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Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien

10. Juli 2026 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Wien: Die Lazaristenkirche wurde an die Koptische Kirche übergeben - Schon am 1. Juli erfolgte die feierliche Schlüsselübergabe des Lazaristenordens an die Koptische Kirche


Wien (kath.net/KAP) Seit 1. Juli befindet sich die Lazaristenkirche im 7. Wiener Bezirk in der Kaiserstraße im Eigentum der Koptisch-orthodoxen Kirche. Die Kirche gehörte dem Lazaristenorden, die bisher vor Ort tätigen Patres übersiedeln nach Graz. Der Orden behält aber Räumlichkeiten in der Kaiserstraße, in denen auch künftig der Sitz des Provinzialats sein wird. Der Übergabevertrag an die Koptische Kirche wurde bereits Mitte Juni unterzeichnet, am 1. Juli erfolgte die feierliche Schlüsselübergabe im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kirche. Der koptische Bischof Anba Gabriel dankte im Namen seiner Gläubigen für die Übergabe der Kirche, die für die Kopten in Österreich ein wichtiges Zeichen der Solidarität und Geschwisterlichkeit sei.

Die neugotische Kirche wurde als Ordenskirche für die 1853 nach Österreich berufenen Lazaristen erbaut. Der Grundstein zur Kirche wurde am 27. September 1860, dem 200. Todestag des Lazaristen-Patrons Vinzenz von Paul, vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Joseph Othmar von Rauscher gelegt. Am Vorabend des Fests Mariä Empfängnis 1862 weihte Kardinal Rauscher den fertigen Kirchenbau der Unbefleckten Empfängnis.


Im Jahr 1939 wurde die Lazaristenkirche zur Pfarrkirche erhoben. Sie war das Zentrum der Pfarre Unbefleckte Empfängnis. Mit der aktuellen Kirchenübertragung einher geht die Angliederung der Pfarre Unbefleckte Empfängnis an die Pfarre Schottenfeld. Dies soll laut Lazaristen mit 1. September 2026 geschehen bzw. abgeschlossen sein.

Die Übergabe der Lazaristenkirche ist bereits die vierte Kirchenübergabe an die Kopten in Wien. Die Erzdiözese Wien übergab den Kopten 2003 die "Russenkirche" bei der UNO City, 2010 erhielten die Kopten die Klosterkirche der "Gesellschaft der Helferinnen" im 18. Bezirk und 2015 die Kirche von Maria vom Siege.

Für die Kopten dankte bei der Übergabe der Geistliche P. Daniel für die Übergabe. Er verstehe sehr gut, wenn dieser Abschied für viele nicht leicht sei. Er wolle aber versichern: "Wir kommen nicht als Fremde an einen fremden Ort. Wir kommen als Christen in ein Haus Gottes. Wir glauben an denselben Herrn Jesus Christus. Wir lesen dieselbe Heilige Schrift. Wir verehren unser aller Mutter, die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin und ehren viele der gleichen Heiligen. Uns verbindet weit mehr, als uns trennt."

Für die Kopten sei es ein großes Geschenk und zugleich eine große Verantwortung, dieses Gotteshaus übernehmen zu dürfen. "Wir sehen uns nicht als diejenigen, die ein Kapitel beenden, sondern als diejenigen, die das Gebet in dieser Kirche weitertragen dürfen." Diese Kirche werde auch in Zukunft ein Ort des Gebets sein, "und wir hoffen, dass jeder Mensch, der diese Kirche betritt, Christus begegnen möge".

In Österreich gibt es rund 12.000 Kopten. Die meisten davon leben im Großraum Wien. Koptisch-orthodoxe Gemeinden gibt es unter anderem auch in Graz, Bruck an der Mur, Klagenfurt und Linz. Das Antonius-Kloster in Obersiebenbrunn im Marchfeld ist der Sitz des für Österreich zuständigen Bischofs Anba Gabriel und somit das jurisdiktionelle und spirituelle Zentrum der Koptischen Kirche in Österreich. In der Quadenstraße in Wien-Donaustadt haben die Kopten eine eigene große Kirche errichtet.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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