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Dürnberger: Habermas erwartete von Theologie "viel, vielleicht zu viel"

16. März 2026 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Salzburger Theologe zum Tod von Jürgen Habermas über gemeinsame Anliegen und bleibende Differenzen zwischen Theologie und nachmetaphysischer Philosophie


Salzburg (kath.net/KAP) Jürgen Habermas, der am Samstag mit 96 Jahren verstorben ist, hat sich selbst in Anlehnung an Max Weber stets als "religiös unmusikalisch" bezeichnet und sich auch gegen jede theologische Vereinnahmung gewehrt; gleichwohl hat er sich gerade in den letzten Jahren immer wieder mit theologischen Autoren und der Frage befasst, ob die in religiöser Erfahrung geborgenen Gehalte nicht auch für eine prinzipiell säkulare Gesellschaft noch orientierende Kraft entfalten können. Dabei habe Habermas von der Theologie - freilich ohne dies dezidiert auszusprechen - "durchaus viel erwartet, vielleicht sogar zu viel", betonte der an der Universität Salzburger lehrende Theologe und Habermas-Kenner, Prof. Martin Dürnberger, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress (Sonntag).


Dürnberger verwies dazu etwa auf einen kurzen "Geburtstagsgruß", den Habermas im vergangenen Jahr an den kürzlich ebenfalls verstorbenen Frankfurter Religionsphilosophen Thomas Schmidt formuliert hatte. Darin verteidigte Habermas den in konkreter religiöser Erfahrung wurzelnden Dreiklang von Glaube, Liebe und Hoffnung gegen Konzepte einer inhaltlich unbestimmten Hoffnung. "Hier hat Habermas den Christen ins Stammbuch geschrieben, den Grund ihrer Hoffnung immer wieder neu zu aktualisieren und zu konkretisieren - denn Haltung ohne Inhalt wird zum bloßen Gestus", so Dürnberger.

Zugleich habe Habermas konsequent eingemahnt, dass diese theologischen Inhalte sich "diskursiv bewähren" und "säkular übersetzen" lassen müssten. In seinem späten Opus magnum "Auch eine Geschichte der Philosophie" (2019) habe er rekonstruiert, wie theologische Konzepte im Lauf der Geschichte neue Wege eröffnet und auch die Philosophie wegweisend inspiriert haben. Gerade hier habe Habermas im Blick auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft "viel von Theologie erwartet - vielleicht sogar zu viel. Es ist jedenfalls eine offene Frage, ob und wie sie diese Erwartungen einlösen kann."

Man könne darin eine Lernbereitschaft der säkularen Vernunft der Religion gegenüber sehen, allerdings auch eine gewisse funktionalistische Dienstbarmachung von Religion für soziale Problemlagen. Unabhängig davon bleibe Habermas ein inspirierender Denker für die Theologie, vor allem, wo er die Frage nach dem "unabgegoltenen Leid und himmelschreienden Ungerechtigkeiten" nicht nur in die Philosophie einspiele, sondern die Theologie als Ort der "prophetischen Benennung dessen, was fehlt" sieht, so Dürnberger abschließend

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Wilolf 17. März 2026 
 

De mortuis nihil nisi bene

Bei Habermas bleibe ich beim nihil.
Requiescat in pace!


0
 
 girsberg74 16. März 2026 
 

Was bleibt ?

Was Habermas an Theologie kritisiert / vermisst, ist angesichts des Zustandes dieses Bereichs und der sich alles Theologen nennenden Gelehrten nicht zu leugnen.
Andererseits kann Habermas nicht belegen, dass seine Grundvoraussetzungen in der Realität Bestand haben; seine denkerischen Leistungen unbenommen!
Man wird sagen können, dass es sich hier – seine Philosophie versus Theologie als solcher – um nichts anderes als Glasperlenspiele handelt; alles abgeleitete Größen, von unsicheren Voraussetzungen.
Die von @Ad Verbum Tuum als Wirklichkeit, als Wahrheit bezeugten Sachverhalte dagegen, bedürfen keiner Herleitung / keiner Begründung.


1
 
 Ad Verbum Tuum 16. März 2026 

Zu viel erwartet ..

vorausgeschickt, ich bin weder Philosoph noch Theologe, nur katholischer Laie & Ingenieur, also stark logisch-analytisch geprägt.
Ich hatte u.a. die TV-Diskussion von Kard. Ratzinger & Habermas gesehen ... die Philosophie Habermas war mich schlicht ein Luftballon ohne Erdung, ohne Grund. Eine Übererwartung gegenüber dem Christentum resultiert m.E. aus der Verneinung der Wirklichkeit; solange die moderne Menschheit nicht dazu zurückkehrt, zu akzeptieren, dass es eine in der Natur der Dinge liegende Wahrheit gibt - 2 Geschlechter, z.B. Im Prinzip brauchen wir die Rückkehr zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Naturrechts - sonst kann der Graben nicht geschlossen werden; eine säkulare Gesellschaft die weiterhin aus den Quellen der Lüge schöpft wird das Christentum als inhärente Norm nicht einmal tolerieren können.


3
 

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