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Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?

31. Juli 2026 in Kommentar, 48 Lesermeinungen
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Die „Zeit“ macht das Thema jetzt auch bundesweit bekannt – Haben wir wirklich Bedarf an noch mehr Moderne in unseren Kirchen oder darf ein Kirchengebäude auch mal unverändert erhalten bleiben? kath.net-Kommentar von Petra Lorleberg


Weingarten (kath.net/pl) Es ist der Altar für die unglaublich wertvolle Heilig-Blut-Reliquie in der Basilika St. Martin im schwäbischen Weingarten. Der Blutritt in Weingarten ist immerhin Europas größte Reiterprozession (regelmäßig bis zu 2.000 Blutreiter und bis zu 30.000 Pilger), die Heilig-Blut-Reliquie ist in diesem Altar aufbewahrt und steht durch ein Sichtfenster den Gläubigen zur Verehrung offen. Der neo-barocke Altar, der 1931/32 im Rahmen der Liturgischen Bewegung eingefügt wurde, um den Menschen eine stärkere Teilnahme am Altargeschehen zu ermöglichen, kommt in Größe und blutroter Farbe zwar eigentlich auffällig daher – aber in einer barocken Kirche schmiegt er sich dennoch fast nahtlos in das Gesamtbild ein.

Jetzt ist ein neuer Altar geplant, ja bereits genehmigt. Dem verfügbaren Bildmaterial nach handelt es sich um einen schlichten, hellen Altar, leicht konisch, an einen Steinblock erinnernd – „Kochinsel“, nennen ihn manche Kritiker und dies ist keineswegs freundlich gemeint. Immerhin sieht der Entwurf erneut ein Sichtfenster für die Heilig-Blutreliquie vor, hier wäre auch die Sicherung der Reliquie verbessert im Vergleich zum aktuellen Altar, eindeutig ein Pluspunkt für den geplanten Altar. Allerdings soll die Reliquie künftig nur noch zu besonderen Anlässen im Hauptaltar ausgestellt werden, ansonsten in einem Seitenaltar. Dass sich der geplante Entwurf organisch in das Gesamtbild der Basilika einfügen würde, wird aber niemand behaupten können, nicht einmal seine Befürworter.

Nun wird Widerstand gegen den geplanten Altar öffentlich. Eine Petition hat bereits über 1.200 Unterschriften gegen den neuen Altar gesammelt, darunter sogar der Benediktinerpater „Pirmin Meyer, der schon einige Male Blutreiter war“ („Schwäbische Zeitung“), seines Zeichens der letzte Prior des 2010 aufgegebenen Benediktinerklosters Weingarten.


Das Thema hat längst die Ebene „Pfarrgemeinde“ und verantwortliche Gremien der Diözese Rottenburg-Stuttgart verlassen. Verschiedene Artikel in Regionalzeitungen berichten. Überregional fragt  Moritz Hackl in der „Zeit“: „Wem gehört eine Kirche? Dem Pfarrer, der Gemeinde – oder allen, die sich ihr verbunden fühlen? In Baden-Württemberg entzündet sich an einem Altar ein Streit über Macht, Mitbestimmung und Tradition.“ Und er beantwortet die Frage, wem eine Kirche denn nun gehöre: „keinem allein. Nicht dem Pfarrer, der sie gestalten will, nicht Reichle, der sie erhalten möchte, nicht einmal dem Gremium, das über sie entscheidet. Sie gehört denen, die noch kommen werden, um in ihr zu beten. Die werden beurteilen, ob der Altar, der dann in dieser Kirche stehen wird, zu ihrem Gottesdienst passt.“

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Ebenso lässt sich streiten über Argumente, ob ein Kirchenraum eher museal oder eher modern ausgerichtet sein sollte. Man wird von Fall zu Fall Vor-Ort-Lösungen finden müssen und diese werden naturgemäß unterschiedlich aussehen. Dies ist ein gesunder Vorgang, sofern die Ergebnisse wirklich UNTERSCHIEDLICH sind und nicht völlig einseitig zugunsten der Modernität ausfallen. Weder das gewohnheitsmäßige Fremdeln mit der Modernität noch das gewohnheitsmäßige Fremdeln mit der geschichtlichen Entwicklung wären begrüßenswert.

Deshalb möchte ich noch ein Argument zu bedenken geben: Wer Modernität in Kirchenräumen schätzt, findet sie zu Hauf. Wir haben bemerkenswerte Kirchen aus den 60er- und 70-Jahren, die immer noch als „modern“ empfunden werden, und die bei Renovationen oft geschmackvoll weiterentwickelt wurden. Wir haben ältere Kirchen, die – mehr oder weniger – behutsam den modernen Bedürfnissen angepasst worden waren, genannt sei hier der Rottenburger Dom St. Martin. Über diesen Dom informiert übrigens Wikipedia, bei der letzten Renovierung 2001-2003 sollte „durch den Einzug einer Zwischendecke, ein modernes Beleuchtungskonzept, neue Bestuhlung und das Entfernen spätgotischer Altäre … der Eindruck eines historischen Raumes mit gotisch-barockem Stilgemisch vergessen gemacht werden“ (Hervorhebung PL). Derart auf den Punkt gebracht liest man dies eher selten. Fakt ist nämlich: inzwischen kennt man allzu viele Kirchenrenovationen, die zu modern ausgefallen sind. Eine unveränderte Bestandserhaltung ist seit geraumer Zeit nicht en vogue.

Doch wie wäre es eigentlich, wenn wir in unseren Kirchen gelegentlich auch mal den Mut fänden, Althergebrachtes zu würdigen und zu erhalten, auch dann, wenn es gerade nicht unserem stets flüchtigen Zeitgeist entspricht? Wie wäre es konkret, wenn man den bisherigen Volksaltar der Weingartner Basilika behutsam restaurieren, die Sicherheitsfrage für die Heilig-Blut-Reliquie lösen und die unebenen Stufen um den Altar egalisieren würde? Wie wäre es, wenn man in Zeiten knapper Finanzen die ca. 150.000 Euro, die für den neuen Altar und die Altarraumgestaltung veranschlagt sind, sinnvoller einsetzt? Wie wäre es, wenn man an der immerhin größten Barockkirche nördlich der Alpen einfach mal keine markanten Änderungen vornehmen würde, die über behutsame Anpassung von Licht-, Ton- und Sicherheitstechnik hinaus gehen?

Und wer bedenkt eigentlich die Frage, wohin der Zeitgeist innerhalb der katholischen Kirche inzwischen weht? Dem aufmerksamen Beobachter ist längst klar: er weht nicht mehr in Richtung Modernisierung. In den USA – und darüber hinaus – lässt sich ein neuer Trend feststellen: Die Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen. Der nachkonziliare „katholische Bildersturm“ hat ausgestürmt. Junge Leute, die heute wieder zur Kirche zurückfinden, wollen Rechtgläubigkeit in der Lehre und sie wollen Kirchenräume, die offen sind für Mystik. Deshalb hat der Gedanke von Moritz Hackl in der „Zeit“ überraschendes Gewicht: „Wem gehört eine Kirche? … Sie gehört denen, die noch kommen werden, um in ihr zu beten.“ - Ich selbst plädiere jedenfalls für den Erhalt des bisherigen Altars.

Vergleiche dazu auch den kath.net-Kommentar: Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen - In den USA gibt es Pfarreien, die den Kahlschlag beenden, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts (auch in Europa) durch die Kirchengebäude gezogen war – Dieser „Bildersturm“ hatte keinen Rückhalt im II. Vatikanum. Von Petra Lorleberg

Foto des aktuellen Altars in der Basilika Weingarten (c) Wikipedia/CC BY 2.0/Clemens von Vogelsang


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Lesermeinungen

 Versusdeum 7. August 2026 
 

P.S.:

Ich meinte jeweils nicht den neobarocken Altar in Weingarten, sondern den neuen Entwurf (speziell @discipulus)


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 Versusdeum 6. August 2026 
 

Nur gut, dass es schöne Altartücher gibt

So kann man selbst solchen Altären etwas aüßere Würde verleihen, vor denen man ansonsten am liebsten gleich flüchten würde.


0
 
 modernchrist 6. August 2026 
 

Warum dieser rote große Altar nicht passen sollte,

verstehe ich nicht. Er will auf die kostbare Hl. Blut-Reliquie auch nach hinten für den Besucher schon aufmerksam machen! Auch ist gut Platz für Konzelebrationen vieler Priester bei den großen Wallfahrten nötig. Ich glaube fest, dass wallfahren wieder mehr kommen wird, je größer die jetzt schon sichtbare Verzweiflung der einfachen Leute wird!! Wir brauchen solche geistlichen Zufluchtsorte, an denen möglichst wenig herumgedoktert werden sollte. Längere Zeit Fernstehende wollen sich wieder beheimatet fühlen, wenn sie zurückkehren, neue haben die kahlen Räume satt: Es gibt Kirchen, in die man kein Kind führen kann, so kahl und langweilig ist alles. Nirgendwo kann dort der Blick haften und Glück und Farbe finden. Das Zentrum ist Christus mit seinem Blut; Wir wissen doch gar nicht, welchen Geschmack die Menschen in einigen Jahren oder Jahrzehnten haben! Und über Geschmack lässt sich ja trefflich streiten. Daher lieber behutsam und im Zweifel belassen.


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 Ines2001 3. August 2026 
 

neobarockes Monstrum

@discipulus
Sie müssen genauer lesen: Der jetzige Volksaltar ist ein neobarockes Monstrum, nicht der barocke Hochaltar. Man hat diesen neobarocken Volksaltar in den dreißiger Jahren aufgestellt. Er passt aber nicht in den Chorraum, wie das Bild des Artikels schön zeigt. Außerdem hat man damals das Chorgitter nach hinten geschoben, um die Mensa des barocken Hochaltars zu verstecken. Wenn dieser schändliche und massive Eingriff in die barocke Kirche nicht geschehen wäre, würde sich die Situation heute ganz anders darstellen. - Und eins ist klar: Jeder Altar symbolisiert Christus. Bei manchen Altären muss man das aber wissen, erkennen kann man es nicht. Wer unglückliche Altarlösungen kritisiert, versündigt sich natürlich nicht.


1
 
 discipulus 3. August 2026 
 

@Ines2001, @Versusdeum: Altäre sind Christussymbole

Diese als "barockes Monstrum" oder nicht minder abwertend als "Klotz" zu bezeichnen, ist respektlos gegenüber demjenigen der durch den Altar symbolisiert wird. Da stellt sich die Frage, ob man wirklich verstanden hat, was man in der Liturgie vollzieht, oder ob man nur einem äußerlichen Ästhetizismus huldigt.

Denn auch wenn mir das "barocke Monstrum" in meiner Taufkirche lieb ist und ich es nicht missen möchte - der geplante Altar ist jetzt nicht unästhetisch, ganz anders als so manch anderer neuer Altar der letzten Jahre...


1
 
 Versusdeum 3. August 2026 
 

Salamitaktik im Großen

Der erste Volksaltar wurde zumindest noch per Bemalung barockisiert, wie auch in der Kirche meiner Kindheit, wo man in den 70ern einen optisch sehr schönen und gut angepassten Volksaltar" aufgestellt hatte (etwas anderes wäre damals auch nicht akzeptiert worden). Später hat "man" dann, getarnt als "Kirchenrenovierung", alles vor dem Hochaltar abgeräumt (Teppiche, Kniebank...) und durch einen ähnliche Klotz wie in Weingarten ersetzt (teurer Marmor-Felsklotz auf Steinboden - und das in einer Barockkirche!).


2
 
 Christine 3. August 2026 

Pater Buob über den geistlichen Kampf im Alltag

interessante Gedanken über die Entscheidung für oder gegen Gott und die Sehnsucht der Menschen

www.youtube.com/watch?v=1jYVdIABwBk


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 SalvatoreMio 2. August 2026 
 

Alte Kirchbauten zu Museen usw. umfunktionieren?

@Ines2001: Also, Ihre Einstellung macht mir "Angst" und lässt mich an die Kommunisten der UDSSR denken, die Pferdestelle und Gerätelager aus Gotteshäusern machten. - Gotteshäuser, Altäre und Einrichtungen wurden immer zur Ehre des Herrn errichtet; es wurden große finanzielle Opfer gebracht (nicht nur von den Steinreichen) und kräftezehrende Arbeiten verrichtet. - Ihre Ideen erschrecken mich zutiefst, so dass ich mir sogar die Frage stelle, ob für Sie nur "Kunst und Architektur" wichtig sind oder unser Glaube! - (Nur am Rande erwähnt: "Barock" war nie mein Geschmack, aber das ist mein Problem. Andere sind fasziniert).


5
 
 Ines2001 1. August 2026 
 

eine klare moderne Lösung

Man sollte nicht vergessen, dass der jetzige Altar ein neubarockes Monstrum ist, das sich leider gar nicht in den Chorraum einfügt. Wenn man es richtig machen wollte, müsste man den Hochaltar wieder zugänglich machen und das Chorgitter nach vorn an seinen alten Platz zurückversetzen. Davor hätte man dann die Möglichkeit eine klare moderne Lösung zu schaffen. Aber dafür fehlt dann wohl doch der Mut.


1
 
 SarahK 1. August 2026 
 

Liebe Ines

Ich war heute Beichten und belasse es hier, wir haben zu unterschiedliche Ebenen der Wahrnehmung.


1
 
 Schillerlocke 1. August 2026 
 

Wenn die Reliquie

besser gesichert werden muss, kann man das doch bestimmt im Unterbau des jetzigen Altars gut und obendrein wahrscheinlich kostengünstig bewältigen. Weshalb benötigt man also einen ganz neuen Altar?
Darüber hinaus ist es doch häufig so, dass in einer alten Kirche die Innenausstattung aus Zutaten verschiedener Jahrhunderte besteht. Somit leuchtet mir nicht recht ein, warum dieser "Volksaltar", der sich überdies harmonisch ins Gesamtensemble einschmiegt, ersetzt werden soll.
Der einzige Gedanke, den ich für diskutabel halte, ist der, die Reliquie in den früheren Seitenaltar zurückzuversetzen, wenn das Bildprogramm dieser Seitenkapelle insgesamt auf die Blutreliquie ausgerichtet sein sollte.


2
 
 Ines2001 1. August 2026 
 

Erneuerung

Das Konzil sagt zu diesen Dingen eigentlich nichts, schon gar nicht zu "Volksaltären". Dass Papst Franziskus und Papst Leo sich direkt zu diesen Fragen geäußert hätten, habe ich nie behauptet. Aber wenn die heutige Kirche wirklich in Kontinuität zu "vorkonziliaren" Kirche stehen wollte, hätte sie die alten Altäre einfach weiternutzen können - hat sie aber nicht. Das ist jedoch nur ein Symptom für tiefergehende theologische Erneuerungen. Wir haben uns endlich von der Last der Vergangenheit befreit. Und das haben alle nachkonziliaren Päpste gewollt und gefördert. Was daran sarkastisch sein soll, verstehe ich nicht.


0
 
 SarahK 1. August 2026 
 

@Versusdeum: Chapeau!

Am Anfang habe ich mich das auch gefragt.


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 SarahK 1. August 2026 
 

@Ines, jaja Papst Franziskus hat gesagt, ich liebe es

Die Behauptung, Papst Franziskus und Papst Leo wollten historische Kirchen bewusst durch neue Altäre etc von ihrer Vergangenheit abgrenzen, können Sie nicht belegen. Weder in offiziellen Dokumenten noch in ihren Ansprachen findet sich die Forderung, barocke Kirchen als Ausdruck einer „alten Kirche“ zu kennzeichnen. Neue Altäre werden vielmehr dort errichtet, wo liturgische oder denkmalpflegerische Gründe dies sinnvoll machen, nicht als ideologisches Symbol. Die katholische Kirche versteht sich trotz Reformen als dieselbe Kirche in Kontinuität mit ihrer Geschichte und nicht als „neue Kirche“. Deshalb ist die Aussage eher eine persönliche Deutung als eine durch Fakten gestützte Beschreibung der Position der Päpste. Generell empfehle ich mal die echten Texte des Vat2 zu lesen. Sollten die Ihnen das persönlich gesagt haben, dann sicher weil beide Sie für verschwiegen hielten.


1
 
 Fatima 1713 1. August 2026 
 

Alte und neue Kirche?

Die von unserem Herrn Jesus Christus gegründete Kirche ist und wird immer die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche sein und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.


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 Versusdeum 1. August 2026 
 

@Ines2001

Sind Ihre Postings eigentlich ernstgemeint oder Satire / Sarkasmus? Meine Frage ist jedenfalls ernstgemeint.


2
 
 Mariat 1. August 2026 

Die Tradition soll weg, passt nicht mehr in die Moderne, nicht zum Synodalen Weg,

nicht zur Vielfalt, nicht zur Selbstliebe- die immer höher aufsteigt; die alles Selbst - bestimmt leben will, es auch mit "allen Kräften durchsetzt".
Wohin führt das?
Antwort: Zum Verlust der Seele!
Glauben doch so manche: Nach dem irdischen Tod kommt sowieso nichts mehr. Alles aus!
Andere wiederum glauben an Reinkarnation, sie werden ja wiedergeboren in einem anderen Leben. Und ein göttl. Gericht gibt es ja nicht.

Ja. immer mehr wird die " Kirche", wozu auch das Volk Gottes gehört, abgebaut, wie die Mystikerin A. K. Emmerick kundgetan hat.


3
 
 Ines2001 1. August 2026 
 

moderne Kirche in alten Bauten

Die moderne Kirche, wie sie Papst Franziskus und Papst Leo wollen, sollte sich eigentlich vom barocken Prunk trennen. Das ist etwas für Traditionalisten, egal ob Pius oder Petrus. Weil aber die alten Kirchen nun mal da sind und man sie nicht abreißen kann/darf, sollen sie wenigstens neue Altäre bekommen, damit jeder deutlich sieht, dass die alten Bauten jetzt von einer neuen Kirche genutzt werden.


1
 
 lakota 1. August 2026 
 

@Ines2001

"Die - ja, genau: nachkonziliare - Kirche von heute ist nicht mehr die Kirche von früher."

Leider! Früher baute man wunderschöne Kirchen "zur größeren Ehre Gottes" - heute soll er sich mit einem Betonklotz zufriedengeben, mehr ist doch nicht nötig, oder?


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 Tuotilo2 1. August 2026 
 

Blutreliquie kehrt an ihren angestammten Platz zurück

Was der Beitrag nicht erwähnt, und was die zahlreichen Kommentatoren, die Bildersturm und eine Zerstörung der Tradition unterstellen, beruhigen könnte: Mit der geplanten Umgestaltung (die ich nicht unterstütze, wegen der Nivellierung des Höhenunterschieds zwischen Altar und Kirchenraum) kehrt die Blutreliquie in den Seitenaltar zurück, der jahrhundertelang ihr angestammter Platz war, bis 1932 der Volksaltar aufgestellt wurde. Auch das Bildprogramm der Seitenkapelle ist darauf ausgerichtet. Das ist nicht nur erwähnens-, sondern sogar begrüßenswert.


1
 
 SarahK 1. August 2026 
 

@Ines2001

Komisch, falls das ihr Geburtsjahr ist, gehen Sie nicht mit der nachkommenden Generation wirklich Gläubiger junger Erwachsenen überein für die Kirche zuallerallererst erstmal Gott ist. Ihr denken wird über kurz oder lang „aussterben“. Und inhaltlich, Barocke Kirchen sind nicht nur Zeugnisse einer vergangenen Gesellschaftsordnung, sondern auch Ausdruck eines **zeitlosen** Glaubens und einer reichen spirituellen Tradition. Ihre Architektur und Ausstattung dienen bis heute dazu, die Würde der Liturgie sichtbar zu machen und Menschen für das Heilige zu öffnen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat weder einen Bruch mit der kirchlichen Tradition noch die Geringschätzung historischer Sakralräume gefordert. Alte Kirchen deshalb zu Museen zu machen wird *imho* Gott nicht gerecht.


2
 
 Ines2001 1. August 2026 
 

andere Zeit

Die barocke Prunkbasilika stammt nun mal aus einer Zeit, als Äbte und Bischöfe noch "Fürsten" waren. Dieser Art von Kirchen passt nicht mehr ins Heute. Daher ist es nur konsequent, wenigstens einen möglichst modernen Altar aufzustellen. Die - ja, genau: nachkonziliare - Kirche von heute ist nicht mehr die Kirche von früher. Eigentlich sollte man überhaupt auf solche alten Bauten verzichten. Am besten macht man aus ihnen Museen oder man überlässt sie den Traditionalisten.


1
 
 discipulus 1. August 2026 
 

@Versusdeum: Altar

Um der Gerechtigkeit willen muß man m.E. aber schon sagen, daß der Altarentwurf wesentlich besser ist als alles andere, was ich in jüngster Zeit an neuen Altären so gesehen habe. Er ist aus Stein, nicht aus Holz oder aus Metall, er eine klare Form und er hat eine angemessene Größe. Das könnte wahrlich auch schlimmer kommen...

Im Übrigen ist natürlich jeder Altar, auf dem rechtmäßig und gültig Eucharistie gefeiert wird, ein "Gottesaltar"...


2
 
 ottokar 1. August 2026 
 

Überall in dieser Welt ist Tradition inzwischen unerwünscht.


3
 
 Tante Ottilie 31. Juli 2026 
 

Habe ebenfalls die Petition unterschrieben - macht bitte auch mit!


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 Berni 31. Juli 2026 
 

Weingarten Petition

@SalvatoreMio: danke für die Info zu der Petition!


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 Versusdeum 31. Juli 2026 
 

Tatsächlich ein teurer "Betonklotz" aus Stein

Erst einmal Danke an Pfarrer @Tschuschke für den Link zum Projekt.
Besonders gefallen hat mir neben dem vieldrohenden Modell der Passus: "so stehen sich Tisch des Mahles und Tisch des Wortes ebenbürtig gegenüber (Geist des zweiten vatikanischen Konzils)"
Immer, wenn man in den Nachkonzilswirren keine Argumente (mehr) hatte, musste der ominöse "Geist des Konzils" als Ersatz herhalten. Lange nichts mehr von ihm gehört, aber in Weingarten hat er offensichtlich in irgendeiner Höhle überlebt.


1
 
 SarahK 31. Juli 2026 
 

@SalvatoreMio und Spatz in der Hand

Erstmal vielen Dank fürs Teilen der Petition
..und dann ja es war eine Sachen die AI ausspuckt wie diese wenn sie der Teufel wäre die Lirche zerstören würde:
Make the sanctuary feel more like an auditorium or performance space than a place of worship.


2
 
 Paddel 31. Juli 2026 

Petition

habe heute Mittag die Petition unterschrieben und weitergeleitet.


4
 
 anjali 31. Juli 2026 
 

Neuer Altar ??

Ich finde auch dass es Kapitalvernichtung und Geldverschwendung ist.


4
 
 Tschuschke 31. Juli 2026 
 

Die Stufen sind das Problem

Auf https://katholisch-weingarten.de/altarraumgestaltung/ wird die Frage beantwortet, warum der bisherige Altar ausgedient hat. Sie Stufen des Altares sollen beseitigt werden zugunsten eines „neuen, einheitlichen Stufenniveaus“. So wie in der Hedwigskathedrale in Berlin. Die Vorschrift des (neuen!) Messbuchs, dass der Altarraum „durch eine leichte Erhöhung“ vom übrigen Raum abghoben sein soll (AEM 258) wird wieder einmal ignoriert. Man vergleiche das Bild in https://www.kath.net/news/86164. - Angeblich wäre der Aufwand zu hoch, den alten Altar herunterzusetzen auf das neue Niveau. Das ist eine etwas fade Ausrede. Aber das eigentliche Problem ist, dass die Abbruchskommandos nicht wissen, was ein Altar ist.
Wolfgang Tschuschke, Pfr. i. R.

katholisch-weingarten.de/altarraumgestaltung/


5
 
 Johannes14,6 31. Juli 2026 
 

Die Umgestaltung der Dome

in Hildesheim und Berlin z.B. -
führt sie mehr Menschen zum Glauben ?

Meiner Ansicht nach ist das Gegenteil der Fall.
Offenbar ist immer noch genug Geld im Säckel, um die "Ideen" ehrgeiziger Architekten umzusetzen. Ob die etwas mit dem Glauben verbinden, ist die Frage.

Man darf gespannt sein, ob die ach so synodale, "HÖRENDE" Kirche auf die Proteste der Bewahrer HÖRT?
Vermutlich sind diese schon in der "Ablage P, Ewiggestrige, unbeachtlich" gelandet., und das Projekt Betonisierung wird durchgezogen.


3
 
 Versusdeum 31. Juli 2026 
 

@discipulus

A propos "Volksaltar": Meine Mutter selig hatte den Hochaltar analog dazu manchmal als "Gottesaltar" bezeichnet. Und ich frage mich (leider nur halb im Scherz), ob auf dem "Volksaltar" dem Volk oder gar das [Gottes]Volk zum Opfer dargebracht wird. Und falls letzteres, ggf. wem wird es dargebracht? Eine Frage, sich angesichts der teils offen antibiblischen Forderungen des SyndWegs sehr aktuell stellt.


0
 
 Mensch#17 31. Juli 2026 
 

Neuer Altar? - Neue Herzen!

Wichtig ist die Erneuerung der Herzen! "... ihr seid ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch". (2 Kor 3,3)
.
Und wenn die Herzen erneuert sind, dann ist die Ausstattung der Kirchengebäude mit ihren Altären völlig nebensächlich (einfach, barock, modern, vergoldet, Betonästhetik ... etc). Auch die Apostel hatten für ihre Messfeiern keine prächtigen Altäre!

Heiliger Petrus und heiliger Paulus bittet für uns!


0
 
 Versusdeum 31. Juli 2026 
 

Der nächste Designpreis der Betonindustrie,

gewidmwt den Brutalismusunheiligen St. Betonasius und St. Zementz? "Wenn Ihr die Verwüstung an Heiliger Stätte seht..."


5
 
 AlbinoL 31. Juli 2026 

Die Barocke Basilika benötigt kein UFO als Altar bei dem ab der 3. Reihe niemand mehr etwas sieht

Das widerspricht auch dem 2. Vatikanum da die Gläubigen in einer Kirche die halb so groß ist wie der Petersdom dann vom heiligen Geschehen nichts mitbekommt.
Wenn man dann noch bedenkt dass überall in der Diözese Kirchen aufgegeben und Gemeinde- und Tagungshäuser verkauft werden, fragt man sich schon ob es überhaupt notwendig ist. Zumal es Erfahrungsgemäß am Ende deutlich teurer wird.


5
 
 SpatzInDerHand 31. Juli 2026 

@SalvatoreMio: Die Befürchtung,

dass wir von Heiden gelenkt werden, ist mir leider auch schon des öfteren gekommen.


4
 
 Mariat 31. Juli 2026 

Nein!!! Sie braucht KEINEN NEUEN Altar!

Dieser Altar passt sehr gut zur "Hl. Blut Reliquie".
Rot und Weiß, zeigen sich die Strahlen aus dem Herzen Jesus; die Blut und Wasser bedeuten, auf dem Bild vom "Barmherzigen Jesus".
ER selbst hat sich so der Hl. Sr. Faustina gezeigt.
Dieser Altar soll bleiben!
Er beinhaltet ein Hohes Gut.
Barmherziger Herr Jesus - wir vertrauen auf Dich. Amen.


7
 
 Cosmas 31. Juli 2026 
 

@discipulus

Ja, das glaube ich. Hier wird optisch der Kunstmarmor aufgenommen. Dieser riesige Volksaltar hat sicher das alte Ensemble massiv verändert. Offenbar wurde auch das Fußbodenniveau verändert. Umbauten in zwei Schritten sind häufig. Zuerst lehnte man sich optisch noch irgendwie an das Ambiente an. Im zweiten Schritt kommt dann die moderne Kunst. Ganz ohne Volksaltar wäre es am schönsten, denn die barocken Architekten achteten sehr auf die Harmonie der Raummaße und des natürlichen Lichteinfalls. Das wurde durch die Einbauten zerstört, heißt ihrer Wirkung beraubt.


1
 
 SalvatoreMio 31. Juli 2026 
 

Heiden mitten unter uns?

@Spatz in der Hand: wenn Ihre Vermutungen stimmen, dann werden wir von Heiden gelenkt. Auch das wäre nicht mehr verwunderlich.


4
 
 SpatzInDerHand 31. Juli 2026 

@anjali:

nachdem ich schon viele Vorher/Nachher-Versionen in Kircheninnenräumen gesehen habe, befürchte ich: der Altar soll genau deshalb weg, weil er schön ist und weil er zu direkt auf die Heilig-Blut-Reliquie hinführt. Heutige Kirchenarchitektur möchte unser Gebet und unsere Gottesbeziehung nicht mehr fördern, ist leider mein starker Eindruck. Ja, wie wäre es denn mit einem Communio-Stuhlkreis um diesen Altar und im Sichtfenster ein paar Symbolgegenstände für Natur und Klima?


6
 
 anjali 31. Juli 2026 
 

H.Blut-Altar

Der Altar ist doch wunderschön . Weshalb muss das weg??


5
 
 discipulus 31. Juli 2026 
 

@Cosmas: Witzig

Der Heilig-Blut-Altar ist einer der ersten "Volksaltäre" Deutschlands... Mehr als 30 Jahre vor "dem Konzil"...

Schon allein deshalb sollte er bleiben! Ich habe die Petition schon vor drei Wochen unterzeichnet und freue mich, daß das Thema jetzt Aufmerksamkeit findet.


9
 
 littlemore 31. Juli 2026 

Hier gibt es keine Synodalität!

Wer einmal mit den "Herren" des bischöflichen Bauamtes gesprochen hat, kann erfahren, was die Meinung von Laien und Betroffenen in der Gemeinde wirklich zählt.


8
 
 SpatzInDerHand 31. Juli 2026 

Was soll denn so ein nüchtern-sachlicher Bauhaus-Altar

in einer Barockbasilika??? Ich bin dagegen!


10
 
 Cosmas 31. Juli 2026 
 

Der Volksaltar ist DAS nachkonziliare anthropozentrische Superdogma

Der Volksaltar kommt ja "vom Konzil". Proteste gegen zerstörerische Umbauten waren und sind sinnlos. Es wurde auf Betreiben der Bischöfe sogar das Denkmalschutzgesetz geändert. Früher lautete der Text "zwingende liturgische Notwendigkeit" erlaube neue Einbauten trotz des ja für alle Kirchen grundsätzlich bestehenden Denkmalschutzes. Als wir in einer Initiative minutiös nachwiesen, dass der Volksaltar nach den Richtlinien der Kirche KEINE ZWINGENDE liturgische Notwendigkeit ist, wurde das Wort 'zwingend' aus dem Gesetz herausgenommen. In §5 Abs. 2a des Denkmalschutzgesetzes heißt es nun, dass "allgemein angewandte liturgische Vorschriften" einen Umbau erlauben. Der nachkonziliare "Bildersturm" der Zerstörung der Altarräume durch Volksaltarum- und -einbauten ist eine bleibende Schande!


8
 
 pikkuveli 31. Juli 2026 
 

Mission zum Bauen?

Wir haben andere Probleme: Unsere Gesellschaft wird immer heidnischer. Diese andauernde Umbauerei lenkt davon so schön ab. Dabei hat die Kirche einen Missionsbefehl Christi. Von einem Baubefehl weiß die Heilige Schrift nichts. Und ja, wir haben wunderbare Kirchen, ein Reichtum sondergleichen. Mit einer tradierten liturgischen Gestaltung. Versus...?!


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 SalvatoreMio 31. Juli 2026 
 

Weingarten: neuer Altar?

Was für eine abartige Idee? Hat die Kirche icht schon genug Feinde? Sind noch immer nicht genug ausgetreten? Wir Christen insgesamt werden so zum Gespött der Leute - zu Recht! Es läuft eine Petition gegen einen neuen Altar. Ich habe schon mitgemacht und sie gefunden unter den Worten: Weingarten, Petition".


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