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Nicht Erinnerung, sondern Gegenwart - Ostern im Riss der Zeit

4. April 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Zwischen den Trümmern der Gegenwart ereignet sich das Unerhörte: In der Auferstehung Christi beginnt die Vollendung der Schöpfung – hier und jetzt. Von Walter Kardinal Brandmüller


Rom (katzh.net/wb/as) Sirenen, Drohnen, Bomben – Tod und Trümmer, Angst und Hunger – das ist nun Alltag in Ländern, da einst Glaube, Wissenschaft und Kunst, Handel und Wandel blühten – vor wenigen Jahrzehnten noch. Welch ein grausamer Widerspruch! Und dennoch feiern Christen Ostern – Pascha, den Übergang vom Tod zum Leben – und singen – unter Tränen zwar – dennoch das Alleluia – der Herr ist wahrhaft auferstanden! So machen denn auch wir uns auf den Weg in das Jerusalem des Jahres 30, einst das Jahr 784 ab urbe condita. Ein winziger Punkt im Universum – damals zum Zentrum allen Seins und aller Zeit geworden.

„Es ist vollbracht“, hatte Jesus noch gerufen – und war verschieden. Nun legten Freunde seinen toten Leib – der Sabbat brach schon an – eilends in das Grab. Am nächsten Tag wollten sie ihn ehrenvoll bestatten. Bei Tagesanbruch gehen sie dorthin – und sie erschrecken: das Grab ist leer! „Er ist nicht hier“, sagt ein Engel – „er ist auferstanden!“ In Angst und Schrecken laufen sie davon. Doch bald begegnet der Auferstandene selbst seinen Jüngern: „Habt keine Angst – ICH bin es. Seht meine Hände, meine Füße…“. Was da in Judaea, in Jerusalem – einem Winkel der Erde geschieht, erschüttert Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit. Selbst die engsten Freunde des am Kreuz verschiedenen und begrabenen Jesus von Nazareth sind nicht dabei, als das Unmögliche, Unfassbare geschieht: Das Grab ist leer –„Seht hier, wo er gelegen hat“, sagt ein junger Mann.


Was in der dunklen Grabeshöhle geschehen war, kein Mensch wird es je erfahren: Aber:

In und mit dem in Herrlichkeit auferstandenen Christus hat die endgültige Vollendung des Universums, von Welt und Mensch, der ganzen Schöpfung schon begonnen. Im Augenblick, da der Gekreuzigte, ins Grab Gelegte in Herrlichkeit aufersteht, ist der Gipfel, die Spitze der „Pyramide Schöpfung“, der Mensch Jesus Christus, schon eingetaucht in jene „Lichte Wolke“, die einst das Volk Israel die Gegenwart Gottes hatte erfahren lassen.  Am Ostermorgen hat die Vollendung der Schöpfung schon begonnen. Also geschehen zu Jerusalem in jenen Apriltagen des Jahres 30 christlicher Zeitrechnung. Seither feiern wir das Pascha-Fest des Neuen Bundes, Ostern.

Erinnerung also an die Großtaten Jesu, so wie das Israel des Alten Bundes des Auszugs aus der Knechtschaft Ägyptens in jährlicher Feier gedachte? Ja! Aber seit jenem Paschafest des Jahres 30 christlicher Zeitrechnung geht es nicht mehr nur um feierndes Gedenken an längst Vergangenes: Es geht um Gegenwart, um das Hier und Jetzt des ein für allemal vor zweitausend Jahren zu Jerusalem Geschehenen, wenn wir heute Ostern, wenn wir Eucharistie feiern. Damals, als Jesus am Abend vor seinem Leiden mit seinen zwölf Jüngern das alte Paschamahl Israels feierte, hat er es zum Pascha des Neuen Bundes umgestaltet: Er selbst das Opferlamm: So nahm er denn Brot, brach es und sprach Worte, die das Gefüge menschlicher Gedanken und Begriffe erschütterten: „Nehmt und esset – das ist mein Leib“ und dann, den Kelch in der Hand, „trinkt alle daraus, das ist mein Blut des Neuen und ewigen Bundes, das für euch und die Vielen vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Und dann: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ – d.h. im Gedenken an mich.

Das aber meint nun nicht nur fromme Erinnerung an längst Vergangenes, es geht um geheimnisvolle, doch wirkliche Gegenwart des einst Geschehenen im Hier und Jetzt der feiernden Kirche. Es ist also nicht nur Vergangenes, was wir seitdem an den Altären feiern – es ist unvorstellbar zwar, doch wirkliche Gegenwart des einst zu Jerusalem Geschehenen. So erleben wir denn in der Liturgie – zumal der Osternacht – die unseren Sinnen verborgene, die unsere Begriffe sprengende Gegenwart  - das Hier und Jetzt – der Erlösung der Welt. Welch eine Herausforderung an unsere Sinne, unseren Verstand!

Herausforderung – in der Tat! Zwar ist es glaubwürdig bezeugt, was mit Jesus von Nazareth am Pascha des Jahres 784 des römischen Kalenders geschehen ist, das ist wirkliche Geschichte. Aber zu meinen, wir könnten diese Ereignisse hier und heute als Gegenwart erleben – ist das vorstellbar,  ist es überhaupt denkbar? Es ist vor fast zweitausend Jahren und in Entfernung von fast dreitausend Kilometern von uns geschehen. Und nun Gegenwart? Hier und Jetzt? Und so an Tausenden von Orten der Erde? Welch unglaublicher Gedanke, welch absurde Idee! Ist es nicht doch ein frommer Science-fiction-Roman? So meinten schon vor 200 Jahren die Vordenker der Aufklärung – und, auf unseren Alltagshorizont bezogen, hatten sie nicht Recht mit ihrem „das ist unmöglich“? Aber möglich oder nicht – das ist hier nicht die Frage. Wer immer sich der Grenzen des menschlichen Verstandes bewusst ist, wird anders fragen: ist, was behauptet wird, denn auch zuverlässig bezeugt? Dann aber kann es nur noch darum, ob die Zeugen fragwürdig, oder glaubwürdig sind. Da stellt sich nur die Frage: Haben Petrus, Jacobus, Andreas und die Anderen ihr Leben für ein Hirngespinst hingegeben, oder doch weil Jesus ihnen „nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt (hatte), dass er lebt – vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen…“, so die Apostelgeschichte.  Die mehr oder weniger intelligenten Versuche der Aufklärer, die Botschaft von Ostern als Phantasie oder Betrug zu entlarven, scheitern jedoch an der Geschichte: die Zeugen der Auferstehung haben die Wahrheit ihrer Botschaft mit ihrem Blut bezeugt.

So feiern wir denn Ostern im Jahre des Heiles 2026. In der liturgischen Feier der heiligen Drei Tage erfahren wir aufs Neue die geheime Gegenwart des Vergangenen: Leiden, Tod und Verherrlichung Jesu inmitten der Finsternis, der Stürme und des Unheils unserer Tage. Wir feiern das Heilige Geschehen in der gläubigen Gewissheit, dass an jenem Apriltag zu Jerusalem Christus Tod und Hölle überwunden und uns das Tor zum Ewigen Leben aufgetan hat. Wir hören die Botschaft der Zeugen und bekennen mit ihnen: Der Herr ist wahrhaft auferstanden – Alleluia.

 


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 7. April 2026 
 

Ostern im Riss der Zeit

Wie kostbar sind die Gedanken von Kardinal Brandmüller - grundlegend wichtig! Die 3 Tage von Gründonnerstag bis Ostern sind nicht Vergangenheit, sondern werden in der Liturgie gegenwärtig für Dich, für mich: heute - und nächstes Jahr auch für jeden neuen Menschen dieser Erde. - Gläubige in Italien haben dafür einen ausgeprägten Sinn, indem sie z . B. in Jahrhunderte alten Prozessionen an Christi Tod beweinen oder das Leid Mariens darstellen und nachleben. Es ist schaurig und seltsam, und doch rührt es ans Herz und lässt uns ahnen, was damals wirklich geschah - zu unser aller Heil! - Da versammeln sich in Süditalien, in Apulien (nicht nur dort), Hunderte von Frauen, alle verhüllt und in schwarz gekleidet, und ziehen klagend durch die Straßen.

www.youtube.com/shorts/H7IjKoS8oXM


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