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| ![]() Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals wegvor 1 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung Leo XIV.: das Gleichnis vom Weinberg als Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes. Die Passion Christi, die Sendung der Kirche und das Zeugnis des heiligen Franziskus. Von Armin Schwibach Rom (kath.net/as) Am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis betrachtete Papst Leo XIV. vor dem Gebet des Angelus das Gleichnis von den bösen Winzern aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 21,33–43). Die Erzählung handelt vom Leben Jesu und beleuchtet den Sinn seiner Sendung. Jesus ist der in die Welt gesandte Sohn Gottes, der gerade von jenen abgelehnt wurde, die ihn eigentlich mit offenen Armen hätten empfangen sollen. Derjenige, der gekommen sei, um das Heil zu bringen, sei verurteilt worden. Derjenige, der das Leben habe schenken wollen, sei getötet worden. Das Gleichnis verweise damit auf das Geheimnis der Ablehnung Christi und zugleich auf die Weise, in der Gott selbst durch diese Ablehnung hindurch sein Heilswerk vollendet habe. Leo XIV. führte aus, die Lehre Christi habe über die vielen Grausamkeiten nachdenken lassen, „die die Welt und die Geschichte der Völker beschädigen“, und zugleich „die immer größere Barmherzigkeit seines Vaters“ offenbart. Die Zurückweisung des Sohnes breche den Willen Gottes nicht. Vielmehr verwandle Gott in seiner unendlichen Gerechtigkeit das Böse in Erlösung. Der Papst verwies dabei auf das Wort des Psalms, das Jesus selbst im Gleichnis aufgegriffen habe: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden“ (Mt 21,42; vgl. Ps 118,22). Gerade in diesem Bild sah Leo XIV. den Schlüssel für das Handeln Gottes in der Geschichte. Der Psalm preise das wunderbare Werk des Herrn, denn gerade das, was verworfen worden sei, werde zum Fundament, das alles trage. Darin zeige sich die Weise, wie der Allmächtige die Geschichte lenke und dem Menschen auch in seinen Stürzen zu Hilfe komme. Der Papst fasste diese Aussage in einen Satz, der das Zentrum seiner Betrachtung bildete: „Gott wirft unser Leben niemals weg!“. Das Verworfene, das Gescheiterte und das scheinbar Verlorene seien damit nicht außerhalb der Reichweite Gottes gestellt. Der Eckstein des Evangeliums verweise vielmehr auf Christus selbst, dessen Kreuz nicht das Ende seiner Sendung gewesen sei, sondern zum Fundament des Heils geworden sei. Von diesem Christusbild aus wandte sich Leo XIV. dem Weinberg zu, der im Gleichnis den Menschen anvertraut worden ist. Der gerecht zu bewirtschaftende Weinberg sei „die Kirche, die wir durch unsere Entscheidungen entweder aufbauen oder beschädigen“. Damit bezog der Papst die Erzählung nicht lediglich auf ein Geschehen der Vergangenheit, sondern auf die konkrete Verantwortung derer, die in der Kirche lebten und handelten. Der Weinberg sei anvertraut worden; seine Pflege und sein Zustand hingen deshalb auch von den Entscheidungen der Menschen ab. In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an den heiligen Franz von Assisi, dessen achthundertsten Todestag an diesem Tag begangen wird. Franziskus sei ein Arbeiter im Weinberg des Herrn gewesen, der reiche Frucht gebracht habe. Dabei griff der Papst die Überlieferung von der Berufung des Heiligen auf, nach der Jesus selbst Franziskus aufgefordert habe, seine Kirche wiederaufzubauen. Franziskus sei vom Gekreuzigten inspiriert worden und habe zunächst sein eigenes Leben auf dem Fundament Christi aufgebaut. Er habe dabei die Armut, die Freude und das Leiden Christi geteilt, „bis hin zum mystischen Zeichen der Stigmata“. Leo XIV. stellte das innere Fundament dieser Sendung heraus. Franziskus sei ein Mensch „inbrünstigen Gebets und voller Nächstenliebe gegenüber allen“ gewesen. Darin sei er zum Vorbild für die ersten Brüder geworden. Diese hätten seine Askese als „eine authentische Bedingung für die Reform der Kirche“ geteilt. Die Erneuerung der Kirche habe für Franziskus somit nicht bei einer äußeren Veränderung begonnen, sondern bei der eigenen Existenz vor Christus. Der Wiederaufbau des Weinbergs habe seinen Anfang in einem Leben genommen, das sich vom Gekreuzigten formen ließ. Der Papst verband damit die franziskanische Reform unmittelbar mit dem Glauben an Christus. Der heilige Franziskus habe die Kirche „durch den Glauben an Jesus, den Herrn, wiederaufgebaut“ und „die Risse der Zwietracht durch das Zeugnis geschwisterlicher Liebe geheilt“. Die Reform sei damit nicht als bloße institutionelle Neuordnung beschrieben worden, sondern als Frucht eines Lebens aus dem Glauben, der in Gebet, Armut, Nächstenliebe und geschwisterlicher Liebe Gestalt gewonnen habe. Von der Gestalt des heiligen Franziskus führte Leo XIV. schließlich zur Gegenwart. Das Charisma des Heiligen bringe auch nach acht Jahrhunderten weiterhin Früchte hervor. Davon zeuge nicht nur „die große und lebendige franziskanische Familie“, sondern ebenso „die vielen Gaben, die sein geistliches Erbe im Volk Gottes verbreitet“. Der Papst stellte das franziskanische Charisma damit in einen größeren Zusammenhang kirchlicher Überlieferung: Was aus dem Leben eines Heiligen hervorgegangen sei, habe über dessen eigene Zeit hinaus Wirkung entfaltet und sei im Volk Gottes weitergegeben worden. Aus diesem Grund verband Leo XIV. das Gedenken an Franziskus mit einem Gebet und einem Auftrag. Während des franziskanischen Jubiläumsjahres solle beharrlich um die Gabe des Friedens gebeten werden. Zugleich müsse man sich aufrichtig dafür einsetzen, „Eintracht unter den Völkern herzustellen“. Der Friede erschien damit nicht allein als Gegenstand des Gebets, sondern zugleich als Aufgabe, die ein entsprechendes Handeln voraussetze. Am Ende seiner Katechese richtete Leo XIV. den Blick auf die Gottesmutter. Ihre Fürsprache solle die Gläubigen begleiten, während sie sich im Gebet an Maria wendeten. Der Papst bezog dabei ausdrücklich jene Gläubigen ein, die sich im Heiligtum von Pompeji versammelt hatten, um das Bittgebet an Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz zu richten. Foto (c) Vatican Media
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