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Kurienbischof wirbt für Idee eines amazonisch-katholischen Ritus

21. Oktober 2019 in Weltkirche, 56 Lesermeinungen
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Von Erzbischof Fisichella geschilderte Vorschlag stammt aus einer der beiden italienischsprachigen Arbeitsgruppen der aktuellen Amazonien-Synode im Vatikan


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Für eine bessere Inkulturation des Christentums in Amazonien wäre nach Ansicht von Kurienerzbischof Rino Fisichella (Archivfoto) eine Art amazonisch-katholischer Ritus ein denkbarer Weg. Eine solcher neuer Ritus, ähnlich dem der orientalisch-katholischen Kirchen, sei "ein konkreter Vorschlag", eine "Kirche mit amazonischem Antlitz sichtbar und spürbar zu machen", sagte Fisichella vor Journalisten in Rom. Der Leiter der Vatikanbehörde für Neuevangelisierung äußerte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse der zwölf sprachlich sortierten Arbeitsgruppen der Amazonien-Synode.

Ein solcher Ritus beträfe nicht nur die Form der Eucharistiefeier und andere Gottesdienstformen. Er könnte - wie bei den mit Rom unierten Ostkirchen - ein eigenes Kirchenrecht, eigene Dienste und deren Zugangsvoraussetzungen beinhalten, etwa verheiratete Priester. Als historische Beispiele nannte Fisichella die im 17. und 18. Jahrhundert entstandenen katholischen Ostkirchen des byzantinischen oder koptischen Ritus.


"Kirche mit einem amazonischen Antlitz" lautet ein zentrales Thema der Synode. Eine solche Kirche solle, so Fisichella, dem Glaubensleben in Amazonien "eine angemessene Ausdrucksform" geben. Für ihn stelle sich bei dieser Synode besonders deutlich die Frage, "wie Katholizität und Universalität der Kirche heute zu leben sind". Jede Kultur könne etwas beisteuern zur Größe des christlichen Glaubens. Diesen Reichtum gelte es ergänzend und komplementär auszuschöpfen, so der Erzbischof.

Eine Sonderregelung, die allein die Eucharistiefeier betrifft, schuf etwa 2007 Papst Benedikt XVI. (2005-2013) mit der Erlaubnis des außerordentlichen römischen Ritus von 1962. Mit einem eigenen Erlass regelte er 2009 Liturgie, Struktur, Leitung und Kompetenzen für anglikanische Gläubige, die als ganze Gemeinden in die römisch-katholische Kirche übertreten. Im Umfeld der Amazonien-Synode war über die Konstitution "Anglicanorum coetibus" bereits als eine mögliche Vorlage für Amazonien diskutiert worden.

Der von Erzbischof Fisichella geschilderte Vorschlag stammt aus einer der beiden italienischsprachigen Arbeitsgruppen. Aus anderen Gruppen der Synode gab es ähnliche Überlegungen. Am Donnerstagabend hatten die zwölf Arbeitsgruppen der Synode die Ergebnisse ihrer zweitägigen Arbeit im Plenum vorgestellt. Am Freitag wurden diese Vorschläge veröffentlicht.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



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