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Weihbischof Gössl: „Mehrheit im Synodenforum will bisherige kirchliche Sexualmoral korrigieren“

29. September 2021 in Deutschland, 39 Lesermeinungen
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Bamberger Weihbischof/Synodaler Weg: „Wenn die kirchliche Sexualmoral neu geschrieben werden muss auf der Grundlage dessen, was die Humanwissenschaften heute über Sexualität sagen, wird in meinen Augen eine ganz wichtige theologische Basis verlassen“


Bamberg (kath.net) Zwar sei die Gesprächsatmosphäre im Synodalforum sehr positiv, „ich habe sie nie anders erlebt. Da wurde nicht einfach eine Minderheitenmeinung unterdrückt“. „Aber bei der Diskussion im Forum wurde das mehr und mehr zerpflückt und zerstückelt. Am Schluss blieb nichts mehr übrig. Irgendwo ist ein Punkt erreicht, an dem ich sage: Das ist nicht meine Überzeugung, dem kann ich nicht zustimmen.“ So schildert der Bamberger Weihbischof Herwig Gössl im Interview mit dem Bamberger „Heinrichsblatt“ seine Eindrücke bei der Mitarbeit im Forum IV „Leben in gelingenden Beziehungen“ des Synodalen Weges. Gösl hat inzwischen einen Alternativvorschlag der vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer unterstützten synodenkritischen Plattform www.synodale-beitraege.de unterschrieben. Falls sich allerdings der Eindruck verfestige, „dass die Ziele schon feststehen und es nur noch darum geht, sie durchzubringen, ist das nicht synodenkonform. Nach wie vor sehe ich aber die Gefahr, dass am Ende die Enttäuschung groß sein wird. Freilich kann ich nicht abschätzen, wie es ausgeht.“ Das Interview wurde in voller Länge auf die Homepage des Erzbistums Bamberg übernommen, siehe Link unten.


Zum Thema Homosexualität erläuterte Gössl in diesem Interview: „Bei homosexuellen Menschen zum Beispiel könnten wir einfach akzeptieren, wie sie leben, ohne dass wir sagen müssen, das ist jetzt gut und richtig“. Eine solche Beziehung entspräche nicht „unser[em] Verständnis von Sexualität“, denn diese sei „auf die Zeugung von Nachkommenschaft hingeordnet. Das kann man auch humanwissenschaftlich nicht abstreiten. Sicher ist das nicht der einzige Punkt, aber ein ganz wesentlicher. Da jedenfalls geht die Homosexualität am Ziel vorbei. Deshalb können wir nicht einfach sagen, homo- und heterosexuelle Beziehungen seien das gleiche.“

Das „Heinrichsblatt“-Interview in voller Länge: siehe Link

Archivfoto Weihbischof Gössl (c) Erzbistum Bamberg


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