltenden Aufwärtstrend. Dass immer mehr Menschen auf die norwegischen Heiligen blicken und erkennen, dass diese alle Katholiken in Norwegen vereinen können, ist ein Zeichen der Hoffnung. Schließlich: In diesem Jahr habe ich zwei junge Katholiken mit Behinderung getroffen. Sie bereiteten sich auf den Empfang der Firmung und anderer Sakramente vor. In den Gesprächen mit ihnen teilten sie mir einige ihrer Herausforderungen mit. Es waren sehr berührende Begegnungen. Zu den wohl schönsten Momenten des Jahres zählte es, als ich ihnen in ihren Heimatgemeinden die Sakramente spendete. Ich denke oft an die beiden und ihre Familien. Das Gesamtbild Rossiné: Vor einem Jahr sagten Sie: „Ich halte es für wichtig, dass wir in unserer Diözese genauer betrachten, wie wir die Evangelisierung, die diakonische Arbeit und die Seelsorge in den Gemeinden weiterentwickeln und stärken können.“ Sind Sie mit der bisherigen Arbeit zufrieden? Bischof Hansen: Wir stehen erst am Anfang. Ein Großteil dieses ersten Jahres bestand darin, Informationen zu sammeln, um ein umfassendes Bild davon zu erhalten, wo wir heute stehen. Was den diakonischen Bereich betrifft, so hat die Diözese unter der Leitung von Pfarrer Sigurd Markussen Konsultationen in allen Pfarreien durchgeführt und eine gute Zusammenarbeit mit Caritas Norwegen in die Wege geleitet. Diese wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Im Bereich der Evangelisierung wurden mehrere Projekte angestoßen, darunter eine große theologische Konferenz im nächsten Jahr in Oslo sowie die Erarbeitung von Materialien zur Förderung der Beichte und des Gottesdienstbesuchs. Pfarrer Pål Bratbak wurde nun die Leitung einer kleineren Pfarrei übertragen, damit er mehr Zeit für die Evangelisierungsarbeit aufwenden kann. Die Seelsorge in den Pfarreien beginnt bei den Priestern. Ich hoffe, dass die umfangreichen Versetzungen in diesem Sommer dazu führen, dass mehr Priester in noch stärkerem Maße dazu beitragen können. Im kommenden Jahr wird es zahlreiche Treffen und eingehende Gespräche mit den Seelsorgern der verschiedenen Sprachgruppen darüber geben, wie wir die mehrsprachige Seelsorge weiterentwickeln können. Darüber hinaus leitet Pfarrer Ole Martin Stamnestrø mehrere Arbeitsgruppen, die Informationen sammeln und Bereiche des Gemeindelebens identifizieren, die mehr Aufmerksamkeit und Einsatz erfordern. Hirte Rossiné: Als Bischof leiten Sie sowohl die Priester als auch eine große und komplexe Diözese. Wie findet ein Bischof das Gleichgewicht zwischen der Rolle als geistlicher Leiter, als Führungskraft einer großen Organisation, die norwegischen Gesetzen und Vorschriften unterliegt, und als Stimme in der Öffentlichkeit? Bischof Hansen: Ich habe das Gleichgewicht zwischen all diesen unterschiedlichen bischöflichen Aufgaben noch nicht ganz gefunden und hoffe daher, dass mir Zeit und Erfahrung dabei helfen werden. Vor allem hätte ich gerne mehr Zeit für die Verkündigung und für mehr Pastoralbesuche in den Pfarreien aufgewendet. Es fällt viel Verwaltungsarbeit an. Dort fühle ich mich wohl eher „zu Hause“ – sowohl aufgrund meines Temperaments als auch durch meinen bisherigen Dienst als Priester. Doch als Bischof sollte ich in erster Linie Hirte für alle Gläubigen sein. Das Jahr 2030 im Kalender Rossiné: Wenn Sie eine Sache nennen könnten, von der Sie hoffen, dass sie sich in der Diözese nach Ihrem ersten Jahr verändert hat: Was wäre das? Bischof Hansen: Ich hoffe, dass sich viele in der Diözese das Jahr 2030 und das Olavs-Jubiläum fest im Kalender vorgemerkt haben und sich an den weiteren Vorbereitungen beteiligen werden. Rossiné: Wir sind eine wachsende Kirche, und wir erleben, dass sich immer mehr junge Menschen an uns wenden. Es ist „cool, katholisch zu sein“, schreibt die Zeitung „Dagen“. Stellt uns das vor neue oder andere Herausforderungen? Bischof Hansen: Zweifellos. Etliche Gemeinden mussten ihre Angebote für den Erwachsenenkatechismus und Glaubenskurse ausweiten. Viele Katecheten berichten, dass die Menschen, die zur Kirche kommen, über ein beachtliches Wissen verfügen und dementsprechend viele und anspruchsvolle Fragen stellen. Auch die Altersspanne bei den Glaubenskursen vergrößert sich; es gibt immer mehr jüngere Konvertiten und Katechumenen. Wir müssen uns zudem der Frage widmen, welche Unterstützung und Hilfe wir erwachsenen Katholiken bieten. Es reicht nicht aus, Gläubige durch Glaubenskurse in die Kirche zu führen oder zu meinen, dass Menschen, die schon lange oder ihr ganzes Leben lang katholisch sind, über Jahrzehnte hinweg gewissermaßen im Firmunterricht verharren müssten.“ Bischof Fredrik im Gespräch mit Schülern der St.-Sunniva-Schule im Mai 2025. Foto © Hans Rossiné/Bistum Oslo Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. 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