Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  9. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  10. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  13. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  14. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  15. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft

„Gebt mir den Mut zu leben!“: Bewegender Brief eines ALS-Patienten gegen Sterbehilfe an Macron

15. Juni 2026 in Prolife, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schwer erkrankter Louis-Benoît Barth: „Es gibt auch die realen Stimmen von Patienten, die nicht um Hilfe beim Sterben bitten, sondern um Hilfe beim Leben bis zuletzt – frei von der Last übermäßiger medizinischer Eingriffe.“


Paris (kath.net/pl) „Gebt mir den Mut zu leben!“ So beginnt der Offene Brief von Louis-Benoît Barth an Emmanuel Macron und Sébastien Lecornu. Der 66-Jährige leidet an der unheilbaren, schmerzhaften Krankheit ALS und sah sich veranlasst, seine Bedenken schriftlich zu äußern – nur wenige Tage, bevor die Nationalversammlung erneut den Gesetzentwurf prüft, der ein angebliches „Recht auf aktive Sterbehilfe“ etablieren soll. Sein Brief ist ein eindringlicher Appell, der nicht das Recht zu sterben fordert, sondern die Mittel zum Leben: „Ich brauche die Gesellschaft, die mich daran erinnert, dass mein Leben seinen vollen Wert behält – auch wenn es eingeschränkt ist, auch wenn ich abhängig bin, auch wenn es zerbrechlich ist.“ Darüber berichtet das katholische Portal „Aleteia“ in seiner französischsprachigen Ausgabe.

Nach einem chaotischen parlamentarischen Verfahren konnte der Gesetzentwurf – der auf die Legalisierung von Euthanasie und assistiertem Suizid abzielt – den Senat nicht überzeugen. Die zweite Kammer lehnte den Text zweimal ab, und die Sitzung des Vermittlungsausschusses am Dienstag, dem 2. Juni 2026, führte zu keiner Einigung zwischen den beiden Kammern. Infolgedessen wandert der Gesetzentwurf erneut zwischen den Häusern hin und her; eine erneute Prüfung durch die Nationalversammlung ist für den 22. Juni angesetzt, erläutert „Aleteia“.


Louis-Benoît Barth versichert trotz seiner extremen Gebrechlichkeit, des durch die Krankheit verursachten Leidens und des fortschreitenden, unaufhaltsamen Verfalls seines körperlichen Zustands der Regierung und dem Staatsoberhaupt, dass der staatlich sanktionierte Tod „nicht die Lösung“ sei.

„Seit Monaten werden einige wenige Patienten in den Vordergrund gerückt, um zu erklären, dass sie der Legalisierung der Sterbehilfe entgegenfiebern. Ich respektiere dieses Leiden und diese Not zutiefst“, schreibt er zunächst. Dann ruft er aber die französische Regierung dazu auf, sich auch andere, abweichende Ansichten anzuhören und zur Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. „Es gibt auch andere Stimmen. Stimmen, die leiser sind, aber ebenso real. Stimmen von Patienten, die nicht um Hilfe beim Sterben bitten, sondern um Hilfe beim Leben bis zuletzt – frei von der Last übermäßiger medizinischer Eingriffe.“

Denn dieses aktuell diskutierte Gesetz, so betont Louis-Benoît Barth, „ist nicht bloß eine weitere Reform. Es ist eine der bedeutendsten unserer Zeit – wohl die wichtigste seit der Abschaffung der Todesstrafe.“ 

Der Autor beklagt, dass es „die Sichtweise unserer Gesellschaft auf das menschliche Leben aushöhlt“, indem es Gesundheitsdienstleistern und der Gesellschaft selbst ermöglicht, den Tod herbeizuführen, anstatt das Leben zu bewahren. 

Es handle sich dabei um einen Akt von äußerster Tragweite, einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruch und einen ethischen Wandel von beispiellosem Ausmaß – und doch „schreitet dies voran, als wäre dies lediglich eine gesellschaftliche Entwicklung unter vielen“. 

Barth appelliert an die gewählten Vertreter und politischen Entscheidungsträger, das umzusetzen, was die Schwächsten wirklich brauchen: Unterstützung und Palliativversorgung. „Was brauchen wir wirklich? Sicherlich nicht, dass uns der Tod als Lösung präsentiert wird. Wir brauchen eine Mobilisierung der Ärzteschaft, Linderung von Schmerzen, Stärkung menschlicher Zuwendung und eine flächendeckende Palliativversorgung. Das medizinische Fachpersonal weiß, wie all das zu bewerkstelligen ist; was [aber] vor allem fehlt, ist echter politischer Wille. Ein Gesetz von solcher Tragweite darf nicht ohne die Einbeziehung von Patienten, Angehörigen und jenen, die uns täglich pflegen, entworfen werden. Das ist die wahre nationale Priorität.“

Seiner Ansicht nach würde der vorliegende Gesetzentwurf „den Gedanken vermitteln, dass es einen einfacheren Ausweg gibt: das Aufgeben. Es ist, als würde die Gesellschaft den Schwächsten stillschweigend sagen: ‚Ihr dürft gehen; wir hätten dafür Verständnis‘ (...) Doch ich brauche keine Hilfe dabei, aufzugeben. Ich brauche mein Land, damit es mir hilft, durchzuhalten. Ich brauche die Gesellschaft, die mich daran erinnert, dass mein Leben seinen vollen Wert behält – auch wenn es eingeschränkt, abhängig oder zerbrechlich ist.“

Zur Erinnerung: Der vom Abgeordneten Olivier Falorni ausgearbeitete Text sieht vor, dass Patienten mit einer „schweren und unheilbaren“ Krankheit ihr Leben durch die eigenständige Verabreichung eines tödlichen Mittels beenden dürfe, schildert „Aleteia“. Die Kriterien für diese Maßnahme sind sehr weit gefasst, was bei Gegnern des Gesetzentwurfs sowie bei Ärzten und Pflegekräften aufgrund des hohen Missbrauchsrisikos Besorgnis hervorruft. Viele Beobachter, Politiker und im Gesundheitswesen Tätige befürchten insbesondere, dass sich schutzbedürftige Patienten – auch ohne ausdrücklichen Zwang – unter Druck gesetzt fühlen könnten, den Tod zu erbitten, und dass die Beurteilung der Einwilligung in Fällen psychischer Notlagen schwierig wäre.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  11. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  14. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  15. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz