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Ägypten: Christliche Medizinstudentin entführt

25. Februar 2024 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Die 20-jährige Christin Arene Ibraheam Sheata wurde Ende Jänner in Assiut entführt.


Wien (kath.net / idea / pk)
Das Hilfswerk „Christen in Not“ (Wien) beklagt mangelnde Ermittlungen im Fall einer entführten christlichen Medizinstudentin in Ägypten. Am 22. Jänner wurde die 20-jährige Arene Ibraheam Sheata nach einem Examen in der mittelägyptischen Stadt Assiut am 22. Januar entführt, heißt es in einer Pressemitteilung. Zwar habe die Polizei am 23. Januar eine Vermisstenanzeige aufgenommen, seitdem sei aber nichts passiert.
Eine Zwangsverheiratung an islamische Sklavenhalter sei wahrscheinlich, befürchtet das Hilfswerk. Man könne davon ausgehen, dass versucht werde, die Studentin mit Gewalt zum Islam zu bekehren. „Wenn selbst in einer Stadt mit sehr großer christlicher Bevölkerung solch eine Entführung zur Zwangskonversion geschieht, dann sind christliche Mädchen nirgendwo in Ägypten mehr sicher", befürchtet der Generalsekretär von „Christen in Not“, Elmar Kuhn.


Er forderte dazu auf, bei der ägyptischen Botschaft zu protestieren. „Jetzt zu handeln kann das Leben der Studentin retten und verhindern, dass weitere Entführungen geplant werden.“ Kuhn zufolge soll sich Sheata in Amarna im mittelägyptischen Gouvernement von Sohag befinden und dort versteckt werden. Entführungen würden politisch unter den Teppich gekehrt, meinte er. Offizielle Zahlen gibt es nicht.
Die Gewalt gegen Christen sei nach der Machtübernahme durch den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi 2014 deutlich zurückgegangen, habe jedoch in den vergangenen zwei bis drei Jahren wieder zugenommen. „Je weiter weg die Ortschaften von Kairo entfernt sind, umso geringer ist der Einfluss al-Sisis und umso größer ist der Einfluss der islamistischen Muslimbruderschaft“, so Kuhn.
Im arabischen Raum gibt es nach Angaben Kuhns ein Netzwerk von Sklavenmärkten, auf denen Mädchen für rund 2.800 Euro verkauft werden.
Rund 90 Prozent der mehr als 100 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime. Die Kopten bilden die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Ihre Zahl wird auf sieben bis zehn Millionen geschätzt. In der rund 460.000 Einwohner zählenden Stadt Assiut beträgt der Anteil der Christen etwa 40 Prozent.

 


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