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„Kirchenaustritte sind kirchlich programmiert“

3. November 2022 in Kommentar, 26 Lesermeinungen
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„Meine über Jahrzehnte gehende Beobachtung als Gemeindepfarrer lässt sich in dem einen Satz zusammenfassen: Die gängige Taufpraxis der Kirche in unserem Land legt den Grundstein für den späteren Kirchenaustritt.“ Gastkommentar von Winfried Abel


Wien (kath.net) Die Kirchenaustritte der letzten Jahre und Monate haben einen erschreckenden Höhepunkt erreicht. Der Journalist Peter Hahne vermerkt: "In Massen flüchten die Gläubigen aus ihren Kirchen. Die Zahlen waren bereits in den letzten Jahren dramatisch hoch. Jetzt geht es an die Substanz. Diesmal ist es so, als würden die Bundesländer Bremen und Saarland geschlossen ausgetreten sein: insgesamt 441.000 Mitglieder kehrten beiden Großkirchen im Jahr 2020 den Rücken. Fast zu gleichen Teilen Katholiken und Protestanten."

Angesichts dieser bedrückenden Tatsache stellt sich die Frage nach den Ursachen der Kirchenmüdigkeit oder gar -verdrossenheit so vieler Menschen. Dabei dürfen wir Anlässe und Ursachen nicht verwechseln. Anlässe gibt es derzeit zuhauf: sei es das endlose Thema des Kindesmissbrauchs oder die vielfach beklagte Dominanz der Männer in der Kirche, der Ausschluss von Frauen von Ämtern und Weihen, die einseitige Politisierung des Evangeliums, die Corona-Verordnungen der Bischöfe, die ungeliebte Kirchensteuer oder eine missglückte Begegnung mit einem amtlichen Vertreter der Kirche…

Die wahren Gründe, dass so viele den Hut nehmen und sich endgültig von der Kirche verabschieden, liegen nach meiner Erfahrung wesentlich tiefer, nämlich in der kirchlichen Praxis. Wir bewegen uns seit mehr als 50 Jahren in einer säkularisierten Gesellschaft, in der die Kirche zur Diaspora geworden ist. Dennoch betreiben wir eine Seelsorge wie in volkskirchlichen Zeiten. Und das beginnt bereits mit der Taufe.

Meine über Jahrzehnte gehende Beobachtung als Gemeindepfarrer lässt sich in dem einen Satz zusammenfassen: Die gängige Taufpraxis der Kirche in unserem Land legt den Grundstein für den späteren Kirchenaustritt.

Taufe setzt Glauben voraus

Dem Missionsauftrag Jesu (vgl. Mk.16,16) entnehmen wir, dass die Taufe den Glauben voraussetzt. Da ein unmündiges Kind noch nicht zum vollen Gebrauch seiner Vernunft und seines Willens gelangt ist, verbürgen sich die Eltern für die Glaubenserziehung ihres Kindes – vor allem durch ihr gelebtes Beispiel. Das Kind soll – an erster Stelle! – in der häuslichen Familie die Freude am Glauben erleben und wie eine Frischluft einatmen.
Dagegen steht die traurige Wirklichkeit, dass die Kirche seit mindestens drei Generationen die Sakramente der Taufe und der Firmung an Ungläubige und Fernstehende spendet. Der Journalist Peter Winnemöller glaubt sogar feststellen zu können, dass die Generation der getauften Ungläubigen bereits bis in die kirchliche Hierarchie vorgedrungen ist. Priester trauen Brautpaare, denen der Begriff "Sakrament" ein Buch mit sieben Siegeln ist. Viele Priester wissen nicht einmal mehr, was ein Sakrament in seinem Wesen bedeutet. Die römische Bischofssynode 2015 über Ehe und Familie, die eine intensivere Ehevorbereitung ("Ehekatechumenat") anmahnte, hat in den Diözesen unsers Landes keinerlei Widerhall gefunden. Es geht alles so weiter wie gehabt. Auch der Synodale Weg hat dieses wichtige Thema der Sakramentenpastoral m.W. nicht auf der Agenda.

In volkskirchlichen Zeiten, als Elternhaus, Kirche und Schule noch eine Einheit bildeten, glich sich ein solcher Mangel dadurch aus, dass Kinder aus glaubensschwachen Familien von der kirchlich geprägten Umgebung mitgetragen wurden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Die beschwichtigende Formel "der Heilige Geist wird schon das Übrige tun", mit der manche Seelsorger ihr Gewissen beruhigen, erweist sich als Trug, denn die Gnade Gottes bedarf immer der Mitwirkung der Menschen.

Dass die Taufe nicht nur eine moralische Bedeutung hat, die den Getauften zu einem Leben nach den Geboten Gottes oder – säkular gesprochen – zur Anerkennung der christlichen Werte verpflichtet, wissen nur noch wenige. Taufe ist eben mehr als das Bewusstsein von Gottes Liebe und Nähe, mehr als Aufnahme in einen christlichen Verein oder gar in eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich Kirche nennt. Taufe führt vielmehr zu einer organischen Lebenseinheit mit dem, der von sich sagt: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige; wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen…"(Joh.15,5). Daraus ergibt sich eine völlig neue Lebenssicht und Lebensweise.

Der Brief an Diognet (3.Jh.) erklärt diese neue Dimension des Lebens auf eindrückliche Weise. Dort heißt es u.a.: "Die Christen in der Welt sind Menschen wie die übrigen: sie unterscheiden sich von den anderen nicht nach Land, Sprache oder Gebräuchen. Sie bewohnen keine eigene Stadt, sprechen keine eigene Mundart, und ihre Lebensweise hat nichts Ungewöhnliches. Wie sie jedoch zu ihrem Leben als solchem stehen und es gestalten, darin zeigen sie eine erstaunliche und, wie alle zugeben, unglaubliche Besonderheit. Sie wohnen zwar in ihrer Heimat, aber wie Zugereiste aus einem fremden Land. Jede Fremde ist ihnen Heimat und jede Heimat Fremde. Sie heiraten wie alle anderen und zeugen Kinder, aber sie verstoßen nicht die Frucht ihres Leibes. Sie sind im Fleisch, leben aber nicht nach dem Fleisch; sie weilen auf der Erde, aber ihre Heimat haben sie im Himmel… Um es kurz zu sagen: Was die Seele im Leib ist, das sind die Christen in der Welt."

Diese hier beschrieben Idealform christlichen Lebens wird zwar nur selten gefunden, aber sie muss die Orientierungsmarke eines jeden Seelsorgers bleiben.

Die missionarische Situation heute

Wenn wir davon ausgehen, dass 95 Prozent der jungen Eltern, die ihre Kinder zur Taufe anmelden, keine ausreichende Glaubensgrundlage – sowohl das Wissen als auch die Praxis betreffend – haben, ergibt sich daraus eine eindeutige missionarische Situation.

Von dieser Situation muss ein Gemeindepfarrer heute ausgehen, wenn ein Elternpaar sein Kind zur Taufe anmeldet. Ein getauftes Kind ungläubiger oder kirchenferner Eltern ist bereits im Babyalter ein Kirchenaustritts-Kandidat. Hier ist an erster Stelle individuelle Seelsorge vonnöten. Ein formelles Taufgespräch – vielleicht sogar "in cumulo", mit anderen Taufeltern zusammen – wird dieser Situation nicht gerecht. In der Regel braucht es zunächst das ganz persönliche Gespräch des Seelsorgers mit den Eltern. Hier geht es vor allem um Fragen des persönlichen Glaubens und der Glaubenspraxis. In den meisten Fällen wird der Seelsorger diesbezüglich ein so großes Defizit vorfinden, dass er dringend zu einer neuen Grundlegung des Glaubenswissens und des Glaubenslebens – und konsequenterweise zu einem Taufaufschub! – raten muss.

Taufaufschub entspricht durchaus der Praxis der frühen Kirche. Er bedeutet nicht, dass den Menschen die Türe zur Kirche vor der Nase zugeschlagen wird! Im Gegenteil! Sie werden eingeladen, durch die offene Türe zu gehen! Eltern werden geschult und eingeführt in die fundamentalen Wahrheiten des Glaubens. Kinder werden in die Entscheidung mit-einbezogen, indem sie schon in der Grundschule am konfessionellen Religionsunterricht und in der Gemeinde am Kommunionunterricht teilnehmen. Selbstverständlich sollten die Eltern an dem Prozess der Glaubensentwicklung ihres Kindes immer beteiligt bleiben.

Für die Erstkommunion muss die Devise lauten: Kommunionvorbereitung geschieht in der Familie, Kommunionunterricht in der Gemeinde.
Es ist durchaus keine Schande, wenn ein Kind am Tag seiner Erstkommunion – und zwar im Rahmen des festlichen Gottesdienstes – die Taufe empfängt! Im Gegenteil! Dies könnte zu einem mitreißenden Glaubenszeugnis für die ganze Gemeinde werden!

Dass in einigen Diözesen unseres Landes (z.B. Essen, Rottenburg) Laien mit der Taufspendung beauftragt werden, zeugt davon, dass hier die Tradition einer Volkskirche aufrechterhalten wird, die es schon lange nicht mehr gibt. Dieses Konzept ist rückwärtsgewandt. Wenn sich die Seelsorger bemühten, die Eltern auf ihre Pflichten als erste Missionare ihrer Kinder hinzuweisen und ihnen die nötigen Angebote für eine Grundkatechese und eine Erneuerung ihrer Glaubenspraxis machten, dann bräuchte man keine Laien als Sakramentenspender, dann würde sich die Anzahl der Taufen in Grenzen halten.

In meiner früheren Pfarrei (St. Andreas in Fulda) machte ich den Eltern von Täuflingen oder Kommunionkindern das Angebot eines fortlaufenden Glaubenskurses (Alphakurs), dem sie sich anschließen konnten. Selbstverständlich gab es solche, denen an einer Vertiefung des Glaubens nichts lag oder denen die Vorbereitung auf die Taufe zu umständlich war, die dann ihr Kind im Schnellverfahren von einem Nachbarpfarrer taufen ließen. Diese Erfahrung deutet auf ein dringliches Anliegen hin, – nämlich, dass es für die Sakramentenpastoral einheitlicher Richtlinien bedarf, die alle Seelsorger dazu verpflichten, sich an die Regeln des Katechumenats zu halten. Denn Taufeltern sind in der Regel als Katechumenen anzusehen, die mit der Taufe ihres Kindes sich ihrer eigenen Taufe bewusst werden sollen, um diese dann erneuern zu können.

Gemeindepfarrer können es sich heute nicht mehr bequem machen, indem sie bei der Vorbereitung der Taufe auf die alten volkskirchlichen Strategien setzen. Diese haben ausgedient und sind für die moderne Pastoral nicht mehr tauglich. "Pastoral" ist heute gleichzusetzen mit "Mission". Ein Taufgespräch, in welchem hauptsächlich die Riten der Taufe und die Auswahl der Lieder besprochen werden, ist zu wenig. Seelsorger und ihre Mitarbeiter müssen den einzelnen Menschen nachgehen und sie begleiten. Derartige Gespräche, Begegnungen und Angebote (vgl. Joh.3: Jesu nächtliches Gespräch mit Nikodemus) sind keine Zeitverschwendung, ja sie sind wichtiger als alle Sitzungen und Veranstaltungen, die dazu dienen, Gläubige bei Laune und den "Betrieb" einer Pfarrei am Laufen zu halten. Herren des Glaubens müssen zu Dienern der Freude werden! (vgl. 2Kor.1,24).

Ich erinnere an den heiligen Pfarrer von Ars, Jean Marie Vianney, der sinngemäß sagte: "Priester sein ist die große Freude meines Lebens, aber Pfarrer sein, ist für mich eine gewaltige Last und eine drückende Verantwortung".

Wie sanft diese Last und wie leicht diese Bürde sein kann, beschreibt John Henry Newman in seinem berühmten Gebet:
O Gott, die Zeit ist voller Bedrängnis, die Sache Christi liegt wie im Todeskampf. Und doch – nie schritt Christus mächtiger durch diese Erdenzeit, nie war sein Kommen deutlicher, nie seine Nähe spürbarer, nie sein Dienst köstlicher als jetzt. Darum lasst uns in diesen Augenblicken des Ewigen, zwischen Sturm und Sturm, in der Erdenzeit zu Dir beten: O Gott, Du kannst das Dunkel erleuchten, Du kannst es allein!


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Lesermeinungen

 scientia humana 4. November 2022 
 

Sie beeindrucken mich, liebe @Iesa

Haben Sie eine belastbare Quelle?

Die Idee, dass die Mächtigkeit des Schreitens Christi durch die Zeit wächst, je schlechter der Zustand seiner Kirche, ist doch absurd, oder? Wollten wir dass Christus mächtig schreitet, müssten wir die Zeiten ablehnen, in denen es der Kirche gut ging -- Merken Sie, wohin dieses Narrativ führt?

Nach längerem Nachdenken halte ich es für ausgeschlossen, dass der selige Kard Newman, den ich bislang sehr verehrte, solchen gefährlichen Unsinn gesagt hat. Aber ich bin fehlbar und offen dafür, dass Sie mich überzeugen.

The ball is in your court (as Card. Newman may have said)


0
 
 Derfromme 4. November 2022 
 

@Zeitzeuge

Ihre kirchenrechtliche Darstellung ist, wie immer, genau richtig. Es geht mir aber gerade nicht darum hier etwas zu tolerieren. Die aktuelle Praxis toleriert diese Zustände ohne jede Konsequenz. Mir geht es darum die Priester, aber auch die Gemeindemitglieder zu motivieren mit diesen Katholiken in's Gespräch zu kommen.


0
 
 lesa 4. November 2022 

Werter @scientia humana: Das Zitat stammt sehr wohl von J. H. Newman, wie ich mich gerade bei einem Spezialisten für J.H. Newman in Rom persönlich vergewissert habe.


3
 
 pikkuveli 4. November 2022 
 

Fehlentwicklung

Der Artikel hat grundsätzlich recht. Ich selber habe seit über 40 Jahren ähnliches propagiert. Die Idee der Volkskirche war falsch. Die frühe Kirche war keine Volkskirche, sondern zugleich Stein des Anstosses und der Bewunderung im Volk. So etwas wird in der Volkskirche letztendlich ausgehebelt.
Kirche muss endlich wieder lehren; auch das ist ihr Auftrag. Der schulische Religionsunterricht ist da wohl in den meisten Fällen nicht hilfreich. So, wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Da werden "Gläubige" produziert, die unverhohlen definieren, was "katholisch" ist. Wenn das dann der tatsächlichen Lehre widerspricht, tritt man aus. Glauben ist (zudem) nicht die Festlegung auf einen "Verein", sondern das gelebte Vertrauen in Gott, der einen durch die Taufe in den mysteriösen Leib Christi aufgenommen hat. Wie will man das ernsthaft leben, wenn man nicht betet, nicht im sakramentalen Leben der Kirche lebt? Die Heilige Schrift verstauben lässt? usw.


4
 
 Zeitzeuge 4. November 2022 
 

Sakrilegischen Empfang der hl. Kommuion "tolerieren" - das ist aber gar nicht fromm!

Der sakrilegische Empfang der hl. Kommunuion

ist eine schwere Sünde - mit allen Konsequenzen

vor GOTT, vgl. 1 Kor 11,27-29.

Genau darauf fußen auch die can. 915-16 CIC!

Nur die Heirat gem. den Vorschriften der kath.

Ehe begründet vor GOTT eine gültige, sakramentale

Ehe, richtige Intention vorausgesetzt.

Über die Kindertaufe inkl. evtl. Aufschub habe

ich bereits mich hier entsprechend dem Kirchen-

recht geäussert.


5
 
 ThomasR 3. November 2022 
 

Kirchenaustritte stehen in einem engen Zusammenhang

mit dem Priestermangel (und Priestermangel ist in Deutschland inwzischen nachweislich* wie gewollt und wie vorprogrammiert)

Schließung der Priesterseminare - 2022 Passau + würzburg (statt Etablierung der Priesterseminare als Orte der liturgischen ERneuerung, so wie es die Konzilväter sich vorgestellt haben ) wird heutige Krise nochmal verschärfen.

* den Entscheidungsträgern in Passau und in Würzburg war es lieber Priesterseminare zu schließen als für die Aubildung in beiden liturgischen Ordnungen des RR zu öffnen und damit Nachwuchs für Priesterämter zu sichern


4
 
 Derfromme 3. November 2022 
 

Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten

Es ist doch keine Frage, die Masse von Eltern die ihr Kind taufen lassen, haben nicht ernsthaft vor es katholisch zu erziehen. Kaum ein Paar das sich katholisch trauen läßt, hat vor, eine katholische Ehe zu führen. Ein sehr großer Teil derer, die die Eucharestie empfangen, erfüllen nicht die Voraussetzungen dafür.Wenn man da "durchgreifen" würde, wäre die katholische Kirche schnell eine winzige Minderheit. Sehen wir es doch positiv, zumindest sind diese Menshcen noch mit der Kirche verbunden. Es ist auch nicht allein Aufgabe der Priester hier die Dinge "in Ordnung " zu bringen. Die ganze Gemeinde ist aufgefordert hier gemeinsam zu helfen.


3
 
 scientia humana 3. November 2022 
 

Lieber Pfr. Abel: Newman Fake?

ich habe nachgeforscht und mein Gespür war offenbar ganz gut katholisch. Im Englischen ist das von Ihnen zitierte Gebet unter Kard. Newman nicht bekannt. Es wird im deutschen Sprachraum ihm gerne zugeschrieben, ist aber wohl ein Fake. Wie schon weit unten von mir begründet, passt es eigentlich gar nicht zu ihm. Hatten Sie nicht auch ein seltsames Gefühl bei diesem Gebet, dass etwas nicht stimmt?

https://sancrucensis.wordpress.com/2016/10/16/john-henry-newmans-prayer-for-the-church-that-only-exists-in-german/

Es grüsst Sie eines Ihrer ehemaligen Schäflein


1
 
 Bialas 3. November 2022 
 

Volle Zustimmung,vergeld,s Gott.


2
 
 Chris2 3. November 2022 
 

Volle Zustimmung

Allerdings ist in den bereits mehr oder weniger vom Glauben abgefallenen Bistümern sicher ein guter Teil der Austritte KirchenSTEUERaustritte von gläubigen Katholiken, die den Missbrauch ihrer Gelder nicht mehr verantworten können und lieber direkt an vertrauenswürdige Empfänger innerhalb der Kirche spenden...


4
 
 Krysia 3. November 2022 
 

Lieber Michelangelo1, wenn ich Ihren Kommentar lese, habe ich das Gefühl, irgendwie wohl doch nicht in Deutschland zu leben. Kommen Sie in das Bundesland der Reformation, in die Diaspora. Wenn Sie hier Ihr Kind katholisch taufen lassen, gehören Sie zu den Exoten, die man sich besser erst einmal aus der Ferne anschaut....
Lieber Maxim, als ich mich vor 5 Jahren taufen ließ, erklärte mir der Pfarrer im Vorgespräch wörtlich:" Ich halte nichts von Rosenkranzgebeten. Ich bevorzuge andere Gebete!"
Lieber Modenchrist, als ich vor 40 Jahren mit 20 ! Lebensjahren meinen katholischen Mann auch als Ungetaufte kirchlich heiratete, hatte der Pfarrer im Vorgespräch nur ein Problem mit mir: ob ich nicht wirklich schon einmal verheiratet war. Ich hatte gerade mein Abi in der Tasche...Mehr hörte ich nicht. Das war meine Ehevorbereitung.


5
 
 Michelangelo1 3. November 2022 
 

@ modernchrist


0
 
 Michelangelo1 3. November 2022 
 

@SalvatoreMio. Bischof im Emsland

Interessant zu lesen, dass so mancher Kommentar fast aus der „Nachbarschaft“ kommt - quasi „Landkreis und Bistums-Nachbarn“. Wusste gar nicht dass Bischof Bode schon so alt ist - die Pensionierung noch nicht ganz in Sicht. Unser Bischof ist auch aus dem Jahrgang +\- 1 Jahr glaube ich. Der tourt allerdings eher selten durch seine Ländereien und überlässt die Besuche eher dem Offizial, der entgegen seines Chefs sich nicht so richtig erklären kann oder will, wo er steht. Von daher kommt auch er lieber erst gar nicht…


1
 
 Maxim 3. November 2022 
 

MIchelangelo

Meine Familie lebt noch auf einem Dorf mit einer schönen Barockkirche. Wir haben noch bis jetzt den Rosenkrank am Sonntag erhalten, weil auch von dem anderen Gemeindedorf inzwischen einzelne treue Mitbeter kommen. Aber wir sind schon froh, wenn noch in der Regel 6/7 Personen kommen. Auch unser zugezogener Penionspriester (unser sonst freistehender großer Pfarrhof ist seine Wohnung) kommt nur an Oktoberrosenkränzen vor der Messe.. Man darf ihn ansonsten nicht einladen, weil er dann wütend wird.
Was sagte die Mutter Gottes an allen Erscheinungsorten: Betet den Rosenkranz!


3
 
 SalvatoreMio 3. November 2022 
 

Wann sehen wir unsere Bischöfe in den Pfarreien?

@Maxim: derzeit ist es wohl besser, wenn sie nicht erscheinen. - Unser nicht mehr jugendlicher Bischof reist recht aktiv durch die Orte des Emslandes, damit wir zum Synodalen Weg bekehrt werden.


4
 
 SalvatoreMio 3. November 2022 
 

Voraussetzung für Sakramentenempfang

@Lieber Zeitzeuge! Besten Dank für den Link mit den Einzelheiten zur Sakramentenspendung. Dort liest man an mehreren Stellen, 'dass Sakramentenempfänger in "rechter Weise disponiert" sein müssen und durch Verkündigung und katechetische Unterweisung vorbereitet werden sollen'. - Und dies muss heutigentags sehr beachtet werden, da das Leben mit der Kirche oft gleich Null ist.


5
 
 modernchrist 3. November 2022 
 

Ein Schlüssel für das Glück von Menschen liegt in kirchlicher Vorbereitung

auf Partnerschaft und Ehe. Doch ich sehe hier keinerlei Aktivitäten in den Bistümern. Es wird weitergewurstelt wie bisher. Was soll ein Brautleutetag für Leute, die schon jahrelang zusammenleben? Die Vorbereitung und Begleitung müsste schon etwa mit der Firmung beginnen, denn danach fangen die pillengestützten Verhältnisse oft an. Jedes Jahr, wo nichts geschieht für diese Jugendlichen, werden wieder Abertausende von jungen Menschen völlig unvorbereitet in das wirre Leben und in die sexuellen Erfahrungen hinausgeschickt. Ich halte das für ein großes Versäumnis der Kirche. Das Glück in der Ehe hat auch große Auswirkungen auf die Kinder und auch auf den Glauben der Leute. Hier sollten sofort Programme entwickelt werden zur Ehevorbereitung und Paarbegleitung.


2
 
 lesa 3. November 2022 

Ohne Einheit in der Wahrheit hat die Kirche keine Zukunft

Danke für diese Analyse! Genauso ist die Situation. @Stefan Fleischer: Tatsächlich ist es die erste Erfordernis, dass sich die Bischöfe wieder an die Lehre halten. Wie kann man authentische Verkündigungsarbeit von kirchlichen Angelstellten erwarten, wenn jeder von ihnen statt der geoffenbarten Glaubenslehre, die im Katechismus zusammengefass ist und erreichbar wäre, die eine oder andere subjektive Meinung als Wahrheit - und im Grunde genommen Irrwege? Das Wort Gottes im Sinn von Dei Verbum nehmen als das, was es ist: Gottes Wort. Anstatt Synodalsitzungen: Den Katechismus gemeinsam bedenken - nicht umschreiben! @kleingläubiger: Nicht nur die Eltern, sondern auch die in der Verkündigung Stehenden bräuchten Glaubensunterweisung. Da ist viel rechtgläubige private Kleinarbeit nötig! Doch gibt es realen Anlass zur Hoffnung: einige unverdorbenen Gebetsoasen und Neuevangelisierungsmedien, die es finanziell unterstützen heißt...


3
 
 Zeitzeuge 3. November 2022 
 

Es gibt ein unfehlbares Dogma des Konzils von Trient, welches

die Säuglingstaufe wegen des Nachlasses der Erbsünde für verpflichtend erklärt (DH 1514).

Wie alle Dogmen ist auch dieses absolut irreversibel!

Im Link u.a. die can. 867-868 CIC, welche auch
den Taufaufschub behandeln sowie die Verpflichtung
bei Todesgefahr, was natürlich von Pfr. Abel
nicht bestritten wird.

Hier geht es nicht um subjektive Gefühle
sondern um die kirchenamtl. Ausführung des Taufbefehls unseres HERRN Jesus Christus!

www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch4.htm


2
 
 Stefan Fleischer 3. November 2022 

Ein Artikel

den unsere Bischöfe all ihren Priestern und anderen Personen im Dienst der Verkündigung zustellen sollten mit dem Auftrag aufzuzeigen, welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Dass sie selbst ebenfalls die entsprechenden Massnahmen ergreifen müssen , das sollte ihnen klar sein, oder dann von Rom verbindlich vorgeschrieben werden.
Unsere Kirche muss wieder eine Einheit im Glauben werden. Dann wird ihr alles andere hinzugegeben. Und dann erledigen sich auch viele Probleme von selbst und können viele unnötige (rein weltliche) Aktivitäten gespart werden.


5
 
 Michelangelo1 3. November 2022 
 

@ Maxim. .. Pfarrer beim Rosenkranz..

Der ist noch nie solange ich zurückdenken kann, hier beim Rosenkranz Gebet gewesen. Das machen hier ältere Damen und hier ehrenamtlich! Pfarrer bei Beerdigung-Rosenkranz nie und wärs hier auch unüblich. Wobei Rosenkranz eh hier auf dem absterbenden Ast ist. Zu den Terminen kommt immer der gleiche Kern -im Schnitt sind wir 10 Leute, alle ältere Herrschaften. Beerdigung-Rosenkranz ist hier fast nicht mehr! 90 Prozent nur noch Lichterandachten - 5 Prozent weder noch - und vielleicht Max 5 Prozent Rosenkranz. Das sind dann aber meist Familien wo noch ein älterer Angrhöriger des Verstorbenen lebt und der sich noch den Rosenkranz wünscht. Die Kirchengemeinde hat nun extra eine Dame ausgebildet um Rosenkranz zu Beerdigung zu beten weil die Angehörigen und Nachbarn es nicht können. Die wird dann geschickt und betet dann den Rosenkranz. Kinder lernen das heute nicht mal mehr zu Erstkommunion.


3
 
 kleingläubiger 3. November 2022 
 

Sehr richtig, es bräuchte nicht nur Taufvorbereitung, sondern oft gleich einen ganzen Glaubenskurs für die Eltern. Inklusive der Aufforderung, öfter in die Kirche zu kommen und die Sakramente zu empfangen. Dies will jedoch kaum noch jemand zumuten. Stattdessen werden Taufe und Eucharistie verteilt, als wären es Allerweltsdinge vom Grabbeltisch. Und so wird es dann später eben auch behandelt.


6
 
 SalvatoreMio 3. November 2022 
 

Ehrlicher und treffender konnte die Analyse nicht ausfallen!

Gut, dass ein Priester so deutlich spricht, denn es ist die Wahrheit! Übrigens alle, die in Seelsorge tätig sind, müssen sich einmal vor Gott verantworten, wie sie mit den Sakramenten umgegangen sind. "Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden" - heißt es - nicht aber: "Wer getauft ist, aber kaum gewillt, dem Herrn im Alltag nachzufolgen, wird gerettet". - Ein Taufspender kann sich vor Gott nicht damit herausreden: "Ich musste das Kind einfach taufen, sonst hätte die Oma einen Herzanfall gekriegt, die Familie wäre aus der Kirche ausgetreten, und in der Zeitung hätte es Schlagzeilen geregnet!"


7
 
 Maxim 3. November 2022 
 

eindeutige missionarische Situation.

Wie kann denn Mission stattfinden, wenn die Priester jahrelang nie zu den kath. Familien als Besucher gehen.Verwalten sie nur das Vermögen der Kirche? Wie oft finden keine Gottesdiesnste statt! Unser Priester war 12 JAHRE in unseren 2 Pfarreien und war nicht bei einem einzige Rosenkranz anwesend. Jetzt bei manchen Strberosenkränzen.
Wann sehen wir unsere Bischöfe oder Weihbischöfe in den Pfarreien?
Da fällt mir ein: Der Hl Otto von Freising besuchte jedes Jahr seine Priester in den Pfarreien und sprach mit den Leuten. Dabei hatte er keinen 450 Merzedes.


8
 
 scientia humana 3. November 2022 
 

Je mehr die Kirche im Todeskampf liegt, desto mächtiger schreitet Christus durch die Zeit?

Auch ein beliebtes, aber fragwürdiges Narrativ (obwohl von einem Heiligen). Nun, als Christus von allen verlassen war und alleine sein Kreuz trug, da schritt er wohl am mächtigsten durch die Zeit. Mächtiger geht's kaum. Wahrscheinlich meint Newman das. Heute ist es wohl notwending seinen Ausspruch zu erklären.

Sonst ein sehr hellsichtiger Artikel -- Danke!


2
 
 Michelangelo1 3. November 2022 
 

Taufe später

Ich kann mir vorstellen, dass hier ein ungetauftes Kind in Kindergärten und Schule kritisch angesehen würde. In unseren Breiten hier würde das einen Aufschrei des Entsetzens auslösen wenn ein Kind nicht im Säuglingsalter getauft wird. Ich weiß wie meine erzkonservative katholische Schwiegermutter hier sich aufgeregt hat, dass wir unser Kind „erst“ mit 3 Monaten haben taufen lassen. Für sie stand fest, Säuglinge am Besten sofort nach der Geburt taufen! Würde man nun die Idee „Kommunion und Taufe zusammen“ regeln, dann bekäme aber so manche fromme Großmutter in meinem Freundeskreis einen Herzanfall. Ja, und ich sehe es auch so, dass kirchliche Kindergärten und später der Religionsunterricht die Kinder religiös zu leiten. Viele junge Eltern können das selber gar nicht und das Kind würde das nötige Wissen zu Hause nie erlangen.


2
 

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