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Nicht so wichtig?

1. September 2017 in Spirituelles, 28 Lesermeinungen
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Wird nicht dieses ewige Heil vielerorts, wohl meist ganz unbewusst, so verkündet, als sei es ein Automatismus, ein Rechtsanspruch des Menschen? Gedanken eines Nichttheologen. Und die Sache mit dem „Sterbesakrament“? Gastbeitrag von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) Ein altes Mütterchen, so erzählte jüngst ein Pfarrer, rief im Pfarrhaus an und wünschte die Sterbesakramente. Als er vor Ort eintraf sagte die Schwiegertochter, welche sie pflegte, ein einem entschuldigenden Ton. „Für Mutter ist das eben sehr wichtig.“

Auf dem Heimweg ließ ihn dann die Frage nicht mehr los, wie wichtig denn dieses Sakrament heute noch sei.

Dass diese Tochter nicht die einzige war, welche dieses Sakrament für nicht besonders wichtig hielt, das bestätigten ihm verschiedene Erfahrungen seines priesterlichen Dienstes. In seiner Ausbildung war auch kaum die Rede davon gewesen. Natürlich hatte man das Sakrament der Krankensalbung behandelt. Aber als Sterbesakrament oder als letzte Ölung wurde es nicht bezeichnet. Diese Begriffe seien falsch. Von seinen eigenen Eltern hingegen wusste er, dass diese sehr großen Wert darauf legten, in der Sterbestunde die Hilfe und Gnade dieses Sakramentes aus der Hand eines Priester zu erhalten. Sie aus der Hand ihres Priestersohnes zu erhalten war ihr Traum. In seinem Praktikum hatte er noch einen alten Pfarrer gehabt, welche alles stehen und liegen ließ, wenn ihn ein solcher Wunsch übermittelt wurde. Heute behandelte das Sekretariat solche Anrufe wie jede andere Terminvereinbarung auch. Dass man ihn deswegen einmal aus einer Sitzung gerufen hätte, das hatte er noch nie erlebt.


Ja, wie wichtig ist für uns Katholiken heute noch dieses Sakrament? Sicher, früher hatte man die Krankensalbung nur Sterbenden gespendet. Eine Korrektur war da sicher richtig und biblisch begründet. Aber ging mit der neuen Bezeichnung und Praxis nicht ein wesentlicher Aspekt dieses Sakramentes verloren und damit das Gespür für seiner letzte Bedeutung?

Oder ging vielleicht ganz generell in unserer Kirche der Blick auf die „letzten Dinge“ verloren?

Wird nicht heute dem irdischen Heil einen so großen Stellenwert eingeräumt, dass das ewige Heil deswegen vergessen geht?

Wird nicht dieses ewige Heil vielerorts – wohl meist ganz unbewusst – so verkündet, als sei es ein Automatismus, ein Rechtsanspruch des Menschen? Das aber lässt sich biblisch sicher nicht begründen. Im Gegenteil! Die entsprechenden Warnungen unseres Herrn sind deutlich genug. Wenn es aber keine Selbstverständlichkeit ist, sollte es dann nicht eine Selbstverständlichkeit für jeden Christen sein, sich damit zu befassen und die nötigen Konsequenzen für sein Leben daraus zu ziehen? Wenn wir das wieder verkünden, dann würde wohl die Krankensalbung, auch als „letzte Ölung“, wieder sehr wichtig, und nicht nur dieses, sondern alle anderen Sakramente auch.

Dies als Drohbotschaft abzutun, ist äußerst gefährlich. Es verleitet die Menschen dazu, Gott nicht mehr ernst zu nehmen. Und das schätzt kein auch noch so liebender Vater, also auch Gott nicht.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
Preis 12.40 EUR

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Foto Stefan Fleischer



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