Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  8. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  9. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  10. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  14. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Kubas Präsident Castro trifft Papst Franziskus

10. Mai 2015 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kubanische Präsidenten zählen nicht zu den Stammgästen im Vatikan, doch völlig überraschend kommt der Besuch von Raul Castro am Sonntag nicht - "Kathpress"-Hintergrundbericht von Thomas Jansen.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Kubanische Präsidenten zählen nicht zu den Stammgästen im Vatikan. Fidel Castro traf nach der kommunistischen Revolution auf der Karibikinsel 1959 nur einmal mit einem Papst in Rom zusammen: Das war 1996 mit Johannes Paul II. (1978-2005). Am Sonntag nun trifft sein jüngerer Bruder und Nachfolger Raul Castro erstmals mit Papst Franziskus im Vatikan zusammen.

Auch wenn der Termin kurzfristig bekanntwurde, völlig überraschend kommt die Begegnung nach der rasanten Entwicklung der vergangenen fünf Monate keineswegs: Castro hatte dem Papst im Dezember ausdrücklich für seine Vermittlung zwischen Kuba und die USA gedankt, die im gleichen Monat zu einer historischen Annäherung geführt hatte. Im April hatte der Vatikan dann mitgeteilt, dass Franziskus unmittelbar vor seinem USA-Besuch im September nach Kuba reisen werde. Und am Tag der Ankündigung, am 22. April, machte sich schließlich ein enger Vertrauter des Papstes, Kardinal Beniamino Stella, zu Sondierungsgesprächen nach Kuba auf, wo er in Havanna auch mit Castro sprach.


Die Vermittlung zwischen den USA und Kuba war der wohl spektakulärste Erfolg der vatikanischen Diplomatie in den vergangenen Jahrzehnten. Der Papst aus Argentinien hat sein Gewicht als neutrale moralische Autorität in die Waagschale gelegt, um eine der letzten Hochburgen des Sozialismus mit der einzigen verbliebenen Supermacht an einen Tisch zu bringen. Eingeleitet wurde die Annäherung durch Briefe des Papstes an die Präsidenten Barack Obama und Raul Castro. In den darauffolgenden Verhandlungen spielte der Vatikan nach Aussage aller Beteiligten eine wichtige Rolle. Freilich war Obama schon seit längerem an einer Kursänderung gegenüber Kuba gelegen. Die Initiative des Papstes bot ihm nun jedoch eine willkommene Argumentationshilfe, um diesen Schritt gegenüber den stets argwöhnischen Exil-Kubanern in den USA zu rechtfertigen.

Thema, der vom Vatikan als "rein privat" bezeichneten Begegnung, dürfte am Sonntag jedoch auch die schwierige Lage der katholischen Kirche im Land sein. Ihre Rechte sind, trotz mancher Erleichterungen und symbolischer Gesten im Zuge des Kuba-Besuchs von Benedikt XVI., wie der Einführung des Karfreitags als gesetzlichen Feiertag, weiterhin stark eingeschränkt. Kardinal Stella hatte Ende April gegenüber dem kubanischen Präsidenten insbesondere einen besseren Zugang der Kirche zu digitalen Medien gefordert. Außerdem machte er sich nach eigenen Angaben für Erleichterungen bei Restaurierungen und Neubauten von Kirchen stark. Nach der Hilfe des Papstes dürfte es für Castro schwieriger sein als früher, solche Wünsche abzuschlagen.

Franziskus musste nicht bei Null anfangen. Im Gegensatz zu den Staaten des kommunistischen Ostblocks hatte Fidel Castro nach der Revolution Ende der 1950er Jahre nie ganz mit Rom gebrochen. Die diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl bestanden auch in der kommunistischen Ära weiter. Berichte über eine angebliche Exkommunikation Castros, die vor drei Jahren im Umfeld der Kuba-Reise von Benedikt XVI. kursierten, erwiesen sich als falsch.

Der Vatikan ist zudem schon seit langem ein Gegner des 1962 von den USA gegen Kuba verhängten Handelsembargos. Bereits Johannes Paul II. hatte 1998 während seiner Kuba-Reise eine Lockerung gefordert und das Embargo als "ungerecht und ethisch inakzeptabel" bezeichnet. Benedikt XVI. tat dies ebenso.

Zugute kommt Franziskus aber im Umgang mit Kuba auch seine lateinamerikanische Herkunft sowie die ausgewiesenen Kuba-Kenner in seinem Mitarbeiterkreis. So bereitete Kardinal Stella als vatikanischer Botschafter in Havanna in den 1990er Jahren schon den Besuch von Johannes Paul II. vor. Sein Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, war zuvor vatikanischer Botschafter in Venezuela, dem Verbündeten Kubas.

Einen ersten Hinweis darauf, dass Franziskus einen besonderen Draht nach Kuba hat, gab es schon kurz nach seiner Wahl im März 2013. Damals überließ er dem Kardinal von Havanna, Jaime Ortega y Alamino, seine aufsehenerregende und wohl wahlentscheidende Rede im Vorkonklave zur Veröffentlichung.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kuba

  1. Kuba lässt auf Wunsch des Papstes 553 Gefangene frei
  2. Kuba: Weizenmehl für Hostien ist wieder vorhanden
  3. Weizenmangel: Kuba gehen die Hostien aus
  4. Kuba: Katholiken fordern grundlegende Erneuerung des kommunistischen Staates
  5. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  6. IGFM: 'Fidel Castro war der Totengräber der Menschenrechte'
  7. Historische Begegnung: Papst trifft Moskauer Patriarchen Kyrill I.
  8. Kubas Präsident Castro besucht drei Messen an drei Tagen
  9. Christliche Oppositionspartei in Kuba ruft Papst um Hilfe an
  10. Kuba libre. Franziskus wollte auf der Karibikinsel Dissidenten treffen







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  5. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  6. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  10. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  11. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern
  12. Kirche statt Catwalk: Hana Nitsches radikaler Weg zu Gott
  13. „Wenn Klatsch und Tratsch Wasser wären, würden wir darin ertrinken“
  14. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  15. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz