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Ein Papst unter 'Beschuss'

12. Jänner 2013 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Aus aktuellem Anlass: Hadrian VI. und sein Besuch im Fürstentum Monaco. Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net) Am heutigen Samstag empfing Benedikt XVI. das monegassische Fürstenpaar in Audienz. Die erste Begegnung eines Papstes mit der Herrscherfamilie Grimaldi vor fast 500 Jahren fiel abenteuerlicher aus als heute.

Hadrian VI. (1522-1523, siehe Foto), der letzte deutsche Papst vor dem jetzigen Heiligen Vater, war in Abwesenheit zum Oberhaupt der Kirche gewählt worden. Adrian Florenz befand sich in Spanien, als die Konklaveversammlung in Rom zu ihrem Entscheid gekommen war. Die Kardinäle erteilten Paolo Vettori, dem Befehlshaber der päpstlichen Flotte, die Order, den neuen Papst aus Spanien abzuholen.

Von Tarragona aus begab sich Hadrian VI. am 5. August 1522 in die Ewige Stadt. An die fünfzig Schiffe aus allen katholischen Nationen gaben dem Pontifex das Geleit. Auf den Galeeren standen 2.000 Soldaten zum Schutz des Papstes bereit. Das Flaggschiff des Heiligen Vaters, „war kenntlich durch ein Zelt von karmesinrotem Sammet mit dem päpstlichen Wappen“ (Ludwig von Pastor).


Der Papst nutzte seine Galeere für die Verpflichtungen seines neuen Amtes. Auf ihr verfasste er eine nicht unbedeutende Reihe von Briefen an Monarchen und Kirchenmänner; die päpstlichen Schreiben trugen den historisch einzigartigen Vermerk „ex triremi – vom Schiffe aus“.

An allen Orten, an denen die Flotte des Papstes vorbeisegelte, fanden sich Menschen ein, um das Oberhaupt der Kirche freudig zu begrüßen. Oft näherten sich weltliche und kirchliche Würdenträger auf Booten dem Konvoi, um Hadrian VI. ihre Reverenz zu erweisen. So fuhr der Bischof von Grasse (Côte d’Azur) mit einer Barke zur Galeere des Papstes und übergab dem Heiligen Vater essbare Geschenke, so Orangen und Wein.

Als die Flotte mit dem neuen Oberhaupt der Kirche vor der Küste Monacos gesichtet wurde, schossen die Geschütze des kleinen, aber wehrhaften Fürstentums ununterbrochen Salut. Der Papst trat an Deck und fragte den Kapitän: „Werden Wir begrüßt oder beschossen“. Kaum waren die ersten Kanonenschüsse vernommen worden, strömte die Bevölkerung Monacos aufgeregt zum Hafen.

Auch der Landesherr, Lucien Grimaldi, eilte mit seiner Familie den Schiffen des Papstes entgegen. An der Hafenmole angekommen, musste sich der Fürst fast mit Gewalt den Weg durch eine jubelnde Menschenmenge bahnen. Er hieß den Papst willkommen und lud ihn in sein Domizil ein.

Hadrian dankte Grimaldi, wies aber darauf hin, dass man leider nur Zeit habe, Proviant und Wasser an Bord zu nehmen. Die große Zahl von Menschen aber bewog den Papst, kurz an Land zu gehen, um den Männern, Frauen und Kindern seinen Apostolischen Segen zu erteilen.

Foto: kathpedia


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