Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan: Keine Corona-Zwangsimpfung für Angestellte
  2. Der Rücktritt von Kardinal Sarah wurde angenommen
  3. ProtesTanten-Aktion gegen die Kirche
  4. Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz
  5. "Damit wird die grüne Ersatzreligion der Klimarettung kirchlich geadelt"
  6. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  7. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  8. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  9. Papst: Ein eigensinniger Fußballspieler, der "den Ball auffrisst", gereicht Team nicht zum Vorteil
  10. VERLOGEN!
  11. Kardinal Ruini lehnt Priesterweihe für Frauen und für verheiratete Männer ab
  12. Narrengottesdienst: „Das Erzbistum Köln sieht keinen Anlass für Konsequenzen“
  13. Kardinal Duka: Coronavirus ist ‚Biowaffe’ aus chinesischem Labor
  14. Klassiker wie Homer oder Platon sollen aus US-Lehrplänen verschwinden
  15. Der notwendige Kampf gegen den bösen Feind

Slowakei: Bischofskritik an Coronapolitik und Zensus-Kampagnen

18. Februar 2021 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Offener Brief der Bischofskonferenz an Premier Matovic - Unmut von Gläubigen wächst nach Wochen ohne öffentliche Gottesdienste - Kritik an gegen Kirchen und Religionsgemeinschaften gerichtete Kampagnen in aktueller Volkszählung


Bratislava (kath.net/KAP) Die slowakischen Bischöfe haben in Erklärungen nach ihrer dieswöchigen Vollversammlung zu mehreren aktuellen gesellschaftlichen Debatten, darunter zum weiteren Umgang mit der Corona-Krise und der angelaufenen Volkszählung, Stellung bezogen. In einem nach den Online-Beratungen veröffentlichten offenen Brief an die Regierung um Ministerpräsident Igor Matovic äußern sich die Bischöfe insbesondere auch kritisch zum seit Wochen geltenden Verbot öffentlicher Gottesdienste im Land. Hintergrund ist dabei auch die wechselnde Coronapolitik der Regierung, die mittlerweile für viel Unsicherheit in der Gesellschaft und heftige politische Debatten sorgt.

In dem Schreiben an den Regierungschef versichern die Bischöfe zwar, dass sie weiterhin die getroffenen Corona-Maßnahmen respektieren und erneuern auch ihren Aufruf zur Einhaltung der Regeln. Immer häufiger, so die Bischöfe, würden jedoch Gläubige ihre "geistlichen Leiden" angesichts der Einschränkungen vorbringen. Beichte und Kommunion hätten für die Gläubigen "immer eine Quelle der Ermunterung, der Kraft und des inneren Gleichgewichts" dargestellt, jetzt aber durchlebten sie "Monate ohne Möglichkeit, die Sakramente legitim zu empfangen". Dies vertiefe das Leid, Ängste und Konflikte. Die Gläubigen hätten das Gefühl, "von der Kirche in der schweren Zeit verlassen zu werden", so die Mitglieder der Bischofskonferenz.


Angesichts dessen bitten die Bischöfe die Verantwortungsträger, "eine andere, angemessene Art der Maßnahmen in Beziehung auf die geistlichen Bedürfnisse zu finden, zumindest so, wie dies im nahen Ausland der Fall sei, das sich in einer ähnlichen pandemischen Situation befindet". Auch wachse beständig die Zahl der gegen Covid-19 geimpften oder nach einer Infektion genesenen Menschen, "die an Gottesdiensten ohne Gesundheitsrisiko teilnehmen könnten", wie die Bischöfe schreiben. Die Freiheit religiösen Feierns sei "nicht bloß eine Folge der Versammlungsfreiheit", sondern wurzle "essenziell im Recht auf Religionsfreiheit, die ein primäres und fundamentales Menschenrecht" sei.

Skepsis gegenüber Volkszählung

In einer eigenen Erklärung wandte sich der slowakische Episkopat nach ihren Beratungen auch gegen eine politische Instrumentalisierung der am 15. Februar angelaufenen Volkszählung. Hintergrund ist, dass die Zensus-Ergebnisse nach einer gesetzlichen Neuregelung künftig maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie viele Mittel die jeweiligen Kirchen und Religionsgemeinschaften vom Staat erhalten. Kirchenkritische Kampagnen haben deshalb u. a. unter dem Motto #BezVyznania (#OhneBekenntnis) dazu aufgerufen, bei der Volkszählung die eigene Religion nicht anzugeben. Bisher hatten die Religionsgesellschaften staatliche Zuschüsse entsprechend der Zahl der Geistlichen bekommen.

"Heute Menschen aufzurufen, sich nicht zu ihrem Glaubensbekenntnis zu bekennen", sei "nicht nur ein Ausdruck der Intoleranz gegenüber der Religion, sondern auch eine absichtliche Entwertung der Zählung", hielten die katholischen Bischöfe zu der teils auch aus Regierungsparteien unterstützen Kampagne fest. Es sei unvorstellbar, so die Bischofskonferenz, "dass jemand heute versuche, die Angehörigen nationaler Minderheiten aufzufordern, sich nicht zu ihrer Nationalität zu bekennen" - in Bezug auf das Glaubensbekenntnis geschehe dies jedoch "ohne zu zögern".

Wie in ihrem offenen Brief an die Regierung wiesen die Bischöfe auch in ihrer Erklärung zur Volkszählung auf den großen Beitrag hin, den die Kirche gerade in der schwierigen Coronazeit zur Solidarität leiste. Priester und Laienkatholiken, unter ihnen "viele Ärzte und Gesundheitspersonal, Rettungsbedienstete, Polizisten und Soldaten", so die Kirchenvertreter, dienten in "Krankenhäusern, Hospizen, Caritasstationen, auf der Straße und unter den Obdachlosen ohne Rücksicht auf Religionszugehörigkeit". Viele Priester seien "ganze Wochen im freiwilligen Dienst in den Covid-Abteilungen" nicht nur im seelsorglichen Einsatz, sondern auch als administrative Helfer etwa in der Aufnahme der Spitäler.
Kritik an Schulgesetz-Entwurf

Eine weitere Bischofskonferenz-Erklärung befasste sich mit dem Entwurf einer Novelle des Schulgesetzes. Primär fordern die Bischöfe, "den politischen Regionen (Bundesländern) das Recht abzuerkennen, die Höchstschülerzahl des ersten Jahrgangs im Tagesstudium in kirchlich oder privat geführten Schulen festzusetzen". Dieses Recht soll nach Ansicht der Bischöfe auf die kirchlichen oder privaten Schulerhalter übertragen werden, denn die politischen Regionen seien selbst Schulerhalter und könnten daher nicht in die Rechte anderer Erhalter eingreifen.

Der vorliegende Entwurf zu der Novelle stehe sowohl im Widerspruch zum Prinzip der "Gleichberechtigung der Stellung der Schulen und schulischen Einrichtungen ohne Unterschied des Erhalters" wie auch zu einer Absichtserklärung im aktuellen Regierungsprogramm. Diese sehe vor, "die Errichtung, Finanzierung und Führung des Schulwesens so zu vereinheitlichen, dass die Autonomie der Erhalter kirchlicher Schulen im Sinn der geltenden Verträge zwischen dem Staat und den Kirchen respektiert wird", zitierte die Slowakische Bischofskonferenz.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu









Top-15

meist-gelesen

  1. Der Rücktritt von Kardinal Sarah wurde angenommen
  2. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  3. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie jetzt eine REISE nach ROM!
  4. Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  6. ProtesTanten-Aktion gegen die Kirche
  7. Causa Woelki – „Es ist höchste Zeit für Mut zur Fairness!“
  8. Narrengottesdienst: „Das Erzbistum Köln sieht keinen Anlass für Konsequenzen“
  9. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  10. „Es geht mir um konsequente Aufarbeitung und dass das Leid der Betroffenen das Handeln bestimmt“
  11. Vatikan: Keine Corona-Zwangsimpfung für Angestellte
  12. VERLOGEN!
  13. "Damit wird die grüne Ersatzreligion der Klimarettung kirchlich geadelt"
  14. Erzbistum Köln: Ruhestandsgeistlicher begeht Suizid
  15. Kardinal Duka: Coronavirus ist ‚Biowaffe’ aus chinesischem Labor

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz