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Ermittlungsarbeit belastet Polizistenseelen

31. Jänner 2011 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Christliche Polizeivereinigung bietet Gesprächsgruppen an


Dresden (kath.net/idea) Die Begegnung mit dem Leiden von Kriminalitätsopfern und ihrer Angehörigen hinterlässt im Leben der ermittelnden Polizeibeamten Spuren. „Es entstehen Narben, die bleiben, und die durchaus wieder aufbrechen können, wenn Ähnliches geschieht“, sagte der stellvertretende Leiter des Ermittlungsdienstes bei der Schutzpolizei Sachsen - Polizeidirektion Dresden, Polizeihauptkommissar Reinhard Ladig (Dresden), gegenüber idea.

Ladig leitet ehrenamtlich die Christliche Polizeivereinigung (CPV) in Sachsen, die er mit aufgebaut hat. Wie er sagte, gehe die professionelle Distanz zum Geschehen in der unmittelbaren Begegnung mit dem Opfer verloren.


Ladig wirkte in den Sonderkommissionen (Soko) „Stephanie“ und „Heller“ mit: Die Soko „Stephanie“ sollte das Verschwinden eines Mädchens aufklären, das im Januar 2006 auf dem Schulweg entführt worden war; die 14-Jährige wurde nach 35 Tagen aus der Gewalt eines Sexualstraftäters befreit. Die Soko „Heller“ fahndete fast drei Jahre lang nach einem Täter, der eine neun- und eine elfjährige Schülerin verschleppt und vergewaltigt hatte; der 32-jährige Täter wurde im Sommer 2008 gefasst.

Erinnerungen bleiben lebendig

Bei der Soko „Heller“ habe er eines der Opfer mit dem Rollstuhl im Krankenhaus abgeholt und mit ihr nach dem Tatort gesucht, berichtete Ladig. In einer solchen Situation werde auch in einem christlichen Polizisten der Wunsch wach, den Täter unbedingt zu fassen und bei der Festnahme „nicht zu zimperlich“ zu sein.

Diese Gefühle, die in der unmittelbaren Begegnung mit den Opfern wach würden, entstünden nicht beim Aktenstudium oder bei der Beteiligung an groß angelegten Suchaktionen. Als Christ stelle er sich diesen Empfindungen und mache sich bewusst, dass auch dem Täter die Gnade und Vergebung Gottes gelte, sagte Ladig. Das helfe ihm, sich von solchen Gefühlen zu lösen. Die Betreuung durch Polizeipsychologen habe er persönlich als wenig hilfreich erlebt.

Polizisten brauchen Gesprächspartner

Für christliche Polizisten sei es häufig nicht möglich, in ihren Gemeinden Partner für das Gespräch über solche beruflichen Belastungen zu finden. In manchen Situationen dürften sie aus rechtlichen Gründen nicht über das Erlebte reden, manchmal fehle es aber auch an Gesprächspartnern mit Verständnis für die Belastungen des Polizeiberufs.

Gemeinsam mit anderen christlichen Polizisten organisiert Ladig deshalb in der CPV Sachsen alle acht Wochen Begegnungen, die dem Austausch dienen. So entstünden in der Polizei Kontakte zwischen Christen, die in einer bestimmten Situation miteinander sprechen und beten könnten.


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