Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  9. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  12. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  15. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò

Das Joch Christi und die Weisheit des Kreuzes

5. Juli 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: Die Weisheit Gottes zeigt sich in der Demut Christi und im Kreuz. Christus offenbart den Vater den Unmündigen. - Beginn der Zeit der Erholung im Apostolischen Palast von Castel Gandolfo. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die Ansprache zum Angelus am Vierzehnten Sonntag im Jahreskreis stand im Zeichen des Evangeliums nach Matthäus (Mt 11,25–30), in dem Jesus den Vater preist und die Müden und Beladenen zu sich ruft. Papst Leo XIV. betrachtete die Worte Christi als Offenbarung der Weisheit Gottes, die sich nicht in menschlicher Klugheit, sondern in der Demut des Mensch gewordenen Sohnes zeige. Zugleich deutete er das Kreuz als Mitte der christlichen Nachfolge und als Ort, an dem Leid, Sünde und Tod ihre Antwort in Christus fänden.

Zu Beginn der Katechese verwies der Papst auf das Evangelium des Tages, das dazu einlade, in den Lobpreis einzustimmen, den Jesus dem Vater, dem Herrn des Himmels und der Erde entgegenbringe.Diese Haltung entspreche dem Wesen Gottes selbst. Christus offenbare den Vater in einer Weise, die den Maßstäben menschlicher Selbstgewissheit widerspreche. Die Einfachheit einer so spontanen und freudigen Geste „entspricht der Art Gottes, der es liebt, sich den ‚Unmündigen‘ zu offenbaren, während er ‚den Weisen und Klugen verborgen bleibt (vgl. V. 25)“. Der Papst führte aus, dass diejenigen, die sich ausschließlich auf ihre eigenen Vorstellungen stützten, den Messias nicht zu erkennen vermöchten: „Diese sind nämlich so sehr von ihren eigenen Ideen eingenommen, dass sie die Gegenwart Christi nicht erkennen, des Messias, der sein Volk besucht. Menschliche Weisheit wird dann zu Arroganz, und die Lehre verkommt zu Hochmut“.


Demgegenüber offenbare sich die Weisheit Gottes in der Menschwerdung Christi. Sie richte sich an jene, die ihre eigene Bedürftigkeit anerkennten und sich dem Ruf Jesu öffneten. Leo XIV. betonte die Einladung des Herrn: „Die wahre Weisheit Gottes offenbart sich hingegen in der Demut des Fleisches, und seine Unterweisung richtet sich an jene, die sich am schwersten tun: ‚Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid‘ (V. 28), sagt der Herr“. Zu Christus zu gehen bedeute, auf seine Liebe zu antworten und seinen Weg bis zum Kreuz mitzugehen. In diesem Zusammenhang zitierte der Papst die Worte Jesu: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mt 16,24)“. Eben diese Selbsthingabe aus Liebe bilde das eigentliche Joch Christi. Es sei die Zusammenfassung seiner Lehre, das Herzstück seiner Weisheit, voll brennender Liebe zu allen.

Dann stellte Leo XIV. die Frage nach der Bedeutung der Worte Jesu, sein Joch sei leicht und seine Last sei sanft: „Wie kann die Last des Kreuzes ‚leicht‘ und ‚sanft‘ sein?“ Die Antwort liege darin, dass Christus selbst das Kreuz zuerst getragen habe und niemanden allein lasse mit dem, was uns niederschlägt. Jesus nehme als wahrer Meister die vom Bösen verwundete Menschheit auf sich, um sie zu tragen und zu heilen. Seine Weisheit sei deshalb eine Botschaft des Heils, die den Menschen nach jedem Sturz wieder aufrichte. Der Papst erläuterte weiter, die Nachfolge Christi sei keine Übung der Selbstzerstörung, sondern führe in die Freiheit. Er hob hervor: „In der Nachfolge Christi ist unser Weg also keine abtötende asketische Übung: Er ist eine Schule der Freiheit, die das Drama der Geschichte ernst nimmt und stets ihren Sinn erhellt, vor allem in den dunkelsten Momenten“. Den Grund dafür sah er allein im Kreuz Christi: „Denn nur am Kreuz Jesu wird das Böse erlöst: Nur in seinem Leiden findet unsere Todesmüdigkeit Trost und Erlösung“.

Die Mitte dieser Weisheit brachte Leo XIV. anschließend in knappen Aussagen zum Ausdruck: „In der Knechtschaft ist Christus Befreiung. Unter der Geißel des Krieges ist Christus Hoffnung. In der Stunde der Sünde ist Christus Vergebung“. Darin liege die wahre Weisheit, die den gemeinsamen Weg der Jünger Christi bestimme. Der Papst erklärte, dieser Weg werde von Jesus selbst eröffnet, der als Sohn Gottes Mensch und Bruder geworden sei: „Das ist die wahre Weisheit, d. h. der Weg, den wir als in seinem Namen vereinte Jünger gemeinsam gehen wollen. Jesus lehrt uns das als Sohn, indem er unser Bruder wird: Mit der Kraft des Heiligen Geistes offenbart er selbst der Kirche die Wahrheit über Gott und den Menschen, denn ‚niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will‘ (V. 27)“.

******

Am heutigen Nachmittag begibt sich Leo XIV. in den Apostolischen Palast von Castel Gandolfo, um sich dort bis Montag, den 27. Juli, zu erholen. Während dieser Zeit werden alle allgemeinen, privaten und besonderen Audienzen ausgesetzt. Die Generalaudienzen werden am Mittwoch, den 5. August, wieder aufgenommen. An den Sonntagen im Juli wird der Papst den Angelus auf der Piazza della Libertà in Castel Gandolfo beten.

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 5. Juli 2026 

Die Wahrheit über Gott und den Menschen.

Ich glaube, wir sollten bei diesem Ausdruck ein wenig stehen bleiben und uns überlegen, wie es damit in unserer Kirche und Welt heute steht. Ich persönlich habe immer mehr den Eindruck, als hätte diese Wahrheit in letzter Zeit sehr gelitten, und der Grund dafür sei der Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert. Wo Gott im Zentrum steht, stimmt das Verhältnis von Gott zum Menschen, vom Schöpfer zu Geschöpf, vom Erlöser zum Erlösten. Je mehr Gott verdrängt wird, schwindet das Bewusstsein für Gottes ganze Grösse und Herrlichkeit, neigt der Mensch dazu, selbst Herr über sein Leben und über diese Welt sein zu wollen. Dabei geht die Demut verloren, jener Mut zu dienen, Gott und seinem Nächsten, welchen man früher als Furcht des Herrn bezeichnet hat. «Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht.» lehrt uns die Schrift. (Spr 9,10) Sind wir vielleicht heute so zerstritten, weil uns diese Weisheit fehlt?


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  5. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  6. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  14. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  15. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz