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Anteil der Christen im Libanon wächst wieder

28. Jänner 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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"Yearbook of International Religious Demography" wurde an den maronitischen Patriarchen, Kardinal Bechara Boutros Rai, überreicht


Beirut (kath.net/KAP) Der Rückgang des Bevölkerungsanteils der Christen im Libanon wird laut neuen internationalen Untersuchungen in den kommenden Jahrzehnten aufhören, es wird sogar eine Trendumkehr zu verzeichnen sein. Das geht laut Angaben des Portals "Lebanon Debate" aus dem neuen "Yearbook of International Religious Demography 2018" hervor, wie der römische Pressedienst "Fides" (Donnerstag) berichtet. Das Jahrbuch wurde demnach vor wenigen Tagen dem maronitischen Patriarchen, Kardinal Bechara Boutros Rai (Foto), vom libanesischen Minister für Kommunalfragen Nihad al-Mashnuq überreicht.

Laut dem Demographie-Jahrbuch umfasste die libanesische Bevölkerung im Jahr 2011 3,3 Millionen Einwohner. Der Anteil der Christen ist demnach über die vergangenen Jahrzehnte auf 38,22 Prozent gesunken. Muslime machten 2011 61,62 Prozent der Libanesen aus. Prognostiziert wird nun, dass die libanesische Bevölkerung bis zum Jahr 2030 (ohne Flüchtlinge) auf 4,4 Millionen Einwohner steigt, davon 40,18 Prozent Christen und 59,71 Prozent Muslime. Für das Jahr 2045 wird erwartet, dass im Libanon rund 5,4 Millionen Menschen leben werden, davon 41,12 Prozent Christen und 58,87 Prozent Muslime.


Die letzte offizielle Volkszählung im Libanon fand 1932 statt. Zu dieser Zeit gab es im Land exakt 875.252 Einwohner, 53 Prozent von ihnen waren Christen. Alle nachfolgenden Statistiken über die konfessionelle Zusammensetzung der libanesischen Bevölkerung basieren auf Studien und Schätzungen, die als inoffiziell betrachtet werden.
Das Jahrbuch 2018 dokumentiert in Bezug auf den Libanon die Veränderung der religiösen Zusammensetzung der Gesellschaft auf der Grundlage der Auswanderungs- und Einwanderungsströme und der Veränderungen bei der Geburtenrate in den einzelnen Glaubensgemeinschaften. Die Daten belegen, dass das Land in den vergangenen 35 Jahren durch starke Auswanderungsprozesse sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch aufgrund interner und regionaler Konflikte geprägt war.

Im Zeitraum von 1975 bis 2011 verließen demnach insgesamt rund 1,6 Millionen Libanesen ihre Heimat, davon 46 Prozent Christen und 54 Prozent Muslime. Die Auswanderungskurve der Christen hat sich ab 1984 abgeflacht. Die libanesische Diaspora ist vor allem in Nord- und Südamerika, aber auch in Westafrika und in Australien stark präsent.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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