Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  11. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  15. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer

Ungarin Maria Magdolna Bodi wird am Samstag seliggesprochen

5. September 2025 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Junge Katholikin wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von sowjetischem Soldaten erschossen, als sie sich Vergewaltigung widersetzte - Kardinal Erdö leitet Seligsprechungsfeier in Veszprem


Budapest/Veszprem (kath.net/KAP) Im Veszprem wird am Samstag (6. September) die ungarische Märtyrerin Mária Magdolna Bódi (1921-1945) seliggesprochen. Die Feier wird Kardinal Peter Erdö in Vertretung von Papst Leo XIV. leiten. Bodi war in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs in der Gemeinde Liter am Plattensee von einem sowjetischen Soldaten erschossen worden, als sie sich einer Vergewaltigung widersetzte. Der neue Papst Leo bestätigte den Termin für die nunmehrige Seligsprechung, nachdem die ursprünglich bereits Ende April geplante Feier wegen des Todes von Papst Franziskus verschoben wurde.

Das dreitägige Programm zur Seligsprechung beginnt bereits am Freitag mit einem Jugendtreffen. Nach der Seligsprechungsfeier wird Bodis Leichnam am Sonntag von ihrem Grab in Liter an einen Seitenaltar der Michaelskathedrale in Veszprem übertragen. Mit der Seligsprechung von Maria Magdolna Bodi wird nach der Seligsprechung der slowakischen Märtyrerin Anna Kolesarova (1928-1944) im Jahr 2018 nun erneut eine junge Frau aus Ostmitteleuropa geehrt, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs aus Glauben und aus Schutz für ihre Würde und die anderer den Tod erlitt.


Bodi war Fabrikarbeiterin und setzte sich aus ihrem Glauben heraus unermüdlich für Kinder, ältere Menschen und Arme ein. Zum Christkönigsfest 1941 legte sie ein privates Versprechen ewiger Keuschheit ab. Als die Front am Ende des Zweiten Weltkriegs ihr Heimatdorf Liter erreichte, suchte die damals 23-Jährige mit anderen Frauen und Kindern Schutz in einem Bunker. Am 23. März 1945 kamen sowjetische Soldaten in das Dorf und griffen die Frauen an, die sich am Eingang des Schutzraums aufhielten. Magdolna Bodi wehrte sich, warnte ihre Gefährtinnen und versuchte zu fliehen, wurde aber von einem Soldaten eingeholt und mit sechs Schüssen getötet.

Der damalige Bischof von Veszprem und spätere Budapester Erzbischof Kardinal Jozsef Mindszenty (1892-1975) setzte schon kurz nach dem Tod der jungen Frau ein Verfahren zur Seligsprechung in Gang. Während der kommunistischen Zeit in Ungarn ruhte der Kanonisierungsprozess de facto. Erst 2011 gelang es dem emeritierten Erzbischof von Veszprem, Gyula Marfi, den Prozess neu zu starten. 2024 unterzeichnete Papst Franziskus das Seligsprechungsdekret.

Die Anerkennung des Martyriums von Mária Magdolna Bódi lenkt den Blick auf das Leid vieler Frauen in Ungarn, die 1945 Opfer sexueller Gewalt durch Soldaten der Roten Armee wurden. Zeitzeugenberichte, Gesundheitsstatistiken, sowie Veränderungen in der Geburtenrate weisen auf das massenhafte Ausmaß des Phänomens hin. Schätzungen gehen von 80.000 bis 250.000 Vergewaltigungen aus.

In Ungarn gingen die sowjetischen Soldaten besonders grausam vor. Jugoslawien, die Tschechoslowakei und Bulgarien galten als befreundete Staaten, weshalb die Soldaten dort weniger gewalttätig auftraten. Zudem erleichterte die gemeinsame slawische Sprache der Bevölkerung die Kommunikation mit den Besatzern. Die vergewaltigten Frauen sprachen nicht über ihr Schicksal; jahrzehntelang herrschte erzwungenes Schweigen und Verschweigen. Über die "befreiende" Sowjetarmee durfte nur positiv gesprochen werden.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Maria Magdolna Bodi (c) gemeinfrei


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  2. So nicht, Mr. Präsident!
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. "Derselbe Polarstern"
  11. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  12. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  13. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  14. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz