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Ungarische Präsidentin: "Familie ist die Basis der Gesellschaft"

31. Oktober 2022 in Familie, keine Lesermeinung
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Katalin Novak zu Gast in Katholischer Hochschule ITI im niederösterreichischen Trumau


Wien  (kath.net/KAP) Die ungarische Präsidentin Katalin Novák hat im Rahmen ihres Österreich-Besuchs am Donnerstag u.a. auch die Katholische Hochschule ITI im niederösterreichischen Trumau besucht. Auf Einladung von Rektor Christiaan Alting von Geusau gab Novak bei einer Begegnung mit den Studentinnen und Studenten der Einrichtung einen sehr persönlichen Einblick in ihr Familienleben und in die Maßnahmen, die Ungarn in den vergangenen Jahren gesetzt hat, um wieder zu einer familienfreundlichen Gesellschaft zu werden. Novak, selbst Mutter von drei Kindern, bezeichnete die Familie als "Basis der Gesellschaft" wie auch für ihr persönliches Leben.

Ziel der ungarischen Familienpolitik sei es in den vergangenen zehn Jahren gewesen, es den jungen Menschen zu ermöglichen, "so viele Kinder zu bekommen, wie sie tatsächlich selbst möchten", führte Novak aus. In Ungarn habe dringender Handlungsbedarf bestanden, seit 1981 sei die ungarische Bevölkerung beständig zurückgegangen.

Novak wies u.a. auf verschiedene staatliche Familienbeihilfen bzw. Kinderbetreuungsgelder hin. Neu sei seit 2022, dass auch Großeltern Beihilfe für Kinderbetreuung beantragen können. Die ungarische Regierung biete zudem Ehepaaren einen Staatskredit von 10 Millionen Forint (rund 30.000 Euro), den sie, falls sie drei Kindern bekommen, nicht zurückzahlen müssten. Eine Mutter müsse auch ab dem vierten Kind lebenslang keine Steuern mehr bezahlen. Insgesamt seien die ungarischen staatlichen Leistungen für die Familien im internationalen Vergleich sehr hoch. Das seien aber Investitionen in die Zukunft des Landes, so Novak. Zusätzlich bemühe man sich etwa auch um familienfreundliche Arbeitsbedingungen in den Betrieben.

Die Präsidentin verwies auch auf die ungarische Verfassung, die die Institution der Ehe als Verbindung von Mann und Frau schütze und die Familie als Basis für das Überleben der Nation festschreibe.

Novak berichtete zudem auch von ersten positiven Effekten der ungarischen Familienpolitik, die sich bereits zeigen würden. So habe sich die Zahl der Eheschließungen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, die Scheidungsrate befinde sich auf einem 60-Jahr-Tief. Zugleich habe sich die Zahl der Abtreibungen in den vergangen zehn Jahren halbiert.

So sehr sie ihre Arbeit auch möge, der eigentliche Lebenssinn seien ihre drei Kinder bzw. ihre Familie, bekannte die Präsidentin.

Novák bekleidet seit 10. Mai 2022 als Nachfolgerin von János Áder das höchste Amt in Ungarn. Zuvor war Novák ab 2014 als Staatssekretärin für Familien- und Jugendangelegenheiten und dann ab 2020 als Familienministerin im Kabinett von Viktor Orban politisch verantwortlich. Sie war auch Vizepräsidentin der ungarischen Regierungspartei Fidesz. Das Staatsoberhaupt Ungarns wird vom Parlament für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt - mit der Möglichkeit der einmaligen Wiederwahl - und erfüllt hauptsächlich repräsentative Aufgaben.

Die Katholische Hochschule ITI in Trumau (Abkürzung ITI, vormals: Internationales Theologisches Institut - Hochschule für Katholische Theologie) wurde 1996 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. gegründet, um jungen Menschen eine umfassende theologische Bildung mit dem Schwerpunkt Ehe und Familie zu ermöglichen. Zunächst in der Kartause Gaming beheimatet, übersiedelte die Hochschule 2009 ins Schloss Trumau. Kardinal Christoph Schönborn ist Großkanzler der Einrichtung, die ein Vollstudium der Fachtheologie, Spezialkurse zum Thema "Ehe und Familie" sowie zwei Arten Studium Generale in Kooperation mit der Hochschule Heiligenkreuz bietet.

Christiaan Alting von Geusau ist auch Präsident des ICLN - International Catholic Legislators Network. Dieser globale Zusammenschluss christlicher Politiker ist nicht nur ein Netzwerk für Politik auf christlicher Grundlage sondern auch eine Plattform für Weiterbildung und Best Practice.


Foto: (c) ITI

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