Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Wir machen da was mit Medien
  10. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  11. „Wir werden erwartet“
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

"Angriffe auf Christen werden in Deutschland ignoriert"

18. Juli 2026 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


WELT-Kommentatorin Dorothea Schupelius warnt vor fataler Gleichgültigkeit - Deutschland europaweit nach Frankreich auf Platz 2 bei christenfeindlichen Vorfällen


Berlin (kath.net/gem/rn)

„Alle Religionen sind gleich. Aber manche sind gleicher als andere. Wer Christen angreift, beleidigt oder aus dem öffentlichen Raum drängt, muss in Deutschland nur selten mit größerer Empörung rechnen.“ Mit diesen klaren Worten kritisiert die Journalistin Dorothea Schupelius in einem aktuellen Kommentar für die Tageszeitung WELT eine gefährliche Doppelmoral in der deutschen Öffentlichkeit und Politik im Umgang mit Christenfeindlichkeit. Während Angriffe auf andere Religionsgemeinschaften zu Recht scharf verurteilt würden, herrsche bei antichristlichen Vorfällen oft ohrenbetäubendes Schweigen oder eine verharmlosende Relativierung.

Als eklatantes Beispiel nennt Schupelius das Café „Stay“ der freikirchlichen Zeal Church in Leipzig. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde die Einrichtung sage und schreibe 26-mal von Linksextremen attackiert: Scheiben wurden eingeworfen, Fassaden mit Farbe und Hassparolen beschmiert, und an Heiligabend wurde sogar Buttersäure in den Räumen verspritzt. Die Konsequenz: Das Café musste schließen.


Doch eine Welle der Solidarität oder öffentliche Empörung blieb aus. Stattdessen sei versucht worden, die Taten umzudeuten. Besonders befremdlich sei die Reaktion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gewesen. Diese erklärte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, sie sehe darin keinen Angriff auf die Religionsfreiheit. Es sei schließlich „kein religiöser Betrieb“, sondern ein „Wirtschaftsbetrieb“ attackiert worden, und das Motiv der Täter sei „nicht religiös, sondern ethisch“. Schupelius zieht hierzu einen klaren Vergleich: „Man stelle sich vor, es wäre ein muslimisches Café gewesen. Zu Recht wäre die öffentliche Empörung groß.“

Auch andere Vorfälle zeigen laut der Kommentatorin, wie gleichgültig die Gesellschaft auf Angriffe gegen das Christentum reagiert. Als im niedersächsischen Delmenhorst im Mai Unbekannte in einer Kirche Bibeln und Gesangbücher anzündeten, wiegelte die Polizei schnell ab und sah keinen politischen Hintergrund. Da Christen auf das Verbrennen ihrer heiligen Schriften im Regelfall nicht mit Gewalt reagieren, sei das Thema in den Medien sofort wieder ad acta gelegt worden.

Ebenso geräuschlos verlief eine gezielte Provokation in Regensburg: In der Basilika Sankt Emmeram drehte eine Popsängerin ohne Genehmigung ein Musikvideo zu einem Song mit dem provokanten Titel „You believe in Jesus, I believe in Pussy“. Während der zuständige Pfarrer Roman Gerl von einem „absoluten No-Go“ und einer massiven Verletzung religiöser Gefühle sprach, blieben politische Reaktionen völlig aus. Dass das Video schließlich entfernt wurde, lag lediglich an der fehlenden Drehgenehmigung. Auch hier stellt Schupelius fest: Ein vergleichbarer Clip in einer Moschee hätte eine völlig andere gesellschaftliche Dynamik ausgelöst.

Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, belegen harte Zahlen. Schupelius verweist auf die Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) mit Sitz in Wien. Demnach gab es im Jahr 2024 in Deutschland 471 registrierte Opfer von Gewalt gegen Christen. Damit belegt Deutschland im europaweiten Vergleich hinter Frankreich den unrühmlichen zweiten Platz bei christenfeindlichen Vorfällen. Besonders gefährdet seien dabei christliche Konvertiten und Gläubige mit Migrationshintergrund.

Schupelius warnt eindringlich vor den Folgen dieser Gleichgültigkeit. Die Werte, auf denen das deutsche Gemeinwesen ruht – wie die Menschenwürde, die Gewissensfreiheit und die Religionsfreiheit –, seien historisch zutiefst christlich geprägt. Wer wegsieht, wenn das Christentum systematisch aus dem öffentlichen Raum gedrängt wird, schade letztlich der gesamten Demokratie: „Wer das Christentum aus dem öffentlichen Raum drängt, greift unsere freie Gesellschaft an.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  3. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  4. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  5. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  6. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  7. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  8. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  9. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  12. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  13. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  14. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  15. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz