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Historische Begegnung: Papst trifft Moskauer Patriarchen Kyrill I.

5. Februar 2016 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Historisch erstes Treffen zwischen Oberhäuptern der römisch-katholischen Kirche und der russischen Orthodoxie - Die Begegnung ist für 11. Februar auf Kuba vor Mexikobesuch geplant - Das Treffen soll fünf Stunden dauern!


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Kyrill kommt bereits am 11. Februar zu einem offiziellen Besuch nach Kuba, erläuterte Vatikansprecher Federico Lombardi, während Franziskus für seinen Flug nach Mexiko am 12. Februar bereits am frühen Morgen von Rom aus aufbricht - nicht erst am Mittag - und in Kubas Hauptstadt gegen 12 Uhr Ortszeit einen Zwischenstopp einlegt. Die Erklärung wurde zeitgleich im Vatikan und in Moskau veröffentlicht.

Nach einem Empfang u.a. von Staatschef Raul Castro ist ab 12.15 Uhr in einem Saal des Flughafengebäudes ein privates Gespräch zwischen Papst und Patriarch geplant. Lombardi kündigte an, dass das kubanische Staatsfernsehen Livebilder davon übertragen wird. Für das Treffen zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill sind mehrere Stunden geplant: Erst gegen vier Uhr werden beide Seiten Geschenke austauschen. Kardinal Kurt Koch, als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates für die Ökumene zuständig, wird dabei anwesend sein, wie aus dem Einheitsrat zu erfahren war, und wird gleichzeitig mit Metropolit Hilarion ein Gespräch führen.


Ungefähr um halb fünf an diesem Nachmittag gehen der Papst und der Patriarch in einen anderen Saal des Gebäudes, in dem sie Präsident Castro bereits erwarten soll. Dort werden sie dann die Erklärung unterzeichnen, deren Original auf Spanisch bzw. auf Russisch verfasst ist. Anschließend können beide Kirchenführer noch öffentlich ein paar Worte sagen, und zwar in ihrer jeweiligen Muttersprache; offizielle Reden seien allerdings nicht vorgesehen, sagte Lombardi.

Die historische Begegnung endet ungefähr um 17 Uhr mit einer gegenseitigen Vorstellung der Delegationen, die den Patriarchen und den Papst begleiten. Präsident Castro wird Franziskus dann zum Flugzeug zurückbegleiten, und der Papst setzt seinen Flug nach Mexiko fort. Änderungen am Reiseprogramm von Franziskus für Mexiko gibt es keine.

Lang vorbereitetes "Zeichen der Hoffnung"

Der Heilige Stuhl und das Moskauer Patriarchat betonen laut "Radio Vatikan", die Begegnung sei "schon seit langer Zeit vorbereitet worden". Sie werde eine "wichtige Etappe in den Beziehungen zwischen beiden Kirchen darstellen". Beide Seiten hofften, dass das Treffen auch "als Zeichen der Hoffnung für alle Menschen guten Willens" diene: "Sie laden alle Christen dazu ein, inständig darum zu beten, dass Gott diese Begegnung segnen möge, damit sie gute Früchte bringt."

Auch wenn das persönliche Treffen der beiden Kirchenchefs eine Premiere ist, so unterhält der Vatikan doch schon seit langem gute Arbeitsbeziehungen zum orthodoxen Patriarchat von Moskau. Der Leiter des Moskauer Außenamtes, Metropolit Hilarion, ist häufig im Vatikan zu Gast; erst im vergangenen Juni hat ihn Franziskus wieder zu einem Gespräch empfangen.

Besser als zur russisch-orthodoxen Kirche sind die Beziehungen des Vatikans zum griechisch-orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., der in Istanbul residiert. Johannes Paul II., Benedikt XVI. und auch Franziskus haben einige Monate nach ihrem Amtsantritt den Sitz des Ökumenischen Patriarchen - so sein Ehrentitel - besucht.

Vatikansprecher Lombardi betonte die Bedeutung des neutralen Ortes für das Treffen, was das Zustandekommen zum jetzigen Zeitpunkt begünstigt habe. Er verwies zudem auf das bevorstehende sogenannte Panorthodoxe Konzil im Juni auf Kreta. Dort sollten sich die Annäherungen und positiven Beziehungen zwischen den Kirchen weiter fortsetzen.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto (c) kath.net/Paul Badde


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