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Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!

vor 41 Minuten in Weltkirche, 13 Lesermeinungen
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Roma locuta: Die vier neugeweihten Bischöfe der Piusbruderschaft sowie ihre zwei Konsekratoren sind exkommuniziert, ebenso FSSPX-Geistliche sowie Laien, die sich formell angeschlossen haben - Dekret plus Erläuterung des Vatikans in voller Länge!


Vatikan (kath.net/pl) kath.net dokumentiert das Dekret plus die diesbezügliche Erläuternde Note des Dikasteriums für die Glaubenslehre nach den unerlaubten Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. am 1. Juli in Écône/Schweiz jeweils in voller Länge in kath.net-Übersetzung:

Dekret:

Trotz der an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. gerichteten Warnungen hat Bischof Alfonso de Galarreta – durch die Bischofsweihe von vier Priestern ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Papstes – eine schismatische Handlung begangen und sich damit ipso facto den in Kanon 1387 und Kanon 1364 § 1 des CIC 2021 vorgesehenen Strafen ausgesetzt.

Ich erkläre hiermit für alle rechtlichen Zwecke, dass sowohl der vorgenannte Bischof Alfonso de Galarreta als auch Pascal Schreiber, Michael Goldade, Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier ipso facto die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation latae sententiae auf sich gezogen haben.

Ich erkläre ferner, dass Bischof Bernard Fellay – der als Mitkonsekrator direkt an der liturgischen Feier teilgenommen und sich damit öffentlich dem schismatischen Akt angeschlossen hat – die in Kanon 1364 § 1 des CIC 2021 vorgesehene Exkommunikation latae sententiae auf sich gezogen hat.


Kleriker und Laien werden gewarnt, sich dem Schisma der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht anzuschließen, da sie sich dadurch ipso facto der Strafe der Exkommunikation latae sententiae zuziehen würden.

Aus dem Palast des Dikasteriums, 2. Juli 2026

Víctor M. Kardinal Fernández
Präfekt

John J. Kennedy
Titularerzbischof von Ossero
Sekretär der Disziplinarsektion

Msgr. Armando Matteo
Sekretär der Glaubenssektion

Erläuternde Note des Dikasteriums für die Glaubenslehre

Von der Zeit des heiligen Paul VI. bis zu den jüngsten Beratungen in diesem Dikasterium haben sich zahlreiche Versuche, die Anhänger der von Msgr. Marcel Lefebvre gegründeten Bewegung zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückzuführen, als erfolglos erwiesen. Diese Situation wurde durch jüngste Bischofsweihen, die ohne päpstlichen Auftrag, gegen den Willen des Heiligen Vaters und unter offener Verletzung des Kirchenrechts vollzogen wurden, weiter verschärft. Daher hält es dieses Dikasterium in treuer Ausübung der ihm anvertrauten Aufgaben für notwendig, darauf hinzuweisen, dass dieser Akt den Tatbestand des Schismas erfüllt und kanonische Folgen für die beteiligten Geistlichen und Laiengläubigen nach sich zieht. Denn wie bereits 1988 erklärt wurde, „stellt ein solcher Ungehorsam – der eine faktische Ablehnung des römischen Primats impliziert – einen schismatischen Akt dar“ (vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ecclesia Dei, 3).

Diesbezüglich gilt fortan:

Geistliche, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. angehören, befinden sich im Zustand des Schismas und sind daher als Schismatiker zu betrachten (vgl. Ecclesia Dei, 5 c; Päpstlicher Rat für die Gesetzestexte, Erläuternde Note zur Exkommunikation wegen Schismas, die Anhänger der Bewegung von Bischof Marcel Lefebvre getroffen hat, 24. August 1996, 5–6); sie ziehen sich damit die gesetzlich vorgesehene Exkommunikation zu (Canon 1364 § 1 CIC). 

Was die Laiengläubigen betrifft, so sind jene, die sich formell der Priesterbruderschaft St. Pius X. anschließen – unter den Bedingungen, die in der Erläuternden Note des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte von 1996 festgelegt wurden (vgl. ebd., 7) und die weiterhin in Kraft bleiben und von diesem Dikasterium übernommen werden –, als Schismatiker und Exkommunizierte zu betrachten. 3. Schließlich wird das heilige Volk Gottes gewarnt, dass die Geistlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Sakramente unerlaubt spenden und dass das von ihnen gespendete Bußsakrament sowie die von ihnen assistierten Eheschließungen ungültig sind. Die Kirche wird als fürsorgliche Mutter all jene mit aufrichtiger Zuneigung und tiefer Sorge willkommen heißen, die in die volle Gemeinschaft zurückkehren wollen. Die Apostolischen Nuntien werden Vorkehrungen für Verfahren treffen, die die Ordinarien in verschiedenen Fällen anwenden können.

Schließlich werden alle Gläubigen dazu aufgerufen, in der Gemeinschaft mit dem Römischen Papst, mit den in Gemeinschaft mit ihm stehenden Bischöfen und mit der ganzen Kirche standhaft zu bleiben (vgl. Lumen Gentium, 22; Can. 751 CIC) und von der Teilnahme an Feiern und Aktivitäten abzusehen, die von der genannten Priesterbruderschaft St. Pius X. gefördert werden.

Aus den Büros des Dikasteriums, 2. Juli 2026

Víctor M. Kard. Fernández
Präfekt

Msgr. Armando Matteo
Sekretär für die Sektion für die Glaubenslehre

John J. Kennedy
Titularerzbischof von Ossero
Sekretär für die Disziplinarsektion

 


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Lesermeinungen

 borromeo vor 24 Minuten 

Und ich bleibe dabei: Diese harte Vorgehensweise ist auch unter kirchenrechtlichen

Gesichtspunkten völlig unnötig und meiner Ansicht nach maßlos überzogen.

Sie zeigt aber deutlich, daß Papst Leo offensichtlich nicht von der harten Linie seines Vorgängers abweichen möchte, der die traditionsfreundlichen Katholiken immer wieder in die Schmuddelecke gestellt hat, nicht nur, aber vor allem auch durch dessen MP "Traditionis Custodes".

Und wenn ich hier Kommentare lese, die von "Piusleuten" als "bornierten Sektierern" sprechen und die ihre Freude über dieses überaus harte Vorgehen ausdrücken, frage ich mich schon, ob die Tragweite überhaupt verstanden wird. Ich selbst bin Anhänger der katholischen Tradition geworden, bin aber kein Anhänger der FSSPX. Dennoch kenne ich etliche auch dieser Katholiken und Priester und kann bezeugen, daß diese nichts anderes wollen, als katholisch zu sein wie viele Menschen, darunter viele Heilige, in vielen Jahrhunderten zuvor. Die allermeisten von ihnen sind weder "borniert" noch willentlich schismatisch!


1
 
 serafina vor 35 Minuten 
 

Lukas 12,32: "Fürchte dich nicht, du kleine getreue Herde..."


1
 
 Stephaninus vor 36 Minuten 
 

Klartext - gut so

Schismatiker sind Schismatiker, auch wenn sie in katholischem Kleid daherkommen. Die Piusbruderschaft ist dem Protestantismus seelenverwandt.


2
 
 Patroklos vor 36 Minuten 
 

Kirchenrechtliche Laienspieltruppe

Bereits 1988 hat die Piusbruderschaft Bischöfe geweiht. Damals wurden die Beteiligten gemäß CIC exkommuniziert, von Schisma war nicht die Rede.
2026 werden erneut Bischöfe geweiht, nun wird in der "Erläuternden Note" plötzlich von Schisma gesprochen. Auf welcher Rechtsgrundlage? Aufgrund welcher Logik? Welchen juristischen Stellenwert hat die Note überhaupt?
Zudem: Gilt das dann auch für in China ohne Erlaubnis geweihte Bischöfe? Ist die chinesische Kirche nun auch schismatisch? Wenn ja: Warum wird dies nicht erklärt? Wenn nein: Warum nicht?
Außerdem: Was hat der kirchenrechtliche Status mit der Gültigkeit der Sakramentenspendung zu tun? Aus theologischer Sicht doch gar nichts.
Aus Rom wird hierzu jedoch, wie auf die diversen Anfragen der Piusbruderschaft zumindest seit 2017, wiederum keinne Antwort erfolgen.
Vor allem Unter Kardinal Ratzinger war das "Dikasterium" erheblich besser geführt.....


1
 
 lesa vor 37 Minuten 

Erinnerung

"Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun.  Und dies werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Dies aber habe ich zu euch geredet, damit ihr, wenn ihre Stunde gekommen ist, euch daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe. (Joh 16, 2ff)


2
 
 rosenstaedter vor 37 Minuten 
 

Ist das einen Priester der Pius-Bruderschaft gespendete Sakrament der Ehe noch gültig?


0
 
 borromeo vor 38 Minuten 

Ergänzung bezüglich der "Erläuternden Note": Die Erklärung der gesamten FSSPX

als Schismatiker und die damit einhergehende Feststellung der unerlaubten Spendung aller Sakramente durch sie ist – mit Verlaub – das "Unintelligenteste", was sich "Rom" hier leistet.

Damit werden zehntausende, wenn nicht gar eine sechsstellige Zahl von Katholiken (Priester und vor allem auch Laien) ihrer geistlichen Heimat beraubt, der sie bisher zurecht vertrauten. Solch eine überaus harte Reaktion wäre nach dem Kirchenrecht völlig unnötig.

Theologen berufen sich gerne auf das II. Vatikanische Konzil. Warum auch nicht. Das 2. Vatikanum verstand sich als Pastoralkonzil. Deswegen wurde in der Folge das Kirchenrecht – vor allem das Eherecht und das Strafrecht – außerordentlich und wie ich meine, fälschlicherweise weichgespült.

Hier aber werden das 2. Vatikanum und das kirchliche Strafrecht als schwere Keule benutzt, um unliebsame Katholiken, die nichts anderes wollen als katholisch zu sein wie Generationen vor ihnen auch, zu bestrafen statt ihnen pastoral beizustehen.


3
 
 carl eugen vor 42 Minuten 

Sehr gut!

Ich bin froh, das der Heilige Stuhl sehr schnell die Exkommunikation dieser Schismatiker bestätigt hat.
Ich persönlich kann es nicht verstehen, dass es immernoch Menschen gibt, die diese Schismatiker verteidigen. Der willentliche Bruch mit der Kirche ist ein Verbrechen vor Gott.

Es ist gut und richtig, das die Gnadenerweise der Päpste, was Buß- und Ehesakrament anbelangt, aufgehoben wurden. Es kann nicht sein, das ein Katholik bei Schismatikern gültig das Bußsakrament empfangen kann.
Alle Bischöfe, Priester und Laienmitglieder der Bruderschaft sind, ohne Reue und Bekehrung, der ewigen Verdammnis anheim gefallen. Traurig, aber sie wussten, was sie taten.


2
 
 Schillerlocke vor 43 Minuten 
 

Papst Leo

wird die katholische Kirche weiterhin vor bornierten Sektierern schützen. Das rechne ich ihm hoch an. Die Piusleute haben sich aus freien Stücken aus der katholischen Kirche verabschiedet. Wieder einmal. Verstocktheit hat nichts mit Gewissensnot zu tun, sie ist bloße Rechthaberei. Und der Hochmut dieser Leute ist eine schlimme Sünde. Selbst gegenüber dem Heiligen Papst Johannes Paul II. verhielten sie sich frech und anmaßend.


3
 
 BedaVenerabilis vor 50 Minuten 

Diese Exkommunikation...

...trifft viele gläubige Katholiken ins Herz. Der Glaube unserer Großeltern kann doch nicht plötzlich schismatisch sein. Was die Piusbruderschaft heute lehrt, entsprach über Generationen hinweg dem selbstverständlichen katholischen Glauben. Gleichzeitig werden in Deutschland seit Jahren Positionen vertreten oder geduldet, die viele Gläubige als deutliche Abweichung von der kirchlichen Lehre empfinden, etwa Forderungen nach der Priesterweihe von Frauen, der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften oder einer Neubewertung der Sexualmoral. Konsequenzen bleiben dort aus, während hier die schärfste kirchenrechtliche Strafe verhängt wird. Das wirkt auf viele wie ein Messen mit zweierlei Maß. Besonders schmerzlich ist, dass Papst Leo XIV. vor diesem Schritt offenbar keinen ernsthaften neuen Dialog mit der Bruderschaft gesucht hat. Einheit entsteht nicht durch Exkommunikation, sondern durch Gespräch und Wahrheit.


5
 
 borromeo vor 58 Minuten 

Das war zu erwarten. Wie meistens bei Konflikten trägt nicht nur eine Seite

zu einer solchen Entwicklung bei. Ja, rein kirchenrechtlich war das eine Weihe ohne päpstliche Zustimmung mit den im Gesetz bestimmten Folgen. Die FSSPX macht allerdings eine Notstands-Ausnahmeregelung im CIC geltend. Ob die hier zieht oder nicht sei einmal dahingestellt.

Aber auch der Papst hat sich einem direkten Gespräch mit dem Generaloberen der FSSPX verweigert. Warum? Er empfängt alle möglichen Leute, selbst eine angebliche "Bischöfin" in vollem Ornat. Warum nicht auch ein persönliches Gespräch mit Davide Pagliarani? Daß "Tucho" zu keinem Entgegenkommen bereit sein würde, war völlig klar.

Aber Kard. Fernández macht in seinem Dekret einen objektiven Fehler:

Er spricht von "dem Schisma der Priesterbruderschaft St. Pius X.". Das ist so nicht richtig. Er hat lediglich die Exkommunikation von sechs Weihbischöfen festgestellt. Durch bloßes "Anschließen" an die FSSPX gerät zunächst niemand ins Schisma.

Die FSSPX ist Chef(Papst)-Sache. Leo XIV. möge sie bitte an sich ziehen.


2
 
 Bene16 vor 1 Stunden 
 

Ich bin traurig.


3
 
 Jothekieker vor 1 Stunden 
 

Hart, aber vorhersehbar

Die schnelle Antwort aus Rom überrascht nicht. Der Heilige Stuhl hatte schließlich hinreichend Zeit, sich auf dieses Situation vorzubereiten.
Etwas hart finde ich die Sanktionen gegen die Gläubigen, die von einem Piusbruder das Bußsakrament empfangen möchten oder eine Eheschließung anstreben.


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