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Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche10. September 2026 in Kommentar, 17 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
"Unter religionssoziologischen Gesichtspunkten ist die sich so präsentierende Kirche nicht mehr zu retten. Das innere Geschehen wird einen substantiellen Unterdruck im Gebäude der Kirche erzeugen..." Gastkommentar von Prof. Hubert Windisch
Freiburg i.Br. (kath.net) * Widersprüchlichkeit ist dort gegeben, wo etwas in sich nicht mehr stimmt, wenn also Außen und Innen nicht mehr zueinanderpassen, wenn Reden und Tun auseinanderklaffen, wenn Behauptung und Wirklichkeit sich widersprechen. Das kann bei einzelnen Personen so sein, bei Gruppen oder Parteien, bei Großorganisationen wie z. B. den Kirchen, das kann ein gesamtes Gemeinwesen, also einen Staat betreffen.
* Sofort kommt einem das C in den C-Parteien in den Sinn. Es sollte für „christlich“ stehen, ist aber inzwischen nach jahrzehntelanger Weichspülung durch diverse Parteivorsitzende weithin zu einer Nullnummer, ja schlimmer noch zu einer Karikatur verkommen. Die Causa Spahn zeigte das zuletzt überdeutlich. Das C bleibt noch im Parteinamen, damit Wähler im guten Glauben an das äußere C einer christlich leider entkernten Partei ihre Stimme geben.
* Nicht anders verhält es sich mit der Kennzeichnung „r.-k.“ der Kirche. Mit dieser Kennzeichnung wird eine Identität behauptet, die in der Wirklichkeit oftmals nicht mehr gegeben ist. An drei Beispielen nur sei das veranschaulicht: In der Diözese Hamburg laufen Eltern dagegen Sturm, daß in den katholischen Schulen ihre Kinder ab jetzt im Sexualkundeunterricht auch nichtchristliches Material (LGBT usw.) konsumieren sollen. Sie wenden sich an Rom. Rom ermahnt die diözesane Schulbehörde mit einer Antwort vom 6. Juli 2026 an das kritische Elternnetzwerk durch den Hinweis auf die katholische Lehre und das christliche Menschenbild, wie sie in den Leitlinien von 2019 „Als Mann und Frau schuf er sie“ zu finden sind. Der neue Sexualkundeunterricht wird trotzdem verordnet. Rom schweigt. Verachtung der Eltern, Mißbrauch der Kinder! In der Diözese Mainz nimmt der Bischof das neue Schreiben des römischen Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 17. Juni 2026 zum Verbot der Laienpredigt in der Eucharistiefeier zur Kenntnis, hält es sogar für richtig, möchte aber gegen den inzwischen weit verbreiteten Brauch der Laienpredigt nicht einschreiten. Falsche Duldung als pastorale Methode. Der Kardinal von München gibt eine Handreichung zur Segnung irregulärer, also auch homosexueller Beziehungen heraus, obwohl das nicht einmal das sophistische römische Dokument „Fiducia supplicans“ ermöglicht. Rom schweigt und duldet. Anything goes. 
* Der Substanzverlust der Kirche durch Widersprüchlichkeit ist enorm. Wir können im Zeitraffer die Erosion der Gnadenanstalt (Michael Ebertz) verfolgen. Aus „r.-k.“ wird rasant „a.-k.“, d. h. anders-katholisch, wie sich der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing einmal in bezug auf den Synodalen Weg brüstete. Sehr schnell wird daraus aber ein „n.-k.“, ein nicht-mehr-katholisch. Diese Entwicklung tut weh: allen Männern, die ehrlich-katholisch Priester sein oder werden wollen; den Gläubigen, die am Sonntag eine würdevolle Eucharistiefeier mit einer authentischen Predigt erleben wollen und ihren Alltag im Gebet und im sakramentalen Leben zu gestalten versuchen. Für sie alle ist die Kirche oftmals keine Heimat mehr, sondern ein äußerlich noch funktionierender hohler Raum, in dem sie geistlich frieren und verhungern.
* Hintergrund und Motor für diesen Substanzverlust ist, um es bildlich auszudrücken, eine Kirche, die vor allem durch das sog. Bergogliolehramt mit seinen häresie-, ja apostasieaffinen Entscheidungen (z. B. Abu Dhabi, Pachamama, Singapur, Amoris laetitia, Fiducia supplicans u. a.) vom Felsen auf Treibsand gestellt wurde (vgl. Gavin Ashenden, Der Treibsand unter der Kathedrale). Alles ist (pastoraler) Prozeß, heißt es jetzt, synodal die Wahrheit, der Weg das Ziel. Wenn aber der Weg das Ziel ist, hat der Weg kein Ziel mehr. Das ist die Widersprüchlichkeit des Relativismus. Eigentlich ist der sog. Synodale Weg in der Kirche Deutschlands nichts anderes als der Versuch, diese Widersprüchlichkeit zu institutionalisieren. Und Rom beeilt sich, weltkirchlich mitzuhalten!
* Unter religionssoziologischen Gesichtspunkten ist die sich so präsentierende Kirche nicht mehr zu retten. Denn das geschilderte innere Geschehen wird einen substantiellen Unterdruck im Gebäude der Kirche erzeugen. Ab einem bestimmten Punkt wird es die äußere Schale zerreißen, und das System wird implodieren. Die Kirche aber wird nicht untergehen. In Oasen und auf Inseln des Zeitgeschehens, zunehmend auch in Katakomben wird sich ein (heiliger!) Rest von Gläubigen sammeln, mit wenigen Priestern ehrfürchtig Gottesdienst feiern, ob im Vetus oder im Novus Ordo, Wort und Sakrament als Nahrung für ihr Leben haben und immer neu das Wort des Gekreuzigt-Auferstandenen hören: Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20).
Hubert Windisch (Link) ist Priester und emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Foto: Symbolbild
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Lesermeinungen| | dasUrmel 16. September 2026 | | | | Der Beweis steht in Ihrem eigenen Satz @Parcival: Na schön, in meiner Heimatstadt war Stadtfest. Es wurde ein interreligiöser Gottesdienst abgehalten. Viele Kopftücher waren zu sehen und der Gottesdienst begann mit einem Imam der am Altar Koransuren zum Besten gab. Der Pfarrer dieser kirche meinte dann, dass das so nicht vorgesehen war. Und es ist nicht in der ersten Kirche und auch nicht in der letzten Kirche passiert. Aber so geht das eben, wenn man Moslems, die mit unserem Glauben nichts anfangen können, in Kirchen lässt. Im Übrigen sind solche Kirchen nach der Denke der Moslems jetzt Moscheen.
Ein katholischer und ein evangelischer Bischof haben auf dem Tempelberg in Jerusalem vor Betreten der Moschee ihre Kruzifixe abgelegt - um die Moslems nicht zu verärgern.
Nach dem Mord an Daniel in Kirchweye wurden die Angehörigen beschwichtigt, sie sollten nicht in Rechtsradikalität abdriften - vom Pfarrer dieses Ortes.
Nach den Solingen-Morden wurde ein unerträgliches Geschwurbel zu Beginn eines Gottesdienstes abgelassen. |  1
| | | | | Parcival 14. September 2026 | | | | @das Urmel: Überschrift: Der Beweis steht in Ihrem eigenen Satz Welche „hieb- und stichfesten Beweise“ verlangen Sie eigentlich? Ich habe Ihnen nichts unterstellt, sondern ausschließlich Ihre eigenen Worte zitiert: „Diese Amtskirchen sind nicht mehr zu retten“ und „Jesus Christus ist nicht mehr im Mittelpunkt.“ Genau diese Aussagen habe ich kommentiert. Der Beweis dafür, dass Sie sie getroffen haben, steht also schwarz auf weiß über diesem Gespräch. Wenn Sie heute sagen, das sei lediglich „berechtigte Kritik“, dann erklären Sie bitte, wie ein pauschales „nicht mehr zu retten“ und die Behauptung, Christus stehe nicht mehr im Mittelpunkt, damit vereinbar sein sollen. Das ist keine Wortklauberei, sondern die schlichte Frage, ob Worte noch das bedeuten, was sie sagen. „Euer Ja sei ein Ja“ passt übrigens ausgezeichnet: Stehen Sie zu Ihren Aussagen – oder nehmen Sie sie zurück? |  2
| | | | | Freude an der Kirche 11. September 2026 | | | | Nochmals großes Dankeschön, lieber Prof. Hubert Windisch! Was braucht die Kirche zur Gesundung? Hören wir dazu ergänzend und wunderbar zu diesem Artikel passend Worte von Weihbischof Rob Mutsaerts aus den Niederlanden: [Die kirche] „braucht Heilige. Bischöfe, die lehren. Priester, die beten. Ordensleute, die radikal für Gott leben. Eltern, die den Glauben weitergeben. Junge Menschen, die entdecken, dass die Wahrheit mehr ist als eine bloße Meinung. Eine Liturgie, in der Gott wahrhaft im Mittelpunkt steht. Beichtstühle, in denen Sünder Vergebung finden. Priesterseminare, in denen Männer geformt werden, die bereit sind, ihr Leben Christus zu schenken. Katholiken, die nicht ständig fragen, wie sich die Kirche an die Welt anpassen soll, sondern die den Mut haben, die Welt einzuladen, sich von Christus verwandeln zu lassen.“
Vollständiger offener Brief an Papst Leo XIV unter: www.kath.net/news/91061 |  3
| | | | | dasUrmel 11. September 2026 | | | | Nur berechtigte Kritik? @Parcival: Wie wäre es, wenn Sie mich mit hieb- und stichfesten Beweisen und Argumenten widerlegen würden?! Jesus Christus hat solche Wortklaubereien, wie Sie sie veranstalten, nicht gemacht! Er hat klipp und klar gesagt, worum es ihm geht: "Eure Ja, sei ein Ja und euer Nein sei ein Nein" |  1
| | | | | Parcival 11. September 2026 | | | | @dasUrmel - Nur „berechtigte Kritik“? Also jetzt bin ich tatsächlich etwas verwirrt. Sie erklären zunächst: „Diese Amtskirchen sind nicht mehr zu retten“ und „Jesus Christus ist nicht mehr im Mittelpunkt.“ Eindeutiger kann man kaum ein vernichtendes Pauschalurteil über die Kirche fällen – einschließlich des bemerkenswerten Anspruchs, beurteilen zu können, ob Christus noch in ihrer Mitte steht.
Das anschließend als bloße „berechtigte Kritik“ zu bezeichnen, ist zumindest erstaunlich. Also helfen Sie mir bitte: War Ihre ursprüngliche Wortwahl unzutreffend und Sie nehmen diese Aussagen zurück – oder stehen Sie weiterhin dazu? Dann allerdings haben Sie sich sehr wohl zum Richter aufgeschwungen. Beides zugleich lässt sich schwerlich behaupten. |  3
| | | | | Bilbo B. 11. September 2026 | | | | Gerade wir „Theologen“ Versus Deum: Es steht ja auch „von manchen Theologen, ...“! Gerade manche - nicht alle - „Theologen“ haben schwere Schuld auf sich geladen, indem wir Glaubensinhalte unterminierten, aushöhlten, in Frage stellten, relativierten. So lehrten sich über die Jahre die universitären Priesterseminare oder brachten zu einem nicht geringen Teil Zweifler hervor: Wer beispielsweise die ganzheitliche Auferstehung des Jesus von Nazaret - auch mittelbar - als fundamentale Glaubvenswahrheit leugnet, ist schlichtweg nicht mehr katholisch. Dem oder der gehören „venia“ und „missio“ schnellstens entzogen. Von wem? Vom Bischof (= Episkopos = Aufseher). Gerade dazu hätten wir sie ja, unsere Bischöfe! Ist dies nicht mehr möglich, weil wir allzu sehr in alle möglichen und unmöglichen menschengemachten staatlichen und halbstaatlichen Konstrukte verwickelt sind, müssten wir die „Fleischtöpfe Ägyptens“ verlassen. |  2
| | | | | dasUrmel 11. September 2026 | | | | Parcival Ich habe mich sicher nicht zum Richter aufgeschwungen über die Amtskirchen. Berechtigte Kritik an den Kirchen ist wohl noch erlaubt. Auch Jesus Christus hat sich nicht vor den religiösen Führern verneigt und ihnen die Schuhsohlen geküsst. Vielleicht sollten sich die Kirchen wieder darauf besinnen, was ihre Aufgabe ist: Die Verkündigung des Evangeliums und sie sollten ihre eigenen Worte nicht zu den Worten Jesu machen. |  1
| | | | | lesa 10. September 2026 | |  | Je dunkler es um uns wird, desto mehr müssen wir uns ööffnen für das Licht von oben. Die Vorstellungen über den Glauben von Papst Franziskus ist nicht vom Himmel gefallen mit seinem Pontifikat. Sie ist eine Frucht einer Entwicklung, die Frucht einer Saat ...Entwicklung, Entwicklung Entwicklung... Der synodale Weg dürfte Endstation sein - von dieser "Entwicklung".
Was sagt aber Jesus? "Ihr seid von unten, ich bin von oben." (vgl Joh)
"Je dunkler es um uns wird, desto mehr müssen wir uns öffnen für das Licht von oben." (Hl. Edith Stein) |  2
| | | | | Parcival 10. September 2026 | | | | @dasUrmel - Keine Sorge – Sie sind ja schon draußen "Die Kirche ist unzerstörbar“ (KKK 869). Christus selbst verheißt: „Die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18). Wer dennoch erklärt, die Kirche Christi sei „nicht mehr zu retten“, spricht ihr die Verheißung des Herrn ab.
Um diese Kirche brauchen Sie sich allerdings nicht mehr zu kümmern: Wer sie für verloren erklärt und sich selbst zum Richter darüber macht, ob Christus noch in ihrer Mitte steht, hat sie innerlich längst verlassen. Nicht die Kirche muss gerettet werden, sondern unser Glaube an Christus, der ihr Bestand verheißen hat. |  3
| | | | | Stefan Fleischer 10. September 2026 | |  | @ Urmel Menschlich gesehen ist diese Kirche, bzw. diese verweltlichte Organisation, nicht mehr zu retten. Nicht ihr hat der Herr versprochen, dass die Pforten Hölle sie nicht überwältigen werden. Die Rettung kann nur darin liegen, dass sie wieder Kirche des Herrn werde und nicht Kirche der Menschen bleibe, dass sie Gott wieder ins Zentrum von allem stelle, nicht den Menschen, und sich wieder bewusst werde und den Gläubigen bewusst mache: «An Gottes Segen ist alles gelegen! / Suchet zuerst das Reich Gottes und SEINE Gerechtigkeit, dann wir euch alles andere dazugegeben werden.» Vielleicht würde es schon helfen, wenn wir nicht mehr so sehr Gott suchen würden. Er ist allgegenwärtig, sondern uns bemühen, ihn wahrzunehmen, das heiss für wahr zu nehmen. Das aber heisst, zu glauben, was er uns über sich (durch den Dienst SEINER Kirche) geoffenbart hat. |  3
| | | | | Versusdeum 10. September 2026 | | | | @Bilbo B. Wieso nur "Theologinnen"? Nicht wenige männlichen Kollegen dürften ihnen ungeachtet des dreisten "Maria 2.0" bei der Dekonstruktion von Glaube, Kirche und Moral sicherlich kaum nachstehen |  1
| | | | | Versusdeum 10. September 2026 | | | | @dasUrmel Bitte kein Plural. Nicht in jedem Land und Kontinent liegt die Kirche spirituell so am Boden, wie in Deutschland. Und wer heute noch Priester wird, wird es fast nur noch durch echte Berufung. |  0
| | | | | Jirmijahu 10. September 2026 | | | | Untergang des deutschen Episkopats sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Augen und sie sehen nicht - es bleibt die Hoffnung auf die jungen Priester, die Christus nicht vergessen haben und treu bleiben |  4
| | | | | Freude an der Kirche 10. September 2026 | | | | Danke! Ich stimme Ihnen gerne vollkommen zu, lieber Prof. Hubert Windisch. So wird es kommen müssen zur Reinigung der Kirche.
Gerne besuchte ich Ihre Vorlesungen in Sakramententheologie!
Vielen Dank Ihnen! |  4
| | | | | Fink 10. September 2026 | | | | Es ist die Universitäts-Theologie...oder ? Bis 2012 war Prof. Windisch als Theologie-Professor tätig, zuletzt in Freiburg.
Da tät mich seine Meinung interessieren: War er der einzige- oder einer der wenigen- (recht-) gläubigen kirchlich-gesinnten Theologen dort? Wie muss man sich als Außenstehender das Zahlenverhältnis von rechtgläubigen- halbgläubigen- irrgläubigen- ungläubigen Theologie-Professoren vorstellen ? |  3
| | | | | dasUrmel 10. September 2026 | | | | Ist diese Kirche noch zu retten? Nein, diese Amtskirchen sind nicht mehr zu retten! Zumal sie es gar nicht wollen. Jesus Christus ist nicht mehr in Mittelpunkt. |  3
| | | | | Bilbo B. 10. September 2026 | | | | „Episkopos“ heisst Aufseher Der Substanzverlust hängt wohl auch von der mangelnden Substanz von manchen Theologen, Theologinnen, Priestern und Bischöfen ab. Das koinégriechische Wort „episkopos“ heisst Aufseher, damit kann man sich gewaltig unbeliebt machen. Der Zug ist tatsächlich schon abgefahren; es ist nur noch eine Frage der Zeit bis das System implodiert. |  4
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