Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  8. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  9. So fühlt sich Nachhausekommen an
  10. Menschenrecht auf Abtreibung?
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten

Inquisition: Papst bekräftigt Vergebungsbitte

16. Juni 2004 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Vatikan veröffentlichte die Ergebnisse eines internationalen Symposions als Buch. Kardinal Cottier: Beten für die Vergebung der Sünden, "die nicht ich begangen habe".


Vatikan (www.kath.net / VIS / RV) Der Vatikan hat am Dienstag eine Studie über die Inquisition veröffentlicht. Die Kardinäle Roger Etchegaray, Jean-Louis Tauran und George Cottier stellten den Band mit dem Titel „Die Inquisition“ bei einer Pressekonferenz vor. Die Studie dokumentiert die Ergebnisse eines Internationalen Symposions im Vatikan vom Oktober 1998, das die Historisch-Theologische Kommission des Jubeljahrkomitees organisierte. KATH.NET hat berichtet.

Der Herausgeber des Bandes, Professor Agostino Borromeo, bezog sich in seiner Rede auf das Symposion, an dem 1998 mehr als 30 internationale Wissenschaftler teilnahmen: „Sie erörterten Begebenheiten, die im 13. Jahrhundert zur Inquisition führten, ihre Aktivitäten an den Orten, wo die Häresie blühte und ihre Vorgehensweise. In Bezug auf die moderne Geschichte dieser Institution wurden die einzelnen Berichte in zwei Kategorien geteilt, in eine geografische und eine thematische.“

Bei den kirchlichen Gerichten habe es sehr viel weniger Fälle von Folter und Todesurteilen gegeben als früher angenommen, sagte Borromeo laut Bericht von Radio Vatikan: „Die Literatur gegen die Inquisition entsteht im 16. Jahrhundert im protestantischen Umkreis. Ein Text zitiert den anderen, und so geht das weiter bis ins 19. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert finden einige katholische Autoren, dass sie diese Gemeinplätze zurechtrücken müssen - und ab da entsteht eine Literatur, die einerseits polemisch, andererseits verherrlichend ist.“

Er nannte als Beispiel den Autor Juan Antonio Llorente, der selber Funktionär der spanischen Inquisition war. Er habe „eine Zahl verbreitet, die bis vor kurzem in der Literatur kolportiert wurde, demnach soll die spanische Inquisition rund 100.000 Menschen zum Tod verurteilt haben. Heute wissen wir - wenig mehr als 100.000 sind alle Prozesse.“

Papst Johannes Paul II. bekräftigte anlässlich der Veröffentlichung des Bandes die Vergebungsbitte der katholischen Kirche für die Verfehlungen bei der Inquisition. Die Kirche dürfe nie mit Gewalt und Zwang verkündigen, sondern allein aus der Kraft der Wahrheit heraus, schreibt Johannes Paul II. in einer Botschaft.

Das Symposion habe auf einen Wunsch geantwortet, den er im Apostolischen Schreiben „Tertio Millennio Adveniente“ von 1994 ausgedrückt habe: „Jetzt, wo das zweite Jahrtausend des Christentum sich dem Ende neigt, ist es angebracht, dass sich die Kirche der Sünden ihrer Söhne und Töchter noch bewusster wird.“ Man müsse die Umstände durch die Geschichte bedenken, in denen sie „vom Geist Christi und seines Evangeliums abwichen. Sie boten Wege des Denkens und Handels an, die wahre Formen von Gegenzeugnissen und Skandalen waren, und nicht Zeugnisse eines Lebens inspiriert von den Werten des Glaubens.“

Gegenüber Radio Vatikan meinte der Schweizer Kardinal Georges Cottier: „Wenn wir um Verzeihung bitten, dann verdammen wir nicht. Die Idee des Verzeihens geht an die Grundlage unseres Glaubens: Es gibt eine Solidarität zwischen allen Mitgliedern der Kirche. Wenn also ein Bruder oder eine Schwester sündigt, dann betrifft das auch mich. Ich muss also beten für das Verzeihen der Sünden, die nicht ich begangen habe.“



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Inquisition

  1. ‚Inquisition’ – die Wahrung des göttlichen Ordnungsgefüges
  2. BBC Dokumentation entlarvt 'Schwarze Legende'
  3. Die Wiederkehr der Inquisition
  4. Vatikan: Dokumente zur Inquisition werden katalogisiert
  5. Vatikan veröffentlicht Studie über Inquisition
  6. Ehemaliger Inquisitionsorden macht sich selbst den Prozess






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  3. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  7. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  8. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  9. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  12. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  13. Menschenrecht auf Abtreibung?
  14. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  15. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz