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„Handlanger des Todes – Schlimm, schlimmer, unerträglich“

21. Juli 2022 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
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ZdK-Präsidentin Stetter-Karp fordert mehr Zugang zu Abtreibungen? „In der Entscheidung zwischen Tod und Leben kann Bischof Bätzing, will er nicht seine Glaubwürdigkeit verlieren, nicht auf beiden Seiten zugleich stehen.“ Gastbeitrag von Ursula Zöller


Bonn (kath.net/Frau und Kirche) Am 6. Juli hat Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, von Frau Eva Maria Welskop-Deffaa die höchste Auszeichnung der Caritas verliehen bekommen. Die Geehrte ist übrigens Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes, sodass der Verleihung von Präsidentin an Vizepräsidentin ein gewisses Geschmäckle anhängt.

Und wofür die Ehrung? Vor allem für die angebliche Wahrung und Förderung der Rechte von Frauen, Kindern und Jugendlichen.

Frau Stetter-Karp ist Mitbegründerin des Vereins Donum Vitae, der den Tötungsschein für Ungeborene ausstellt, seit die Bischofskonferenz 1999 aus dem gesetzlichen Beratungssystem ausstieg. Denn dieser Schein ermöglicht die straflose – wenn auch immer noch rechtswidrige – Abtreibung ungeborener Kinder, an der sich Christen nicht beteiligen dürfen.

Die Rechte von Kindern, deren Leben grausam beendet wird, hat Frau Stetter-Karp mit Donum Vitae also gerade nicht gefördert. Sie hat Ungezählten mit diesem Schein ihr Lebensrecht genommen. Und auch vielen Frauen, die mit Hilfe von Donum Vitae ihr Ungeborenes getötet haben, hat sich ihr angebliches Recht auf Abtreibung später als unvergessliches Unrecht dargestellt. Das gesamte Präsidium und die Mitglieder des ZdK haben Frau Stetter-Karp aber natürlich zu ihrer Auszeichnung sehr herzlich gratuliert. „Wir erleben ihre enorme Beharrlichkeit, für eine bessere Welt und eine gerechtere Kirche zu kämpfen“ meint ZdK-Generalsekretär Marc Frings, der sich mit der Caritas eng verbunden fühlt.


Was aber ist eine gerechtere Kirche im Sinn des ZdK? Eine solche Kirche ist nach Ansicht des sogenannten Synodalen Weges, dessen Präsidentin Frau Stetter-Karp mit ihrer Wahl vom 19.11.21 zur ZdK-Präsidentin zugleich geworden ist, eine demokratische. Nun ist aber die Chefin des ZdK keineswegs von allen Katholiken, die sie ja repräsentieren will, sondern nur von einem relativ kleinen Kreis von u.a. einigen Verbandsmitgliedern und Angestellten im Dienst der Kirche gewählt worden. Demokratie sieht anders aus.

Eine gerechtere Kirche kämpft laut den Propagandisten des Synodalen Weges gegen die Macht der Hierarchie; Frau Stetter-Karp ist Präsidentin des ZdK und des Synodalen Weges, Vizepräsidentin der Caritas. So viel zum Thema Macht der Laien, die eben jene der Kirche austreiben wollen. Freilich: Macht in Händen der Frauen ist etwas ganz anderes als die von Männern, Geistlichen gar, und uneingeschränkt gut.

Eine gerechtere Kirche als Anspruch also, der doch auch für die Laien, die das fordern, gelten müsste. Der Katechismus, der für Katholiken immer noch Maßstab ist, auch wenn einige Reformer ihn vor allem bzgl. der Sexualethik umschreiben wollen, sagt „Die Gerechtigkeit besteht im beständigen freien Willen, Gott und dem Nächsten zu geben, was ihnen zusteht.“

In einem Beitrag für die Zeit-Beilage „Christ und Welt“ hat die ZdK-Präsidentin nun gefordert, „sicherzustellen, dass der medizinische Eingriff eines Schwangerschaftsabbruchs flächendeckend ermöglicht wird“. Das sei „derzeit nicht der Fall, weil insbesondere im ländlichen Raum – unabhängig von seiner konfessionellen Prägung – die gynäkologische Versorgung fehlt“. Daher stehe eine „Reflexion darüber, wie das Angebot sichergestellt werden kann“ an, auch, was „die Schulung von Ärzt*innen in der Ausbildung umfasst“.

Steht also im Sinne der Gerechtigkeit den Ungeborenen der Tod zu? Wohl kaum. Gerechtigkeit verlangt übrigens auch die Wiedergutmachung eines entstandenen Schadens. Doch das ist nicht möglich.

Konnte es nach dem Versuch, die Abtreibung als Recht in der EU einzuführen, noch schlimmer kommen? Ja, weil das ZdK, auch wenn viele Politiker darin sind, an sich keine politische Gruppierung, sondern eine von Katholiken ist. Für sie gilt, was schon immer Lehre der Kirche ist, was aber sogar auch in unserer weltlichen Verfassung steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Abtreibung ist grundsätzlich eine schwere Sünde. Todsünde, wie man früher schwere Sünden nannte, trifft es hier ganz genau. Und wer diese ausführt oder auch „nur“ fördert ist, so sieht es auch der Papst als Oberhaupt der Kirche, ein Handlanger des Todes. Er nämlich vergleicht Abtreibung mit dem Anheuern eines Auftragsmörders. Deutlicher kann man nicht sein.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken macht sich mit ihren Forderungen schuldig am Tod ungeborener Kinder. Sie ist damit für einen katholischen Verband vollkommen untragbar. Sie muss umkehren und sie muss zurücktreten.

Die katholischen Bischöfe haben sich von den Forderungen der Präsidentin sofort distanziert. „Die katholische Kirche hat stets darauf hingewiesen, dass sie mit dem rechtlichen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Schwangerschaftsabbrüche nicht konform geht. Die katholische Kirche lehnt Abtreibungen grundsätzlich ab.“

Es sind allerdings jene Bischöfe, bei deren Wahl die Laien laut Synodalem Weg in Zukunft mitbestimmen wollen. Es sind jene, von denen die Synodalen verlangen, dass sie sich der Überwachung durch irgendwelche Laiengremien unterwerfen.

Beten und hoffen wir also, dass das Zdk seine Präsidentin absetzt und der Synodale Weg mit ihr möglichst schnell beendet wird. Er ist ein Irrweg, der offenbar nur noch in den Abgrund führen kann.

Da die deutschen Bischöfe zu Recht den Forderungen der Präsidentin des ZdK und des Synodalen Weges massiv widersprechen, kann der Vorsitzende der Konferenz eben jener Bischöfe unmöglich weiter den Synodalen Weg gemeinsam mit Frau Stetter-Karp leiten. In der Entscheidung zwischen Tod und Leben kann Bischof Bätzing, will er nicht seine Glaubwürdigkeit verlieren, nicht auf beiden Seiten zugleich stehen.

Allen aber die meinen, man müsse Abtreibungen erleichtern oder gar ein niemals wirklich mögliches Recht auf Abtreibung fordern, das ja ein „Recht“ auf Tötung Unschuldiger wäre, möchte ich einen uralten und immer noch gültigen Rat aus dem Buch Deuteronomium ans Herz legen: „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“

Wähle also das Leben!

Foto: Symbolbild


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