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'Gut' gebrüllt, Löwe?

vor 7 Stunden in Prolife, 7 Lesermeinungen
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Schade, Herr Kardinal, dass SIe immer wieder - völlig ungerechtfertigt – gegen andere nachtreten müssen - Gastkommentar zu Aussagen von Kardinal Marx und ein Grußwort an den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) von Dr. Christina Agerer-Kirchhoff


München (kath.net)

Der Sozialverband, dessen 80jähriges, wichtiges und christliches Wirken am 15. Mai begangen wurde, ist seit 1946 in Bayern mit mehr als 2000 Mitarbeitern, die Hälfte davon ehrenamtlich, auf vielen Gebieten engagiert.

Er unterhält auch einige Schwangerenberatungsstellen, die alle ohne Scheinausstellung arbeiten, nachdem Papst Johannes Paul II den Ausstieg aus der Scheinberatung verfügte. Was diese Beratungen an Gutem geleistet haben, wieviele Kinder dadurch vor dem Tod gerettet, wieviele Frauen vor falschen, für ihr Kind ja tödlichen Entscheidungen und möglichen jahrelangen Nachwirkungen bewahrt wurden: das alles ist mit Worten nicht zu beschreiben, auch nicht in Zahlen darzulegen!

Es stimmt, wenn der Kardinal betont: „Der SkF ist ein Segen für Bayern!“

Dennoch bleibt an einigen Stellen der bischöflichen Erklärung – ich habe nur die Pressemeldung des Erzbistums vorliegen (wie ich werden die wenigsten Leute das Grußwort direkt gehört haben, auch alle Journalisten nehmen als Grundlage in der Regel die Pressemeldung) – für mich ein schaler, ja trauriger Nachgeschmack. Warum?

Die Überschrift der Pressemeldung heißt: „Kardinal Marx: Lebensschutz mit und nicht gegen Frauen“. Er führt im Grußwort dann belehrend aus, dass die Kirche wisse, dass „wir das ungeborene Leben nur mit den Frauen und nicht gegen sie schützen können.“

Ich ersetze grundsätzlich die Formel „ungeborenes Leben“ durch „ungeborenes Kind“. Denn es ist ein Kind! Die Frau ist eine Mutter!

Das ungeborene Kind und sein Lebensrecht aber ist sehr wohl gegen die Argumente von in Not oder Zwang geratenen Schwangeren zu verteidigen! Oft ist die Verteidigung des Kindes auch eine Stärkung der Mutter gegen die Zwänge aus ihrer Umgebung! Weiß der Kardinal nicht, dass die allermeisten Partnerschaften nach Abtreibungen scheitern? Dass das zunächst scheinbare Argumentieren „gegen“ die Frauen im Schwangerschaftskonflikt langfristig in der Regel zur Emanzipation der Frau beiträgt, und im übrigen einem Menschen das Leben retten will? Wir haben in der Beratung nicht „ungeborenes Leben“ vor Augen, sondern das ungeborene KIND!


Reinhard Marx formuliert markig: Der Einsatz für den umfassenden Lebensschutz ist „für uns als Kirche essenziell. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.“ Tolles Selbstlob! Hätte es nicht da auch die Gelegenheit gegeben, einmal andere Gruppen auch, davon gibt es zahlreiche, in einem Nebensatz auch ein wenig wertzuschätzen? Ein wenig über den eigenen Tellerrand zu schauen? Gruppen, die alle ausnahmslos ehrenamtlich, überparteilich und ökumenisch arbeiten? Die sich anschreien und anspucken lassen, deren Häuser mit Farbbeuteln beworfen werden, deren Aktionen Polizeischutz benötigen, denen man den Hass hundertfach entgegenbrüllt „Hätt Maria abgetrieben, wärt i h r uns erspart geblieben“?

Aber NEIN ! Der Herr Kardinal lobt großzügig und kann es sich nicht im gleichen Atemzug verkneifen - das muss offensichtlich immer sein - mit mindestens einem Fuß dann sofort brutal nach hinten zu treten: Er behauptet und warnt sofort davor, dass manche offensichtlich die Menschen „in ihrer Notlage aus den Augen verlieren und in ein Parteiendenken“ verfallen. Was ist von dieser Worthülse zu halten? Welche Parteiungen meint er wohl? Eine populistische Dampfplauderei, der alle zustimmen, ist diese Aussage, auch die Prochoicer nicken dazu! Wer verliert denn heute die Frauen in ihrem Konflikt aus den Augen? Ich kenne niemanden! Die Lebensschutzorganisationen – und ich bin jahrzehntelang in ihnen engagiert – arbeiten sich auf und scheuen keinerlei Kosten, um Angebote für die Behebung der Notlagen in jedem einzelnen Fall anzubieten! Alles ehrenamtlich, alles aus Spenden, alles ohne Kirchensteuerzuschüsse. Der SkF hat sicher Bürozeiten, wir Ehrenamtliche bieten Beratung und Hilfe nachts und tags! Wir kennen die Nöte und leiden mit den Frauen! Wir verlieren nichts aus dem Blick! Wir wissen aber auch um die tödliche Bedrohung eines ungeborenen Kindes im jeweils aktuellen Fall. Wir mühen uns ab für Kind u n d Mutter! Aber die Bedrohung durch tötende Gewalt besteht nicht für die Frau – sondern für das Kind. Die Mutter hat eine Stimme und argumentiert, das Kind hat keine Stimme und keinen Anwalt! Hier „Partei“ zu ergreifen für das Kind halten wir für absolut wichtig und genuin christlich! Es steht ein Tötungsakt im Raum!

Natürlich muss der Kardinal – anders geht es offensichtlich nicht – in dieser Frage etwas von oben herab kritisieren. Ohne bischöfliche, kräftige Kritik geht es nicht! Man reibt sich die Augen ob der markigen, ja brutalen Aussage im Grußwort. Nach Selbstlob und Verbandslob kritisiert der Kardinal, dass „auch innerkirchliche Fragen des Lebensschutzes zum Brennpunkt eines Lagerkampfes gemacht“ werden. Er diagnostiziert also „Lager“, die sich bekämpfen! Wir haben demnach innerkirchliche „Lager“, Spaltungen. Die sind ja etwas ganz Böses! Es sollten doch alle immer einer Meinung sein! Meint er vielleicht das eine Lager, das wie ZdK-Leute forderte, dass die Medizinstudenten alle das Töten lernen und üben sollen; dass überall „flächendeckend“, auch „auf dem Land“ Abtreibungseinrichtungen vorgehalten werden sollten; dass die Kassen die Tötungen ohne besondere Antragsstellung bezahlen sollten? Dass die bisherigen Gesetzeslösungen in der Abtreibungsfrage absolut super und „ein guter (!) Kompromiss“ sind? Dann sind wir ehrenamtlichen Organisationen (davon gibt es derzeit mehr als 20) und vor allem die Teilnehmer der „Märsche für das Leben“ also wohl das andere „Lager“? Das frech kämpft! Die anderen! Sagen Sie doch gleich, die Rechtskonservativen, die Unsensiblen, die Ewiggestrigen, ja diejenigen, die „gegen die Frauen“ argumentieren und ihre Nöte nicht im Blick haben!

Merken Sie eigentlich, Herr Kardinal, wie Sie spalten? Wie Sie ausgrenzen? Wie Sie Dinge unterstellen? Aus welchen Quellen sind Sie über den aktiven ehrenamtlichen Lebensschutz informiert? Waren Sie schon mal auf unserem Münchner Marsch im Frühling? Es gibt ihn seit 7 Jahren! Sie hätten sich wohlgefühlt! Ja! Sie würden sich wohlfühlen und wundern! Das ist auch Einsatz für das ungeborene Kind! Nicht nur der SkF macht das, auch der einfache Mann, die Tausenden von jungen Erwachsenen! Wir setzen uns nicht für das „ungeborene Leben“ ein, sondern für das ungeborene K i n d und seine Mutter! Eine unserer Parolen heißt: Liebe sie beide - Mutter und Kind“.

Schade, Herr Kardinal, dass Sie zwar manche loben, aber zugleich immer wieder in haltloser Weise - völlig ungerechtfertigt – gegen andere nachtreten müssen.


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Lesermeinungen

 BedaVenerabilis vor 3 Stunden 

Der bemerkenswerteste Punkt im Beitrag

von Frau Dr. Agerer-Kirchhoff ist für mich gar nicht nur die sprachliche Verschiebung vom „ungeborenen Kind“ zum „ungeborenen Leben“. Noch gravierender ist, wie Kardinal Marx die eigentliche Debatte rahmt. Plötzlich stehen nicht mehr die ungeborenen Kinder im Mittelpunkt, sondern mögliche „Lagerkämpfe“, „Parteiendenken“ und die Frage nach dem richtigen Tonfall der Lebensschützer.

Damit verschiebt sich der Fokus: Weg von der moralischen Tragweite der Abtreibung, hin zur Kritik an denen, die noch klar darüber sprechen. Genau darin zeigt sich ein tieferes Problem weiter Teile der heutigen Amtskirche: die Angst vor gesellschaftlicher Eindeutigkeit. Man möchte verständnisvoll, dialogfähig und anschlussfähig erscheinen – und verliert dabei zunehmend die Klarheit der eigenen Sprache.

Der Beitrag war deshalb wohltuend präzise. Nicht laut, sondern klar.


1
 
 HerrHilfDeinerKirche vor 3 Stunden 
 

@ modernchrist ; dann


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 modernchrist vor 4 Stunden 
 

@HerrHilfDeinerKirche

ca. 70% der Beziehungen bestehen ein Jahr nach der Kindstötung nicht mehr. Und das ist auch gut, denn mit einem Mann, der Abtreibungen für sinnvoll hält, lässt sich kein Leben aufbauen! Ihre Aussage, dass "unsere europäischen Frauen" alle selber reflektieren und sich nicht unter Druck setzen lassen, entbehrt jeder Grundlage. Der Druck bei einer "negativen" Prognose der Pränataldiagnostiken, bei einer ablehnenden Haltung von Eltern, Schwiegereltern und Partner wird als immens angegeben! Und es geht auch nicht um Lust und Laune: Andere Morde und Verbrechen machen die Leute in der Regel auch nicht nach "Lust und Laune", sondern auch mit Gründen!


1
 
 YouBayer vor 4 Stunden 
 

#HerrHilfDeinerKirche, der "Daumen hoch" für Sie war leider ein Irrtum. Ihre rosarote Brille hatte mich irritiert...


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 LionardoLoredan vor 4 Stunden 
 

Notwendige Präzisierung,

was denn da heranwächst: "das ungeborene K i n d und seine Mutter!" Tiefgründige, gewichtige Differenzierung.Ja, Sprache bringt "etwas" zur Sprache.


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 HerrHilfDeinerKirche vor 4 Stunden 
 

Beziehungen scheitern nach Abtreibung

Dann war die Beziehung vorher schon nicht mehr in Ordnung! Wenn beide Partner die Entscheidung treffen, dann zerbricht keine Beziehung an einer Abtreibung! Man stützt sich gegenseitig und versucht klar zu kommen. Niemand kann in die Köpfe der Frauen schauen und zumindest unsere europäischen Frauen sind in der Lage zu reflektieren und sich nicht unter Druck setzen zu lassen! Jedes Einzelschicksal hat Gründe. Selbstverständlich ist Abtreibung nie eine Lösung aber niemand trifft diese Entscheidung nach Lust und Laune


1
 
 Elemosinarius vor 5 Stunden 
 

Brüllen kann er halt gut...


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