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Der selige José Gregorio Hernández Cisneros. Das Priestertum des menschlichen Schmerzes

13. September 2023 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: der Christ ist nicht dazu berufen, herumzukritisieren und zusagen, dass alles schief läuft. Er muss sich die Hände schmutzig machen. Gedenken an Józef und Wiktoria Ulma mit ihren sieben Kindern. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,1-4).

Sechsundzwanzigste Generalaudienz 2023. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Thema „Die Leidenschaft für die Evangelisierung: der apostolische Eifer des Gläubigen“ fort. Die zwanzigste Katechese widmete der Papst dem seligen José Gregorio Hernández Cisneros, Arzt der Armen und Apostel des Friedens. Hernández Cisneros wurde 1864 in Venezuela geboren.

Bereits in jungen Jahren habe er einen freundlichen Charakter und eine besondere Intelligenz gezeigt. Er habe tudiert, sei dann leitender Arzt eines Krankenhauses und Universitätsprofessor geworden. Im Volk aber sei er bekannt und beliebt gewesen als der „Doktor der Armen“, „der sich mit allem, was ihm zur Verfügung stand, für seine bedürftigen Mitmenschen einsetzte“.

Eigene gesundheitliche Probleme hätten ihn nicht an diesem Dienst gehindert, im Gegenteil, „sie ließen ihn nur noch sensibler werden für die Nöte der Anderen“. Stets sei ihm bewusst gewesen, dass er Gutes nur mit der Gnade Gottes vollbringen könne, und diesem Bewusstsein habe er aus einer tiefen Gottesbeziehung geschöpft: „Im Gebet vertraute er dem Herrn alles an, was ihm am Herzen lag, insbesondere seine Mitmenschen“.

Der tägliche innere Mitvollzug des Opfers Christi in der Heiligen Messe hätten José Gregorio inspiriert, dem Herrn sein eigenes Leben anzubieten für den Frieden im fernen Europa, wo zu jener Zeit der Erste Weltkrieg getobt habe. Kurz nach dem ersehnten Friedensschluss habe Gott die Gabe seines Lebens angenommen: „Auf dem Weg zu einem seiner hilfsbedürftigen Patienten erlitt er einen schweren Unfall und verstarb in eben jenem Krankenhaus, wo er so viel Gutes gewirkt hatte“.


Wahrlich, die Nächstenliebe sei der Polarstern gewesen, an dem sich die Existenz des seligen José Gregorio orientiert habe, begabt mit einer ausgeprägten Intelligenz: er wurde Arzt, Universitätsprofessor und Wissenschaftler“. Vor allem aber sei er ein Arzt gewesen, der den Schwächsten nahe gestanden sei, so dass er in seiner Heimat als „Arzt der Armen“ bekannt gewesen sei: „Dem Reichtum des Geldes zog er den Reichtum des Evangeliums vor, indem er sein Leben dafür einsetzte, den Bedürftigen zu helfen. In den Armen, den Kranken, den Migranten, den Leidenden sah José Gregorio Jesus. Und den Erfolg, den er in der Welt nie gesucht hat, erhielt und erhält er von den Menschen, die ihn ‚Heilliger des Volkes‘, ‚Apostel der Nächstenliebe‘, ‚Missionar der Hoffnung‘ nennen“.

José Gregorio sei ein bescheidener, freundlicher und hilfsbereiter Mensch gewesen. Gleichzeitig sei er von einem inneren Feuer beseelt gewesen, von dem Wunsch, im Dienste Gottes und des Nächsten zu leben. Von diesem Eifer getrieben, habe er mehrmals versucht, Ordensmann und Priester zu werden, doch verschiedene gesundheitliche Probleme hätten ihn daran gehindert. Seine körperliche Gebrechlichkeit habe ihn jedoch nicht dazu gebracht, sich in sich selbst zu verschließen, sondern ein noch sensiblerer Arzt für die Bedürfnisse der anderen zu werden. Er „klammerte sich an die Vorsehung und ging, in seiner Seele geschmiedet, mehr zum Wesentlichen über. Das ist der apostolische Eifer: Er folgt nicht den eigenen Bestrebungen, sondern der Verfügbarkeit für die Pläne Gottes“.

So habe der Selige verstanden, dass er durch die Pflege der Kranken den Willen Gottes in die Tat umsetzen würde, indem er den Leidenden helfe, den Armen Hoffnung gebe und den Glauben nicht mit Worten, sondern mit seinem Beispiel bezeuge. So sei er dazu gekommen, die Medizin als ein Priestertum zu akzeptieren: „das Priestertum des menschlichen Schmerzes“ (M. Yaber, José Gregorio Hernández: Médico de los Pobres, Apóstol de la Justicia Social, Misionero de las Esperanzas, 2004, 107).

Fragen wir uns, so der Papst: „Woher hat José Gregorio all diesen Enthusiasmus, all diesen Eifer?“. Aus einer Gewissheit und aus einer Kraft. Die Gewissheit sei die der Gnade Gottes gewewseb. Er schrieb: „Wenn es in der Welt Gutes und Schlechtes gibt, so sind die Schlechten da, weil sie selbst schlecht geworden sind; die Guten aber sind es nur mit Gottes Hilfe“ (27. Mai 1914).

Zunächst habe er sich selbst als der Gnade bedürftig gefühlt, als Bettler bei Gott. Daher sei es für ihn ganz natürlich gewesen, sich um die zu kümmern, die auf der Straße bettelten und dringend die Liebe brauchten, die er jeden Tag unentgeltlich von Jesus erhalten habe. Das sei die Kraft gewesen, aus der er geschöpft habe: die Vertrautheit mit Gott.

Er sei ein Mann des Gebets gewesen: „Täglich besuchte er die Messe und betete den Rosenkranz. In der Messe verband er alles, was er lebte, mit dem Opfer Jesu: die Kranken und die Armen, denen er half, seine Studenten, die Forschungen, die er unternahm, die Probleme, die ihm am Herzen lagen“.

Im Kontakt mit Jesus, der sich auf dem Altar für alle opfere, habe sich José Gregorio berufen feühlt, sein Leben für den Frieden zu aufopfern. In der Tat „konnte er den Frieden, den er durch den Empfang der Eucharistie in seinem Herzen hatte, nicht für sich behalten. Deshalb wollte er ein ‚Friedensapostel‘ sein und sich für den Frieden in Europa aufopfern: „Es war nicht sein Kontinent, aber dort brach der Krieg aus, der Erste Weltkrieg. Wir schreiben den 29. Juni 1919: Ein Freund besucht ihn und findet ihn sehr glücklich vor. José Gregorio hatte tatsächlich gehört, dass der Vertrag zur Beendigung des Krieges unterzeichnet worden war“. Sein Opfer sei angenommen worden, und es sei, als ob er ahne, dass seine Aufgabe auf Erden beendet sei. An jenem Morgen sei er wie üblich in der Messe gewesen und die Straße hinuntergegangen, um einem Kranken Medizin zu bringen. Doch als er die Straße überquert habe, „wurde er von einem Fahrzeug angefahren. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und starb, indem er den Namen der Muttergottes aussprach. So endet sein irdischer Weg, auf einer Straße, während er ein Werk der Barmherzigkeit verrichtet, und in einem Krankenhaus, wo er sein Werk, ein Meisterwerk des Guten, gemacht hatte“.

Angesichts dieses Zeugnisses sollten wir uns fragen: „Wie reagiere ich angesichts von Jesus, der in den Armen in meiner Nähe gegenwärtig ist, angesichts derer, die in der Welt am meisten leiden, wie reagiere ich? Tue ich etwas oder bleibe ich ein Zuschauer?“ Der selige José Gregorio rege uns auch dazu an, uns angesichts der großen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen von heute zu engagieren: „So viele reden darüber, so viele kritisieren und sagen, dass alles schief läuft. Aber der Christ ist nicht dazu berufen, sondern dazu, sich damit auseinanderzusetzen, sich die Hände schmutzig zu machen: zuallererst, wie der heilige Paulus sagt, zu beten (vgl. 1 Tim 2,1-4), und sich dann nicht mit Geschwätz (das eine Pest ist) zu beschäftigen, sondern das Gute zu fördern, Frieden und Gerechtigkeit in Wahrheit aufzubauen“. 

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ich grüße alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Ich bitte euch um euer Gebet angesichts der vielen Herausforderungen und Nöte unserer Zeit. Bleiben wir nicht Zuschauer, sondern setzen wir uns aktiv ein für eine gerechtere und friedlichere Welt – jeder nach seinen Möglichkeiten und Kräften. Ich begleite euch dabei mit meinem Gebet.

Die Pilger und Besucher aus Polen grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ich grüße herzlich die Polen und insbesondere Erzbischof Adam Szal, der mit einer Delegation die Reliquien der neuen seligen Märtyrer nach Rom gebracht hat: Józef und Wiktoria Ulma mit ihren sieben Kindern. Möge diese Familie von Seligen für euch und für die polnischen Familien ein Vorbild für die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu sein, dessen Bild, das ich heute segnen werde, ihr während seiner Pilgerreise durch eure Erzdiözese verehren werdet. Meinen Segen für alle.

Foto (c) Vatican Media

 


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