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„Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“

21. Mai 2026 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
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„Es lohnt der Hinweis, dass Bischöfe vom Papst ihres Amtes enthoben werden können – und dass dies bislang nur deshalb nicht geschehen ist, weil die Furcht vor einem verheerenden finanziellen Schaden zu groß war.“ Kommentar in „Silere non possum“


Rom (kath.net/Silere non possum/pl) kath.net dokumentiert den Beitrag des priesterlichen Verfassers „F.K.“ auf „Silere non possum in voller Länge in eigener Übersetzung und dankt „Silere non possum“ für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung:

Am vergangenen Freitag, dem 15. Mai – am Rande des Katholikentags in Würzburg –, gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und designierte Bischof von Münster, Bischof Heiner Wilmer S.C.I., dem Sender Phoenix ein Interview. Darin äußerte er unter anderem, dass er persönlich nicht damit rechne, dass die „Synodalkonferenz“ bereits im November zusammentreten könne – dies begründete er mit den aktuellen Entwicklungen in Rom: Die Angelegenheit, so erklärte er, wandere innerhalb der Kurie weiterhin von einem Dikasterium zum nächsten.

Gemeint ist hier die „Synodalkonferenz“ – jenes neue, ständige Gremium auf Bundesebene, das sich aus Bischöfen und Laien zusammensetzt und als Fortsetzung sowie Stabilisierung des deutschen „Synodalen Wegs“ konzipiert wurde. Wilmers Äußerungen deuten auf eine konkrete Verschiebung hin: Eine erste Sitzung war bereits für den 6. und 7. November in Stuttgart angesetzt, gefolgt von einem zweiten Treffen am 16. und 17. April 2027 in Würzburg. Nach den nun getätigten Aussagen des DBK-Vorsitzenden bricht dieser Zeitplan jedoch in sich zusammen.


Es sei zudem daran erinnert, dass seine Ernennung zum Bischof von Münster – eine Entscheidung, die Papst Leo XIV. persönlich traf – unmittelbar auf seine Wahl zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz folgte und wie eine Warnung anmutet: „Wir setzen dich in Münster ein – aber hilf uns dabei, Deutschland wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.“ Selbst in diesem Kontext zeigte sich Wilmer zuversichtlich, dass der Prozess „voranschreiten“ werde, bat jedoch zugleich um „ein wenig Geduld“. Er erläuterte, dass er als DBK-Vorsitzender die aus Deutschland kommenden Anliegen in Rom vorgetragen habe und diese nun innerhalb der Kurie von einem Zuständigkeitsbereich in den nächsten weitergereicht würden. Er fügte hinzu, er vertraue darauf, dass die deutschen Bischöfe auch künftig geeint blieben und gemeinsam Verantwortung trügen – ungeachtet der regionalen Vielfalt und der unterschiedlichen kulturellen Sensibilitäten. 

Doch gerade dieses Beharren auf den verschiedenen Dikasterien wirkt wie ein Versuch, die Verantwortung abzuschieben: Es ist, als wolle Wilmer den deutschen Katholiken signalisieren, dass das Problem nicht bei ihm liege, sondern in Rom – das die Angelegenheit von einer Stelle zur nächsten weiterreiche, um den Prozess zu verzögern. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass diese Bischöfe von jenem Geld leben, das ihnen von den deutschen Katholiken gezahlt wird; und genau dieser Punkt verdient es, hinterfragt zu werden.

Was das Verfahren betrifft, so wurde die Satzung der Synodalen Konferenz Ende März offiziell beim Heiligen Stuhl eingereicht. Wilmer legte sie dem Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe, Erzbischof Filippo Iannone O. Carm., vor und erklärte dabei, er handele „in Kontinuität“ zu seinem Vorgänger Georg Bätzing. Seither befindet sich der Text in der Prüfung durch die Kurie.

Einige Medien zeichneten das Bild einer deutschen Kirche, die ohne Rom nicht vorankomme und gerade deshalb als fragil gelte; andere hingegen lobten sie als „gehorsam“. Es lohnt jedoch der Hinweis, dass Bischöfe vom Papst ihres Amtes enthoben werden können – und dass dies bislang nur deshalb nicht geschehen ist, weil die Furcht vor einem verheerenden finanziellen Schaden zu groß war. Denn in Deutschland bezahlen die Katholiken ihre Kirchensteuer bekanntlich direkt. 

Papst Franziskus spielte mit der Ambiguität: teils wegen des Geldes, teils aber auch, weil ihm das Geschehen im Grunde gar nicht missfiel. Das Einzige, was ihn wirklich beunruhigte, war der Autoritätsverlust – der Verlust seiner eigenen Autorität als Pontifex. Leo XIV. hingegen verlangt Klarheit: Ist er gegenüber den Traditionalisten unnachgiebig, so zeigt er sich gegenüber den Modernisten ebenso entschieden. Entweder man bleibt Rom vereint und treu – oder man kommt nirgendwohin.

fr. F.K.
Silere non possum

Archivfoto: Deutsche Bischofskonferenz Februar 2026 (c) DBK/Marko Orlovic


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Lesermeinungen

 Versusdeum 22. Mai 2026 
 

@HerrHilfDeinerKirche

Sie schreiben: "Ich kann diesen Papst nicht einschätzen; einmal der Schuss vor den Bug der Synodalen und dann wiederum kein Eingreifen bei den Weihen". Es ist doch genau umgekehrt: Pius droht man wegen einer (gravierenden) Formalie mit dem Schisma, die deutschen Bischöfe, die buchstäblich die Kirche auf den Kopf stellen, werden (bisher) nur kritisiert.


2
 
 Versusdeum 22. Mai 2026 
 

Einspruch, Euer Ehren!

"Entweder man bleibt Rom vereint und treu – oder man kommt nirgendwohin.". Der buchstäblich Himmelweite Unterschied ist aber, dass sich Pius "allzu sehr" an die jahrhunde- bis jahrtausendelang gelehrte, gelebte und in Gebet, Fasten und Opfer geheiligte Theorie und Praxis des Glaubens hält, während die meisten deutschen Bischöfe der Errichtung einer protestantischen Wohlfühl- und Sündenbekräftigungssekte zugestimmt haben, deren Beschlüsse mindestens teilweise klar schismatisch sind (laiendominiertes Gegenlehramt, Weihesimulationen mit zwangsläufig u.a. folgenden Simulationen der Hl. Messe und der Wandlung. usw.)


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 ThomasR 22. Mai 2026 
 

Kirche ist so wie die Bischöfe sind

Es ist die Aufgabe der Bischöfe Kirche Richtung Erneuerung und Modernisierung und nicht Richtung Untergang zu lenken.

Hauptquelle des Unterganges des Glaubens und der Kirche (insbesondere über Paradigmenwechsel in der Priesterausbildung und Erstkommunion ohne Beichte) in Deutschland ist für mich nach wie vor die Würzburger Synode (DBK + ZDK auf Einladung der DBK, ZDK wird nachweislich seit der Würzburger Synode über Spende der DBK finanziert) die im Wesentlichen im Widerspruch zum vaticanum2 stand.

Über Würzburger Synode wurden vorwiegend die antropozentrischen Ideen von Kardinal Döpfner (RIP) und keine christozentrische Erneuerungsprämissen von Vaticamum2 umgesetzt und folgend implementiert. Früchte sind Untergand der Kirche und des Glaubens. Die Gläubigen verlieren ZUgang zu den Sakramenten u.A. über Priestermangel und suchen Heimat u.A. in den Freikirchen und bei der Piusbruderschaft.


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 chriseeb74 22. Mai 2026 
 

Ich kann nicht einschätzen...

welche Kenntnisse fr. F.K. hat, aber 2 inhaltliche Fehler stecken definitiv in seinem Text.
1. Der Papst hat Bischof Wilmer NICHT zum Bischof von Münster "befördert", sondern das hiesige Domkapitel hat Bischof Wilmer aus einem Dreiervorschlag aus Rom gewählt. (gem. preußisches Konkordat)
2. Die deutschen Bischöfe leben nicht von der Kirchensteuer, sondern werden vom Staat bezahlt aufgrund des Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Durch die Enteignung der Kirche verpflichtet sich der Staat bis auf den heutigen Tag Entschädigungszahlungen zu leisten, durch die u.a. die Bischöfe und Domkapitel ihre Bezüge bekommen.
Dies ist allerdings in den Bundesländern aufgrund unterschiedlicher Konkordate verschiedentlich geregelt.
Von daher passt ein Teil der Argumentation nicht ganz!


2
 
 ThomasR 21. Mai 2026 
 

nur Papst Leo& Rom können Kirche& Glauben in Deutschland über Bischofsernennungen

Problem ist dabei
daß Deutschland auch eher wenig geeignete Kandidaten zur Bischofswahl in Rom vorstellen

wie einst Matthias Defregger (ein Kriegsverbrecher RIP bekannt durch Kriegsverbrechen in Filetto, Italien) durch München und es war leider kein Einzelfall


0
 
 Wilolf 21. Mai 2026 
 

Geld?

Wenn ich in Bezug auf die Kirche „Argumente“ zum Reichtum (oder zur Kirchensteuer oder sonstigem Geld) höre, frage ich mich immer, inwieweit katholische Kirchensteuerzahler wirklich unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus dienen und nicht dem Mammon.


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 HerrHilfDeinerKirche 21. Mai 2026 
 

Das Bistum Münster freut sich auf Bischof Heiner

Ein Teil unserer verzweigten Familie lebt im Bistum Münster. Dort freut man sich sehr auf einen Bischof der hoffentlich unbequem gegenüber Rom ist und kein « freundlcher Grüßaugust « 


0
 
 SalvatoreMio 21. Mai 2026 
 

Der "Noch-Reichtum" der kath. Kirche in Deutschland und die Weltkirche

Schon vor wenigen Wochen erwähnte eine italienische Zeitung das Problem zwischen der "deutschen Kirche" und dem "Vatikan", nämlich die Schwierigkeit, die "Deutsche Kirche" mit Strenge zu verprellen aus Sorge, die reichhaltigen Kirchensteuergelder aus Deutschland könnten "versiegen", was für die Weltkirche insgesamt fatal wäre. - Heute gibt es wieder einen Artikel dazu - siehe Link.

www.iltimone.org/news/961/45145/il-problema-della-chiesa-in-germania-la-sua-ricca-tassa.html


1
 
 Versusdeum 21. Mai 2026 
 

Hat Wilmer wirklich gesagt,

"ungeachtet der regionalen Vielfalt und der unterschiedlichen kulturellen Sensibilitäten"? Das wäre jedenfalls an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten, geht es doch in Deutschland nicht um Meinungen oder folkloristische Stilfragen, sondern schon längst um zentrale Fragen des Glaubens, der Moral und der durch den Sohn Gottes selbst gestifteten Hierarchie und deren Vollmachten. Praktisch alles wurde von fast allen deutschen Bischöfen im SyndWeg zum Abschuss freigegeben. Jede Firma und jeder Verein hätte hier schon längst personelle Konsequenzen gezogen.


2
 
 HerrHilfDeinerKirche 21. Mai 2026 
 

@ThomasMoore ; man misst in Rom mit zweierlei Maß

Ich las heute Morgen im Wartebereich des Bürgeramtes einen Kommentar zu Papst Leo und sein Verhältnis zur Alten Messe. Der (subjektive) Kommentar sprach davon, dass die letzte Ansprache des Papstes zum 2. Konzil doch erkennbar seine « Bevorzugung «  der aktuellen Liturgie verdeutlichen würde und er sich deshalb auch nicht « bewegt «  im Bezug auf die geplanten Bischofsweihen. Ich kann diesen Papst nicht einschätzen; einmal der Schuss vor den Bug der Synodalen und dann wiederum kein Eingreifen bei den Weihen ….


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 ThomasMoore 21. Mai 2026 

entschieden gegenüber Modernisten?

Das bleibt zu hoffen. Bisher war dies jedoch nicht so: Während man der FSSPX klare Kante zeigt, ruft Rom die synodalbewegten Bischöfe nicht zur Ordnung. Statt die Satzung der Synodalkonferenz abzulehnen, weil unvereinbar mit der Verfassung der Kirche, beschränkt man sich darauf, die Angelegenheit auf die lange Bank zu schieben - so wird das Problem aber nicht kleiner.
Es sei daran erinnert, dass es in der Kirchengeschichte bereits Bistumsauflösungen und Abberufungen von Bischöfen durch den Vatikan gab - etwa die Auflösung des Bistums Konstanz im Jahr 1821.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Konstanz


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 HerrHilfDeinerKirche 21. Mai 2026 
 

Bischof Wilmer

Wenn er jetzt mit neuem Amt als Bischof von Münster « einknickt «  und die ganze « Deutsch-Synodale Mission «  relativiert, dann könnten die (noch leisen) Stimmen mit ihrer Vermutung richtig liegen, dass der Papst die Ernennung als eine Art « Bestechung « getätigt hat, damit Bischof Wllmer nicht mehr so radikal die synodalen Ideen voran treibt. Wenn das sich bewahrheiten würde, könnten sowohl Bischofsamt als auch Vorsitz starke Gegenwehr auslösen und es würde keine leichte Zeit für ihn in den Positionen!


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