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'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'

17. Februar 2026 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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„Kampf gegen die Demokratie“: BILD-Kolumnist Martenstein rechnet mit großer Rede bei einer linken Veranstaltung mit dem AfD-Verbotsszenarien ab - Seine Rede geht viral


Hamburg (kath.net/gem/rn) Im Hamburger Thalia-Theater kam es jüngst zu einem ungewöhnlichen Spektakel: Der Regisseur Milo Rau inszenierte einen „Prozess gegen Deutschland“, bei dem es faktisch um das Verbot der AfD ging. Als Zeuge geladen war der bekannte „Welt“-Kolumnist Harald Martenstein. Doch statt die Anklage zu stützen, hielt Martenstein eine flammende Verteidigungsrede für den Pluralismus – und warf den Verbotsbefürwortern vor, selbst die Axt an die Demokratie zu legen.

Martenstein begann seine Rede mit einer provokanten Analyse der aktuellen Umfragewerte. Wenn man eine Partei verbieten wolle, die im Osten von bis zu 40 Prozent der Menschen gewählt werde, rede man nicht über den Schutz der Verfassung, sondern über das Ende der Demokratie. Er fragte das Publikum spitz: „Wie soll das neue System eigentlich heißen? Gelenkte Demokratie? Unsere Demokratie?“


Ein zentraler Punkt von Martensteins Kritik war die sprachliche Verwischung politischer Lager. Der heute populäre „Kampf gegen Rechts“ sei in Wahrheit ein Kampf gegen die Demokratie selbst.  Historische Einordnung: Martenstein erinnerte daran, dass Figuren wie de Gaulle, Adenauer und Churchill „eindeutig rechte Politiker“ waren. Die Definition: Wer Unternehmertum, Tradition und Familie verteidige und sein Land liebe, dürfe nicht mit Verboten belegt werden. Wer dies fordere, sei selbst ein Gegner der Demokratie.

Martenstein brach eine Lanze für die Wähler, die sich vom alten Parteienspektrum nicht mehr repräsentiert fühlen. Das Wort „Populismus“ suggeriere fälschlicherweise, dass es ein Fehler sei, auf die Zustimmung der Bevölkerung zu achten. Doch genau dieser Wille der Mehrheit sei die Grundlage der Verfassung. Ein Verbot mehrheitsfähiger Parteien entziehe dem Staat seine Legitimation und verwandle ihn in ein autoritäres Regime. „Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen.“

Besonders scharf kritisierte der Kolumnist die inflationäre Verwendung des Nazi-Begriffs. Wer Alice Weidel – eine mit einer Ausländerin liierte Lesbe – in eine Traditionslinie mit Heinrich Himmler stelle, sei ein „historischer Analphabet“.  Martenstein führte zudem Zitate an, die heute jedem AfD-Politiker den Kopf kosten würden – etwa die Forderung nach „bedingungslosem Gehorsam“ oder die Jagd auf „rote Ratten“. Doch diese Sätze stammten nicht von Björn Höcke, sondern vom CSU-Urgestein Franz Josef Strauß.

Lösung: Probleme lösen statt Parteien verbieten

Zum Abschluss gab Martenstein den Anwesenden einen pragmatischen Rat. Die AfD sei nicht durch Verbote klein zu halten, sondern durch Politik:

Martensteins Fazit war deutlich: Die wahre Trennlinie verlaufe nicht zwischen Links und Rechts, sondern zwischen autoritären Systemen und Freiheitlichen, in denen alle die gleichen Bürgerrechte besitzen – egal, ob sie die Regierung verabscheuen oder nicht.

 

Foto: (c) BILD


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Lesermeinungen

 Der Gärtner 17. Februar 2026 

DasGanze

Wieder eine tolle Idee von Milo Raus. Die Besetzung finde ich wirklich sehr gut. Insbesondere die inzwischen 82jährige Herta Däubler-Gmelin für die Rolle der vorsitzenden Richterin gewonnen zu haben, gibt dem Ganzen noch einmal richtig Glaubwürdigkeit. Eine der wenigen SPD Politikerinnen, mit denen ich etwas anfangen kann, (neben z.B. dem inzwischen 97jährigen Hamburger Klaus von Dohnanyi)
Die Sätze von Martenstein gehen bei mir schon lange als Gedanken um.
(in den Videovorschlägen auf YouTube scheinen weitere Teilstücke, welche ich noch nicht gesehen habe)

www.youtube.com/watch?v=IxsJmRPhBOY


0
 
 beertje 17. Februar 2026 
 

Damit wurde genau das ausgesprochen, was mir schon die ganze Zeit durch den Kopf geht. Es ist interessant, dass Menschen offensichtliche Ungereimtheiten nicht sehen wollen!


3
 
 JP2B16 17. Februar 2026 
 

Harald Martenstein stellt das Gescheitert-sein der pol. Linken und ihrer Anhänger ins Schaufenster

Ein beliebter weil bequemer Weg, sein eigenes Gescheitert-sein irgendwie ertragen zu können, ist die Projektion bzw. der Griff nach einem Sündenbock, von dessen Opferung man sich Versöhnung mit der eigenen Verzweiflung erhofft - ein Ventil, durch das man seinen Überdruck durch das zumeist noch unerkannte, mindestens aber uneingestandene Gescheitert-sein entspannen kann. Die Wahl des Sündenbocks trafen die reichweitenstarken Medien, deren Vertreter eher linken, progressiven Positionen anhängen, insbesondere was ihre persönlichen Lebensentwürfe betrifft. Ihre immense Überzeugungskraft verdanken sie einem ausgeklügeltem, raffinierten, superteurem Instrumentarium, mit dem sich eine Wirklichkeit nach eigenen (linken) Wünschen und Vorstellungen in Sekundenschnelle herstellen und in die Wohstuben transportieren lässt. Die Macht der Bilder. Gescheitert-sein deshalb, weil sie sich für Überzeugungen und Lebensentwürfe entschieden haben, die gegen die Natur gerichtet sind. Und das ahnen sie.


2
 
 Dornenbusch 17. Februar 2026 
 

Danke!

Schön das diese Rede auch bei kath.net angekommen ist.


1
 
 Freude an der Kirche 17. Februar 2026 
 

Danke!

Eine geniale Rede!


2
 
 Versusdeum 17. Februar 2026 
 

Danke @Redaktion

dass sie auf diese für die Demokratie* sehr wichtige Rede verweisen. Martenstein hatte übrigens ich glaube 4 reale (aber unterdrückte) Themefelder genannt, bei denen man mit guter Politik die AfD kleinhaltem könne. Soweit erinnerlich Migration, Schule/Bildung, Sicherheit und Wirtschaft.
* nicht die ominöse gekaperte "unsere Demokratie" der woken mit ihrer Buntstreifenfahne als neuer Deutschlandflagge, die sogar schon vor Polizeirevieren oder Krakenhäusern wie etwa "Rechts der Isar" (muss man das jetzt auch umbenennen?) in München weht(e)


2
 

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