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Jesus, meine süße Liebe

24. Februar 2021 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Umarme Jesus in Liebe und Er wird dich umarmen. Zeig Ihm deine Wunden, und Er wird dich in Seinen geborgen halten - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Dubravka Krizic


Rom (kath.net)

Der Heilige Geist ist Freude, Kraft, Liebe und immerwährende tiefe Glückseligkeit. Er ist nicht Trübsinnigkeit, Er macht nicht Angst, Er bringt keine Trauer. Und doch fängt heute eine Liturgische Zeit an, die den Schein der Trübseligkeit in sich trägt. Der Altar wird nicht mit Blumen geschmückt, die Lieder sind besinnlicher, die Orgel spielt nur noch leise im Hintergrund und bald werden die Kreuze und Heiligenbilder bedeckt.

Die Fastenzeit ist sicherlich eine Zeit der Stille, kann man auch behaupten, dass sie eine Zeit des Trauerns ist?

Sankt Paulus schreibt zu den Korinthern: „Die gottgemäße Trauer bewirkt Sinnesänderung zu unwandelbarem Heil, die Trauer der Welt aber bewirkt Tod.“ (2. Kor. 7, 10) Es gibt also zwei Arten von Trauer, eine, die zum Heil führt, die andere führt zum Tod. Schließlich war auch Christus selbst „zu Tode betrübt“ im Olivengarten (Mk 14, 34).

Was jedoch bedeutet das für uns? Was lehrt uns dies wie wir die Fastenzeit zu leben haben? Wie können wir diese zwei gegensätzliche Trauer in uns selbst unterscheiden?


Als Christus zu Tode betrübt war, war diese Trauer in Ihm eine gottgemäße. Er war betrübt darüber von einem seiner engsten Freunde verraten zu werden, er war betrübt, verleugnet zu werden, im Stich gelassen zu werden. Jedoch nicht nur: Seine Trauer ist verursacht durch jede einzelne unserer Sünden, durch die Sünden der ganzen Menschheit, die Er trägt um unseres Heiles Willen. Er schwitzt Blut denn schon hier zwischen den Olivenbäumen nimmt Er die Last der Sünde der Welt auf sich und erlöst uns durch Seine Hingabe zum Vater. Deshalb ist Er „zu Tode“ betrübt, denn schon hier in Getsemani ist Er ans Kreuz geschlagen. Sein Tod jedoch ist nicht der Tod dieser Welt. Sein Tod ist der Beginn Seiner Auferstehung und der Preis unserer Erlösung.

Die „Trauer“ Christi – wenn wir sie so nennen wollen – in Getsemani ist eine heilige Trauer. Eine Trauer, die zum Heil führt. Eine Trauer, die Glückseligkeit bringt. Die gottgemäße Trauer ist also von Freude und Glückseligkeit nicht zu trennen, denn man lebt sie mit dem Glauben, dass dieser gegenwärtige Schmerz zum Heil führt. Ich würde sogar sagen, dass der Begriff Trauer, wie wir ihn im normalen Sprachgebrauch verwenden, hier nicht wirklich zutrifft. Es handelt sich um Leiden und Schmerz, mehr als um Trauer. So bezeichnen wir auch die Gottesmutter Maria unter dem Kreuz als Mater Dolorosa – als schmerzerfüllte Mutter, nicht jedoch als trauernde Mutter.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Stille und der Besinnung. Gott lädt uns jedoch nicht ein traurig zu sein. Er lädt uns zur Umkehr und zur Reue unserer Sünden ein. Er lehrt uns die Leiden unseres Lebens mit Freude zu tragen, denn wir leben im Glauben, dass der Schmerz uns Heil bringt. Die Liebe Gottes formt diesen Glauben und wo dieser Glauben immer tiefer in unseren Herzen verwurzelt wird, da gibt es keinen Platz mehr für Trauer und Trübsinnigkeit.

So wird das Leiden süß und sanft, denn wir leben es mit und in Christus. Es macht unsere Beziehung zu Ihm noch inniger und intimer, denn wir können an Seinem Leiden teilhaben. Wir können spüren, was Er gespürt hat, wir können fühlen, was Er gefühlt hat.

In einem gregorianischen eucharistischen Gesang heißt es in der ersten Strophe:

Iesu dulcis amor meus, ac si praesens sis accedo:

Te complector cum affectu, tuorum memor vulnerum.

Jesus, meine süße Liebe, als ob Du gegenwärtig wärest, trete ich hinzu.

Ich umarme dich in Liebe, eingedenk Deiner Wunden.

Du blickst zu Ihm, der von Wunden bedeckt ist und kannst Ihn deine süße Liebe nennen.

Dies sind Worte nicht eines trauernden Menschen, es sind Worte eines Menschen, der an die Kraft Seines Blutes glaubt. In den nächsten vierzig Tagen schauen wir auf Sein blutbedecktes Haupt, Seine durchbohrten heiligen Hände und Füße, wir besinnen uns seiner Wunden und Seines Leids und weinen in uns vor Freude, denn in diesem Blut liegt unser Heil; diese durchbohrten Hände berühren uns sanft, diese Füße weisen uns den Weg. Wir schauen auf Ihn als Vergebene und Erlöste, nicht als Verurteilte. In Ihm sind wir vergeben und erlöst. Durch Ihn sind wir neue Geschöpfe.

Umarme Jesus in Liebe und Er wird dich umarmen. Zeig Ihm deine Wunden, und Er wird dich in Seinen geborgen halten.


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