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Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe

19. Februar 2026 in Aktuelles, 75 Lesermeinungen
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Nach Spitzen-Treffen zwischen Piusbruderschaft und Vatikan mit Roms Dialogangebot, falls die Traditionalisten auf Bischofsweihen verzichten, kommt als Antwort ein klares Nein


Rom/Bern  (kath.net/KAP) Kalte Dusche für den Vatikan aus dem Schweizer Hauptquartier der Piusbruderschaft. In einem ausführlichen Schreiben erteilt der Obere der Traditionalisten-Vereinigung, Davide Pagliarani, dem vatikanischen Angebot für einen neuen Dialog über theologisch-dogmatische Fragen eine Absage. Zugleich beharrt er auf dem 1. Juli als Termin für die Weihe neuer Bischöfe der Bruderschaft. Vorausgegangen waren Beratungen des fünfköpfigen Generalrats der Bruderschaft über ein Dialogangebot des vatikanischen Glaubenspräfekten, Kardinal Víctor Fernández.

Der Kardinal hatte Pagliarani am vergangenen Donnerstag überraschend im Vatikan empfangen. Unter der Bedingung, dass die Piusbruderschaft auf ihre für den 1. Juli angekündigten Bischofsweihen verzichten würde, bot Fernández ihnen einen Dialog über theologische Streitfragen sowie über einen künftigen kirchenrechtlichen Status an. Die Piusbruderschaft lehnt die meisten Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab und beharrt auf ausschließlich alte Formen des Gottesdienstes. Ihr gehören weltweit mehr als 700 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich. In dem vom gesamten Generalrat unterzeichneten Schreiben begrüßt Pagliarani grundsätzlich die Einladung zu einer "lehrmäßigen Diskussion".


Er selbst habe eine solche bereits 2019 vergeblich vorgeschlagen. Allerdings könne er "weder die Perspektive noch die Ziele akzeptieren, in deren Namen das Dikasterium in der aktuellen Situation eine Wiederaufnahme des Dialogs vorschlägt". Das gelte auch für die von Fernández als Bedingung genannte Verschiebung des Weihe-Datums vom 1. Juli. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Wir beide wissen im Voraus, dass wir uns auf lehrmäßiger Ebene nicht einigen können, insbesondere bezüglich der grundlegenden Orientierungen, die seit dem II. Vatikanischen Konzil eingeschlagen wurden." Dieser Dissens sei durch die lehrmäßigen und pastoralen Entwicklungen im Laufe der jüngsten Pontifikate noch vertieft worden. Nach jahrelangem Schweigen habe der Vatikan nun erst nach der Ankündigung neuer Bischofsweihen die Wiederaufnahme eines Dialogs angeboten.

Doch begleite "die ausgestreckte Hand der Dialogbereitschaft leider eine andere Hand, die schon bereit ist, Sanktionen zu verhängen". Die Androhung eines Schismas erzeuge einen Druck, der "schwer mit einem echten Wunsch nach brüderlichem Austausch und konstruktivem Dialog vereinbar ist". Am Ende seines Schreibens bittet Pagliarani den Glaubenspräfekten darum, die angekündigten Bischofsweihen der Traditionalisten doch noch zu dulden. Er schreibt: "Diese Bruderschaft bittet Sie lediglich, weiterhin jenes Gute für die Seelen tun zu können, denen sie die heiligen Sakramente spendet. (...) Die Bruderschaft kann die Seelen nicht im Stich lassen. Das Bedürfnis von Weihen ist ein konkretes kurzfristiges Bedürfnis für das Überleben der Tradition, im Dienst der heiligen katholischen Kirche."

Dieser "Weg der Nächstenliebe" sei in der gegenwärtigen Lage der einzig mögliche. Unterzeichnet ist der Brief von Pagliarani, Bischof Alfonso de Galarreta und Christian Bouchacourt, ferner von den beiden ehemaligen Generaloberen, Bischof Bernard Fellay und Pater Franz Schmidberger.

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