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Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried

vor 6 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Augsburger Bistumstheologin zieht bischöfliche Genehmigung zurück – Diese Marienstatue war von Papst Leo XIV. gesegnet worden (siehe Foto), nachdem er interessiert und erfreut über die Statue informiert worden war. Von Vianney Verena Fabekovec


Augsburg (kath.net) Marienfried ist eine Gebetsstätte des Bistums Augsburg mit einer ganz eigenen Geschichte. Schon 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, soll dort die Gottesmutter der damals 16jährigen Bärbel Rueß aus Pfaffenhofen bei Ulm erschienen sein, 1946, in der Nachkriegszeit, kam es am 25. April, 25. Mai und 25. Juni zur zweiten, dritten und vierten Erscheinung. Einem Gelübde aus den Kriegsjahren folgend errichteten die Dorfbewohner 1947 an der Erscheinungsstelle eine Kapelle, die der „Dreimal wunderbaren Mutter“ der Schönstatt-Bewegung gewidmet war und dem „Urheiligtum“ in Vallendar entsprach. 1995, ein Jahr vor dem Tod der zeitweise stigmatisierten Bärbel Rueß, erklärte der damalige Augsburger Bischof Dr. Viktor Dammertz Marienfried zur diözesanen Gebetsstätte und ließ dort eine große Pilgerkirche, „Maria, Mutter der Kirche“ geweiht, sowie ein Pilgerheim und Seminarzentrum errichten. Die Erscheinungen dagegen wurden vom Bistum Augsburg nie anerkannt.

Zu der Gebetsstätte gehört ein großer Gebetspark mit eigener Lourdesgrotte, Fatima-Kapelle, in der Pilgerkirche hängt das Bild der Gottesmutter von Guadalupe (Mexiko), für die vietnamesischen Pilger wurde eine Statue der Madonna von La Vang errichtet. Diese vier Marienbilder aus drei Kontinenten inspirierten den bekannten katholischen Historiker, Autor und Aktivisten Dr. Michael Hesemann zu einer eigenen Initiative. „Da fehlt noch Afrika. Und Afrika ist die Zukunft der Kirche!“, erklärte Hesemann, der in Berlin seit 2022 an jedem 12. Oktober die größte deutsche Marienprozession, „Deutschland dankt Maria“, mit bis zu 4000 Teilnehmern veranstaltet. Also kam ihm die Idee, „Afrika nach Marienfried“ zu bringen – in Form der Gottesmutter von Kibeho in Ruanda.

In Kibeho erschien zwischen 1981 und 1989 drei Schülerinnen die Gottesmutter, die sich „Mutter des Wortes“ nannte, rief zu Umkehr, Gebet und Buße auf und warnte in eindringlichen Bildern vor dem Völkermord, der tatsächlich das Land 13 Jahre später, 1984, heimsuchte, als die agrarische Bevölkerungsmehrheit der Hutu die Viehzucht betreibende Minderheit der Tutsi massakrierte – ein Verbrechen, dem um die 800.000 Menschen zum Opfer fielen, darunter auch eines der drei Seherkinder. Diese eindeutig erfüllte Prophezeiung, aber auch eine Reihe übernatürlicher Ereignisse, überzeugten den Vatikan, die Erscheinungen von Kibeho schon 2001 als gesichert übernatürlich („Constat de supernaturalitate“) einzustufen. Speziell Papst Franziskus empfahl die Verehrung der „Mutter des Wortes“ in der ganzen Welt und auch die beiden noch lebenden Seherinnen bestätigen, dass die Kernbotschaft von Kibeho, der Aufruf zu Umkehr, Gebet und Buße, nicht nur an Ruanda, sondern an Afrika und die ganze Welt gerichtet war.

Hesemann fand Unterstützung für seine Initiative bei Yuhi VI., den im Exil in Großbritannien lebenden König von Ruanda, der ein tief gläubiger Katholik und großer Marienverehrer ist; unlängst nahm er sogar das Bild der Gottesmutter von Kibeho in das Wappen seiner Dynastie auf. Sein Wunsch war es, den hunderttausenden in Europa lebenden afrikanischen Flüchtlinge und Exil-Ruandesen einen Pilgerort zu schaffen, an dem sie in der ihnen eigenen Spiritualität, mit ihren Liedern, Gebeten und Tänzen, die „Mutter des Wortes“ verehren konnten, der er sein Vaterland anvertrauen und seine Krone übereignen wollte. Damit wollte er an seinen Großonkel, König Mutara III. (1931-1959) anknüpfen, der 1943vsein Reich „Christus, dem König“ anvertraute. Papst Pius XII. empfing ihn daraufhin im Vatikan, rühmte ihn als den „christlichsten Herrscher Afrikas“ und erhob ihn in den Rang eines Großoffiziers des päpstlichen Gregoriusordens. 


Yuhi VI., der keine weltliche Macht anstrebt, sich aber nach wie vor als „Verteidiger des Glaubens“ in Ruanda versteht, wollte damit auch die Katholiken in Ruanda stärken, die zunehmend unter dem kirchenfeindlichen Regime des Diktators Paul Kagame leiden. Von ihm heißt es, er habe Ruanda in das „Nordkorea Afrikas“ verwandelt. Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ stellte schon 2019 fest: „In Ruanda gibt sich der Diktator Paul Kagame gerne als Saubermann. Doch er lässt seine politischen Gegner, die sich für Demokratie einsetzen, einsperren und ermorden.“ Erst kürzlich ließ er 6000 Kirchen schließen unter dem Vorwand, sie hätten keine öffentlichen Toiletten. Gläubige werden schikaniert, Bischöfe drangsaliert. So war es Yuhi VI. wichtig, für seine Glaubensgenossen ein Zeichen zu setzen, dass sie nicht allein sind und dass die Gottesmutter ihre wahre Königin und Christus ihr wahrer König ist.

Während Hesemanns Verein „Deutschland dankt Maria“ die Planung und Vorbereitung übernahm, erklärte sich die britische „König Yuhi-Stiftung“ bereit, die Kosten für die Schaffung einer Statue nach dem Vorbild des Gnadenbildes von Kibeho durch einen namhaften Künstler zu übernehmen. Außerdem sollte die Statue vor der Aufstellung in Rom vom Papst – damals Franziskus – gesegnet werden.

Mit diesem Vorschlag wurde Hesemann am 22. Januar 2024 beim Rektor der Gebetsstätte Marienfried, Georg Alois Oblinger vorstellig, der ihn geradezu enthusiastisch aufgriff. Gleich am nächsten Tag schrieb Oblinger an den Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier und bat um die Erlaubnis, eine Darstellung der Gottesmutter von Kibeho im Gebetspark von Marienfried aufstellen zu dürfen: „Es wäre gerade in der jetzigen politischen Situation ein wichtiges Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus. Auch die afrikanischen Priester, die in unserer Diözese Dienst tun, würden eine solche Aufstellung sicherlich begrüßen.“ Nur zwei Tage später, am 25. Januar, antwortete Amtsleiter Dr. Christian Mazenik im Auftrag des Bischofs: „Das Anliegen, eine Darstellung der Gottesmutter von Kibeho im Gebetspark von Marienfried aufzustellen, teilt er vollauf, gerade auch mit Blick, wie Sie schrieben, auf die in unserer Diözese Dienst tuenden Priester aus Afrika. Bischof Bertram dankt ausdrücklich für diese Initiative! Wie gesagt, ist damit die bischöfliche Zustimmung erteilt!“

Hesemann setzte von da an alles in Bewegung, um den Plan zu verwirklichen. Er recherchierte in Ruanda, ob dort Statuen nach dem Vorbild des lokalen Gnadenbildes hergestellt werden, doch ohne Erfolg. Die Marienstatue von Kibeho, so erfuhr er, habe ein polnischer Bildhauer geschaffen. Die polnische Kibeho-Gebetsgruppe verwies ihn an Wladyslaw Dudek, der u.a. die Johannes Paul II.-Denkmäler in Tschenstochau und im Krakauer JP2-Heiligtum geschaffen hat. Im Januar 2025 hatte Dudek die 1,40 Meter große Kibeho-Statue fertiggestellt, im März war für König Yuhi eine Papstaudienz arrangiert – als Franziskus schwer erkrankte und schließlich verstarb. Stattdessen wurde der Thronanwärter Ruandas am 17. Dezember 2025 von Papst Leo XIV. im Rahmen der Mittwochsaudienz empfangen. Interessiert und offensichtlich erfreut ließ sich der mit Afrika vertraute Augustiner von dem geplanten Schrein in Marienfried berichten, dann segnete er die eigens nach Rom transportierte Kibeho-Madonna. Die Schweizergarde hatte noch geholfen, die schwere Statue auf den Petersplatz zu bringen.

Kaum wurde Augsburg über die erfolgte Segnung informiert, schlug Bischof Bertram den 25. April 2026 für die Einweihung vor. Der 80. Jahrestag der zweiten Erscheinung (auch wenn von den Erscheinungen auf Wunsch der Bistumstheologin Dr. Gerda Riedl nicht mehr gesprochen werden darf) der Gottesmutter war für ihn ein gutes Omen, und so bemühte sich Hesemann, für diesen Tag eine würdige Feier mit Ehrengästen vorzubereiten, die von katholischen Medien übertragen werden sollte. Natürlich hatte König Yuhi VI. sein Kommen angesagt, um die Statue feierlich dem Bischof und damit der Gebetsstätte zu übergeben.

Doch während die Vorbereitungen liefen, wurde der Autor aus vertraulicher Quelle unterrichtet, dass „gewisse Kreise“ in Augsburg eben kein großes, afrikanisches Pilgerfest wünschten, sondern die Sache klein halten wollten. Doch erst am 28. Februar 2026 ließ man in Augsburg „die Katze aus dem Sack“. In ihrem Schreiben an Rektor Oblinger gab „Bistumstheologin“ Dr. Riedl ihm die Anweisung, „dass der ruandische Thronprätendent (zwar) als einfacher Gläubiger jederzeit willkommen ist. Eine besondere Begrüßung, eine Ansprache durch ihn oder sonstige Hervorhebungen sind unbedingt zu unterlassen. Vor diesem Hintergrund verbietet sich auch eine entsprechende Gästeliste. Sollten Sie dennoch gesondert Gäste einladen wollen, ist dies vor erfolgter Einladung mit dem Bischofshaus abzustimmen.“ Damit solle „möglichen politischen Implikationen“ vorgebeugt werden.

Natürlich war es für Hesemann nicht hinnehmbar, dass der Spender, der immerhin einen fünfstelligen Betrag in das Projekt investiert hatte, nicht einmal genannt oder begrüßt wird. So erklärte er sich in Rücksprache mit dem König zwar bereit, die „Krönung“ des Gnadenbildes an einem anderen Tag und in privatem Rahmen durchzuführen und auf jede Mitwirkung am Programm zu verzichten, musste aber darauf bestehen, dass der Spender zumindest genannt, als solcher begrüßt und an der Übergabe beteiligt wird.

Umso heftiger fiel die Antwort der Bistumstheologin aus. Ziel der Beschränkungen sei nicht nur die „Sorge um die Folgen für die katholische Kirche in Ruanda“, sondern „die Vermeidung potenziell übergriffiger Handlungen auf dem Boden einer ehemaligen Kolonialmacht“. Obwohl es Hesemann in seinem Antwortschreiben auf die Einschränkungen nur noch um eine Begrüßung und Nennung des Spenders gegangen war, sprach sie von einem „aufscheinenden anhaltenden und erheblichen Dissenz“ und strich kurzerhand den geplanten Einweihungstermin am 25. April. Waren Marienheiligtümer über Jahrhunderte hinweg dankbar für fromme Stiftungen auch gekrönter Häupter, scheint dies für das Bistum Augsburg nicht mehr zu gelten.

Zwei darauffolgende persönliche Schreiben Hesemanns an Bischof Meier wurden nicht von diesem, sondern ebenfalls von der „Bistumstheologin“ beantwortet, die schließlich ganz die Aufstellung der Kibeho-Statue in Marienfried absagte. Hesemann resigniert: „Ich musste erleben, wie mir das Wort im Mund umgedreht wurde. Der Bischof von Augsburg hatte dem Projekt ausdrücklich zugestimmt, der Papst hat die Statue in Beisein des Königs gesegnet. Wir ließen über alles mit uns reden, bis auf die Nennung und Begrüßung des Spenders. Die Leidtragenden sind die afrikanischen Katholiken in Europa, denen ein Geschenk verweigert wurde, und die Gebetsstätte Marienfried, die zu einem Brückenkopf der Verbundenheit mit Afrika geworden wäre. Nur schade, dass Bischof Meier in der entscheidenden Phase nicht direkt mit uns gesprochen hat – sondern alles einer Frau Dr. Riedl überließ, die sich offenbar der Tragweite dieser Aktion und ihrer Bedeutung für Augsburg nicht bewusst war. Afrika ist die Zukunft der Kirche und die Gottesmutter von Kibeho hat ein Heiligtum auch auf deutschem Boden verdient, nicht trotz, sondern gerade wegen unserer kolonialen Vergangenheit. Wie es übergriffig sein kann, wenn dies in Beisein des ersten Vertreters eines afrikanischen Landes, des Oberhauptes einer tausendjährigen Dynastie, geschieht, ist für mich jedenfalls nicht nachvollziehbar.“

Nach der so unfreundlichen Absage aus Augsburg, so Hesemann, würde jetzt nach einem Aufstellungsort in einem anderen deutschen oder österreichischen Bistum oder Marienheiligtum gesucht werden.

Foto: Leo XIV. segnet die Statue der Gottesmutter von Kibeho im Beisein von Yuhi VI.

 


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