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US-Erzdiözese New York plant 800-Millionen-Vergleich in Missbrauchsfällen

5. Mai 2026 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Rund 1.300 Opfer betroffen - Einigung könnte jahrelangen Rechtsstreit beenden


New York  (kath.net/KAP) Die Erzdiözese New York hat einen Vergleich in Höhe von umgerechnet rund 800 Millionen US-Dollar zur Beilegung von etwa 1.300 Missbrauchsklagen vorgeschlagen. Wie der asiatische Pressedienst UCA News berichtet, soll damit ein seit Jahren andauernder Rechtsstreit um Vorwürfe gegen Kleriker und Mitarbeiter beendet werden. Der jüngst ernannte Erzbischof Ronald A. Hicks bestätigte, dass Kirche und Vertreter der Kläger seit Monaten an einer Einigung arbeiten. Ziel sei es, Entschädigungen "schneller und effizienter als im herkömmlichen Rechtsweg" zu ermöglichen. Er zeigte sich "vorsichtig optimistisch", betonte jedoch, dass noch wesentliche Schritte bis zu einer endgültigen Einigung ausständig seien.


Papst Leo XIV. hatte Hicks Mitte Dezember zum elften katholischen Erzbischof von New York ernannt. Der 58-Jährige folgt auf Kardinal Timothy M. Dolan, der nach einer 17-jährigen Amtszeit aus Altersgründen emeritierte. Die Erzdiözese von New York umfasst drei New Yorker Stadtbezirke und sieben umliegende Bezirke. Mit 2,8 Millionen Katholiken zählt sie zu den bedeutendsten der Weltkirche. Zumeist werden New Yorker Erzbischöfe auch zu Kardinälen ernannt.

Laut Medienberichten, darunter die The New York Times, sieht das Modell im Durchschnitt Entschädigungszahlungen von rund 250.000 Dollar pro Person vor. Voraussetzung für das Inkrafttreten ist aber die Zustimmung aller Kläger. Andernfalls könnte der Erzdiözese ein Insolvenzverfahren drohen.

Neben finanziellen Leistungen umfasst die geplante Einigung auch strukturelle Maßnahmen. So soll die Erzdiözese ihre Liste glaubwürdig beschuldigter Geistlicher weiterführen und aktualisieren sowie zusätzliche Transparenz gegenüber Einrichtungen, wie der Iona Universität, gewährleisten. Zudem ist vorgesehen, laufende Verfahren vorübergehend auszusetzen, um den Betroffenen Zeit zur Prüfung des Angebots zu geben.

Ein Teil der Entschädigungssumme soll aus bereits veräußerten Vermögenswerten sowie aus Versicherungsleistungen stammen. Die Erzdiözese führte zudem juristische Auseinandersetzungen mit dem Versicherer Chubb über die Deckung der Ansprüche.

Der Vergleich wäre einer der größten dieser Art in der katholischen Kirche in den USA. Zuletzt hatte die Erzdiözese Los Angeles 2024 eine Einigung über 880 Millionen Dollar erzielt. Vertreter der Kläger betonten, der aktuelle Vorschlag sei "kein vollständiger Ausdruck von Verantwortung", stelle jedoch einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz und Anerkennung des erlittenen Unrechts dar.

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