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‚Sag mir, wo die Kinder sind‘ – Abtreibung und Demographie: In Österreich fehlt jedes 3. Kind

19. Juli 2025 in Prolife, 8 Lesermeinungen
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Jugend für das Leben begeht den Tabubruch und sagt klar: Abtreibung muss als ein Grund für die demographische Krise gesehen werden - Abtreibung entfernt kein Gewebe, sondern Menschen


Wien (kath.net/Jugend für das Leben) Unsere Gesellschaft ist immer stärker kinderlos. Die negativen Folgen sind vielfach. Jugend für das Leben begeht den Tabubruch: Abtreibung muss als ein Grund für die demographische Krise gesehen werden.

Statistik Austria hat die neuen Geburtenzahlen veröffentlicht. Sie sind wieder einmal alarmierend. Doch lassen wir uns davon überhaupt noch beeindrucken? 2024 betrug die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau 1,31. Nötig wären 2,1, um eine Bevölkerung gerade so zu erhalten. Anfang 2025 sind die Zahlen weiterhin zurückgegangen. Die Bevölkerung Österreichs hält sich aktuell nur durch Immigration. Wo früher bei Krieg und Hunger die Geburtenzahlen sanken, tun sie es heute bei Wohlstand und Überfluss. Wo sind all die Kinder (hin)?

Christian Fiala, Österreichs wohl aktivster Abtreiber, kann sich in einem kürzlichen Statement zu den neuen Geburtenzahlen den Geburtenrückgang nicht erklären: Der Kinderwunsch sei seit Jahren unverändert stark, und an den oft genannten ökonomischen, soziologischen oder psychologischen Gründen könne der Geburtenrückgang nicht liegen. Warum nicht, wird nicht ausgeführt. Gleich darauf verweist Fiala allerdings auf eine von ihm selbst in Auftrag gegebene Studie, und siehe da: Zunehmend ausschlaggebend sei durchaus die Einkommenssituation und das soziale Umfeld, etwa das Gefühl der die Sicherheit in der Beziehung.


Seine Ergebnisse stehen im Einklang mit zahlreichen weiteren (nichtstaatlichen) Umfragen und Studien aus anderen Ländern. Dem Schwangerschaftskonfliktreport 2024 von profemina, die größte Erhebung unter Frauen in Konfliktschwangerschaften im deutschsprachigen Raum, ist zu entnehmen, dass für 26 % der Frauen Probleme in der Partnerschaft und Angst vor dem Verlassenwerden der primäre Grund für eine Abtreibung sind. Weitere 31 % befürchten eine Überlastung, was meist finanzielle Gründe miteinschließt. In der ELSA-Studie von 2024 geben 42 % der Frauen an, dass Probleme im sozialen Umfeld sie zur Tötung ihres Kindes bewegen, und weitere 47 %, dass sie sich das Kind nicht leisten können. Eine österreichische Umfrage von 2023 ergab zudem, dass die Hälfte aller Befragten Druck, abzutreiben, aus dem Umfeld auf ungeplant Schwangere in Richtung Abtreibung wahrnehmen. 

Keine ‚Tabus‘: Abtreibung entfernt kein Gewebe, sondern Menschen

Fiala forderte in seinem Statement, alle möglichen Faktoren und Ursachen des demographischen Wandels „ohne Tabus“ zu erforschen und benennt dabei auch das wachsende Problem der Unfruchtbarkeit. Dass uns aufgrund seiner täglichen Beschäftigung unsere Kinder verlorengehen, scheint ihn jedoch nicht weiter zu bekümmern. „Durch Abtreibung – die er an mehreren Standorten durchführt und die er gesetzlich noch viel liberaler gestaltet sehen möchte – gehen seinen eigenen Schätzungen zufolge in Österreich jedes Jahr mindestens 30.000 Kinder verloren", klärt Natalie Ehrenberger, Pressesprecherin der Jugend für das Leben, auf. „Das ist im europaweiten Vergleich sehr viel. 2024 gab es knapp 77.000 Geburten, im Vorjahr knapp 78.000. Auch wenn diese Zahlen nur Schätzungen sind, können wir also sagen, dass etwa ein Drittel aller Kinder aufgrund von Abtreibung fehlt. Abtreibung ist womöglich auch deswegen so ein ‚Tabuthema‘, weil es kein Gewebe entfernt, sondern junge Menschen.“ Die oben genannten Gründe kombiniert mit den horrenden Abtreibungszahlen schreien regelrecht nach genauen Studien und Motivforschungen unter Betroffenen – doch dieses ‚Tabu‘ möchte man nicht anrühren. Lieber lässt der Staat Frauen damit allein, unter dem Deckmantel der „freien Entscheidung“.

Ist eine familienfreundliche Gesellschaft möglich? Plädoyer für einen Gesinnungswandel

Die Annahme Fialas, der Kinderwunsch sei „unverändert stark“, macht stutzig: Eine Studie aus Schweden erhielt im März 2025 mediale Aufmerksamkeit, weil nur mehr 75 % der befragten Schwedinnen Kinder wollen – im Gegensatz zu 2011, wo der Wert noch bei 91 % lag. Eine Studie der Uni Wien von 2023 ergab, dass sich die Zahl der Frauen, die keine Kinder wollen, seit 2006 verdreifacht hat. Bei einem Wert von 65 % Kinderwunsch unter den 18- bis 29-Jährigen von „stark“ zu sprechen, ist leider illusorisch. Der Abtreibungsanbieter fordert eine Familienpolitik, die Paare mit Kinderwunsch stärkt. Gleichzeitig will er kostenlose Verhütungsmittel sowie die Legalisierung von Abtreibung. „Es sind Weltanschauungen wie diese, die uns den Kinderwunsch langsam, aber sicher austreiben", mahnt Leopold Stolberg, Vorsitzender der Jugend für das Leben. „Die Frau wird damit auf eine Gebärmaschine und der Mann auf einen Samenspender reduziert, das dem Menschen eigene, natürliche Familienbild wird zerrissen, fortgepflanzt wird nur noch aufgrund eines egoistischen ‚Wunsches‘. Solange ‚Kinderwunsch‘ für unsere Gesellschaft nicht wieder selbstverständlich ist, solange man sich vor Kindern 'schützen' zu müssen meint und Kinder nicht als Gabe und Aufgabe, sondern als Produkt, das man entweder will oder nicht will, angesehen werden, kann keine wirklich familienfreundliche Politik betrieben werden.“


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