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Das Testament des Kardinals

16. Dezember 2007 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Papst Benedikt XVI. zitierte mehrere Passagen aus dem spirituellen Testament des verstorbenen Kardinals Alfons Maria Stickler.


Vatikan (www.kath.net/RV)
Bei der Totenmesse am Freitag im Vatikan für Alfons Maria Kardinal Stickler im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. mehrere Passagen aus dem spirituellen Testament des Österreichers zitiert. Zahlreiche Kardinäle, Kurienprälaten, Ordensleute und Vertreter des diplomatischen Corps waren am Freitagabend zu dem Gottesdienst gekommen, um Stickler die letzte Ehre zu erweisen.

„Zu seinem Bischofsmotto hatte er gewählt: ‚Alles und in allen Christus’. Er wusste gut, dass Christus zu lieben heißt, die zu Kirche, die immer heilig ist, wie Kardinal Stickler im spirituellen Testament anmerkt: ‚Trotz der mitunter skandalösen Schwäche von uns, ihren Repräsentanten und Mitgliedern, in Vergangenheit und Gegenwart’. Er kannte den Widerspruch und die Herausforderungen, an denen sich die Christen in unserer Zeit messen müssen, und er schloss daraus, dass nur eine echte Liebe zu Christus sie in der Verteidigung der Wahrheiten des katholischen Glaubens mutig und beharrlich machen kann.”

Kardinal Stickler hatte seit seiner Ernennung zum Präfekt der vatikanischen Bibliothek 1971 im Vatikan gedient. Seine damalige Berufung durch Papst Paul VI. kam, wie Papst Benedikt in seiner Predigt anmerkte, für Stickler als „wahre Überraschung”. Am Mittwoch war er 97jährig als ältester Kardinal der Weltkirche verstorben.

„Wie oft wird Kardinal Stickler die Seite des Evangeliums gelesen und meditiert haben, die wir heute gehört haben! Der Evangelist Matthäus fügt den acht Seligpreisungen der Bergpredigt eine neunte hinzu und schließt: ‚Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein!’

Wir alle, Brüder und Schwestern, wissen, dass wir uns Erfolg und Applaus nicht bei den Menschen suchen können. Zu welchen Dienst auch immer der Herr uns in seinen Weingarten ruft, seid immer beseelt von der demütigen Annahme seines Willens!”

Die Erhaltung und Modernisierung der Vatikan-Bibliothek – die die weltweit reichste Sammlung an Handschriften, eine Million gedruckter Bücher, rund 150.000 Kupferstiche und eine überaus wertvolle Münzsammlung umfasst – war Stickler ein besonderes Anliegen.

„Die heilige Jungfrau Maria möge ihn aufnehmen. Er selbst schrieb über sie: Die Madonna wird auch im Augenblick meines Todes ganz Mutter sein, die ihre Liebe und ihr Erbarmen auch den weniger treuen Kindern schenkt. Wir stimmen in die Anrufung ein, mit der Kardinal Stickler sein geistliches Testament beendet: ´Ich glaube, hoffe, liebe; vergib meine Schwäche im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe und führe mich, mein Gott, ins Reich deiner Liebe.´”

Foto: © Internetpfarre



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