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Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden1. März 2026 in Österreich, 8 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Kirchenrechtler Ibounig in "Sonntag"-Interview über falsche Ansichten der Piusbruderschaft und der "linken Reichshälfte".
Klagenfurt (kath.net/ KAP)
Mehr innerkirchliche Toleranz und Bereitschaft für gegenseitiges Verständnis und weniger Engstirnigkeit und Rechthaberei. - Das wünscht sich der Kärntner Ordinariatskanzler und Kirchenrechtler Jakob Ibounig. Im Interview mit dem Kärntner "Sonntag" (aktuelle Ausgabe) hat Ibounig zum jüngsten Konflikt Roms mit der Piusbruderschaft Stellung genommen. Vonseiten der Bruderschaft "besteht vermutlich eine gewisse Engstirnigkeit, vielleicht auch eine Mentalität der Rechthaberei", so der Kanzler.
Andererseits gebe es auch in der katholischen Kirche sehr starke Strömungen, die sagen: "Was die linke Reichshälfte angeht, sind wir tolerant bis zum Gehtnichtmehr; da lassen wir alles Mögliche an Behauptungen zu, bis hin zur substanziellen Veränderung von Sakramenten und öffentlich zelebriertem Zölibatsbruch. Gleichzeitig wird aus dieser Richtung anders gesinnten Kreisen gegenüber keine Toleranz aufgebracht." Er denke deshalb, so Ibounig, "dass von dieser kirchlichen Seite ein gewisses Entgegenkommen notwendig sein wird".
Für die Piusbruderschaft ende mit 1962 das katholische Selbstverständnis, aber umgekehrt gebe es auch Gruppen in der Kirche, "die sagen, dass die Kirche erst mit dem Zweiten Vatikanum wirklich begonnen hat". Beide Ansichten seien falsch. Der Papst stehe in dieser Spannung, beide Seiten zusammenzuhalten, so Ibounig: "Die Liebe soll stärker sein als alle Rechthaberei und Engstirnigkeit. Und diese gibt es eben von beiden Seiten." 
Zum Status der Alten Messe (Römischer Ritus von 1962), den die Piusbruderschaft pflegt, erläuterte Ibounig, dass dies in der Katholischen Kirche seit dem Motu Proprio "Traditionis custodes" von Papst Franziskus nur mehr eigens vom Bischof beauftragten Priestern erlaubt sei, für ganz bestimmte Gemeinschaften. Die Liturgie dürfe weder in Pfarrkirchen noch im Gemeindegottesdienst zelebriert werden. Der Alte Ritus werde also aktuell sehr restriktiv gehandhabt.
Zur Frage, ob er Elementen der Alten Liturgie etwas abgewinnen könne, meinte der Kanzler: "Prinzipiell ist es gut, wenn es eine lebendige Entwicklung gibt - in dieser bleibt auch das Frühere präsent. Wenn ich anfange, Liturgie zu rekonstruieren und nachzuspielen, wie sie vielleicht im Mittelalter stattgefunden hat, dann ist das vielleicht interessant, aber kein lebendiges Geschehen. Es bleibt dann etwas Museales, das theatermäßig nachgeahmt wird. Aber man kann sich trotzdem inspirieren lassen."
Als Beispiel für Letzteres verwies Ibounig auf den Aspekt der gemeinsamen Zuwendung zu Christus hin: "Es gibt Elemente in der hl. Messe, wo ein Gegenüber von Zelebrant und Gemeinde angebracht ist, bei den Lesungen und bei der Predigt zum Beispiel. Aber dann gibt es andere Teile, die sehr gut darin zum Ausdruck kommen, dass sich alle einer gemeinsamen Richtung zuwenden." Nachsatz: "Der Priester soll keine Barriere zwischen Gott und den Menschen bilden. Man soll am Priester schon vorbei kommen, nämlich zu Gott hin, gemeinsam mit dem Priester."
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Lesermeinungen| | Versusdeum 2. März 2026 | | | | 2000 Jahre vs. Zeitgeist Nun ja, die Piusbruderschaft kann sich immerhin auf die Bibel und 2000 Jahre kirchlichen Glaubens und Lehrens sowie auf 400 Jahre Blüte von Kult und Kultur* stützen. Und die Revoluzzer von heute, besonders die (meisten) deutschen Bischöfe? Auf was können sie sich berufen?
* V.a. Kirchenmalerei, -musik und -architektur |  3
| | | | | Wynfried 1. März 2026 | |  | Es ist echt und nicht museal Eine Liturgie, die seit 1500 Jahren (!) lebendig war und (dort, wo sie gepflegt wird,) immer noch ist, hat nichts Museales oder theatermäßig Rekonstruiertes. Es ist einfach echt, wirklich real und präsent: Christi Heilswerk und lebendige Gegenwart. |  3
| | | | | marlin 1. März 2026 | | | | Rechthaberei und Liturgie Immerhin will die Piusbruderschaft die Liturgie, die fast 4 Jahrhunderte gefeiert wurde.
Was wollen diejenigen, die die Liturgie mit Laienpredigt, Kommunionhelferinnen, Handkommunion, Messdienerinnen, Narrenmessen, Mountainbikemessen, Haustiermessen „bereichern“ wollen?
Es ist ein gutes Recht der gläubigen Katholiken, das zu wollen, was das Kirchenrecht fordert:
- aus dem Codex Iuris Canonici (1983):
Can. 214 — „Die Gläubigen haben das Recht, den Gottesdienst gemäß den Vorschriften des eigenen, von den zuständigen Hirten der Kirche genehmigten Ritus zu feiern und der eigenen Form des geistlichen Lebens zu folgen sofern diese mit der Lehre der Kirche übereinstimmt“
- Sacrosanctum Concilium:
„Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.“ |  3
| | | | | Albertus Magnus 1. März 2026 | | | | Es gab immer schon verschiedene Riten Mit dem tidentinische Messritus hat die Kirche den Ritus übernommen, den damals die Dominikaner gefeiert hatten. Es gab aber damals noch andere Riten, die weiter gefeiert werden duften. Man musste lediglich nachweisen, dass der betreffende Ritus bereits seit 100 Jahren in Gebrauch war. Auch der byzantinische Ritus für der unierten Kirchen ist bis heute erlaubt. |  3
| | | | | Adolf Hümmer 1. März 2026 | | | | Alte Liturgie ist keine Rekonstruktion Jakob Ibounig sagt, dass die alte Liturgie eine Rekonstruktion, ein Nachspielen von etwas aus dem Mittelalter sei. Das kann man sicher nicht so sagen, da ja die alte Liturgie bis 1969 (oder 1970) die allein gültige gewesen ist. Außerdem muss man sich fragen, ob der neue Messritus sich aus dem alten entwickelt hat, oder ob er nicht zumindest teilweise ein Bruch gewesen ist. Die Petrusbruderschaft feiert auch den alten Ritus und sie ist gewiss nicht engstirnig. Die Feier des alten Ritus hat nichts damit zu tun, dass man sich weigert, offen für neue Aufbrüche in der Kirche zu sein. Wir müssen an der verbindlichen Lehre der Kirche unbedingt festhalten, wir dürfen die Tradition niemals geringschätzen, dennoch müssen wir immer offen für neue Aufbrüche in der Kirche sein. Es ist allerdings kein neuer Aufbruch in der Kirche, der vom Heiligen Geist kommt, wenn man seit Papst Franziskus Ehebrechern die heilige Kommunion spenden will. sites.google.com/view/ewige-liebe-nur-in-gott/startseite |  4
| | | | | marlin 1. März 2026 | | | |
@ Karlmaria: „Wenn man echte Mission betreiben will ist die katholische Weite ganz wichtig.“
Was wollen sie damit sagen?
Dass jeder Quatsch in Liturgie und Pastoral geduldet werden darf, solange man von Gott spricht?
Von Gott sprechen auch und schwule Bischöfe bei den Anglikanern und lesbische Pastorinnen bei den Protestanten.
Katholischen Missionaren ist es nicht erlaubt, die Kultur eines Volkes/Landes zu ändern, aber das Evangelium Christi und die Lehre der Kirche müssen sie so verkünden, wie ihnen die Leitung der Kirche das vorschreibt. |  3
| | | | | Fink 1. März 2026 | | | | "Wenn ich anfange, Liturgie zu rekonstruieren und nachzuspielen..." Ich frage mich schon manchmal, wie eine Messfeier im Jahr 800 (Karl der Große), im Jahr 1200 (Thomas von Aquin), im Jahr 1600 usw. wohl konkret ausgesehen hat.
Bei einem runden Jubiläum eines romanischen oder gotischen Doms könnte man doch so eine Liturgie (auch gesanglich) "nachspielen". Neugierig wär ich da schon. |  0
| | | | | Karlmaria 1. März 2026 | |  | Für die Piusbruderschaft ende mit 1962 das katholische Selbstverständnis Jeder Christ ist zur Mission berufen. Vor allem für die Mission ist das katholische allumfassende Selbstverständnis sehr wichtig. Mission kann nicht funktionieren wenn man von vorneherein will dass die Gläubigen so und so sind. Wenn man echte Mission betreiben will ist die katholische Weite ganz wichtig. Gott will dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Dazu muss man zwangsläufig mit allerlei Unvollkommenheiten leben lernen und dass der Weg zur Heiligkeit ein weiter Weg ist wo jeder mehr oder weniger weit ist! |  1
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