Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. DUBIA - Keine (klaren) Antworten von Papst Franziskus
  2. Vatikan veröffentlicht doch "Papst-Zweifel-Antworten"
  3. Bischof Bonnemain: Sexualmoral ‚kann und muss ... vertieft und weiterentwickelt werden’
  4. Katholischer Bischof von Erfurt: Reli-Lehrer dürfen keine AfD-Mandatsträger sein
  5. Erzbischof Koch bei DBK: „Geben wir Gott bewusst in allem, was wir tun, die Ehre?“
  6. Keinen Euro mehr für Zeitgeist-Bischöfe, die Unmoral als Moral verkaufen
  7. Ich habe in den letzten 10 Jahren die katholische Lehre gegen den Pseudomodernismus verteidigt!
  8. Beten für die Synode - Offizielle Texte liegen auf Deutsch vor
  9. Eine Geschichte in der Geschichte. Abwarten, wissend um das Unkraut, hoffend und wartend in Geduld
  10. Wer schenkt dem Generalvikar von Essen ein Lächeln und ein Kollarhemd?
  11. Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein!
  12. Bei der "Alten Messe" endet der 'synodale Stil' des Papstes
  13. Werden Sie Schutzengerl für kath.net!
  14. Raubmörder Jacques Fesch (+27) auf dem Weg zur Seligsprechung. Vor 66 Jahren wurde er hingerichtet
  15. Noch ein Papstschreiben zur "Klimakrise"

Bischof von Odessa: Russen sind die Verursacher der Kraftwerks-Zerstörung!

7. Juni 2023 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zuständiger Diözesanbischof Szyrokoradiuk: Wasser steigt weiter, ganze Region ohne Trinkwasser - Sprengung war in Ukraine schon seit einem Jahr befürchtet worden - UPDATE: Russischer Besatzungschef gibt zu: Für uns öffnet sich jetzt ein Fenster!


Kiew (kath.net/KAP) Von einer "unvorstellbar katastrophalen Lage" im Gebiet Cherson nach der Zerstörung des ukrainischen Kachowka-Staudammes hat der zuständige römisch-katholische Diözesanbischof von Odessa, Stanislaw Szyrokoradiuk, berichtet. Die Häuser von 20.000 Menschen stünden bereits unter Wasser, erst 2.000 von ihnen hätten bislang evakuiert werden können, sagte der Geistliche aus dem Franziskanerorden am Dienstagabend im Telefonat mit der Nachrichtenagentur Kathpress.

Die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen seien kaum abzuschätzen, die humanitäre Not sei enorm: "In der ganzen Region ist die bevorstehende Mais- und Getreideernte vernichtet und es gibt kein Trinkwasser mehr", so der Bischof. Noch immer steige in den Ortschaften unterhalb des Stausees - darunter auch in niedrigen Zonen der Provinzhauptstadt Cherson - das Wasser, "in manchen Teilen schon auf über drei Meter", berichtete der Bischof. Er sei in ständigem Kontakt mit Priestern seiner Diözese, deren Pfarren direkt betroffen seien und der Bevölkerung nach ihren beschränkten Möglichkeiten zu helfen versuchten.

Auch Kirchen seien von den Fluten und dem nun entstandenen See erfasst worden. Die Menschen hätten sich im Verlauf des Tages an Erhebungen versammelt und warteten auf ihre Evakuierung. "Wie es weitergeht, weiß aber noch niemand. Das Wasser aus dem See kommt weiterhin, man rechnet, dass der Pegel mindestens bis Mittwoch weiter steigt", so Szyrokoradiuk.

Schuldfrage "eindeutig"

"Ganz eindeutig" seien die Russen die Verursacher der Kraftwerks-Zerstörung gewesen, erklärte der Bischof. "Die Befürchtung, dass es zu diesem Schritt kommen würde, gab es schon im vergangenen Jahr, als die Besatzer Minen in den Damm einließen. Alle in der Ukraine warteten mit großer Sorge darauf, wann die Sprengung erfolgen würde. Jetzt war der Moment gekommen, um so die anlaufende ukrainische Gegenoffensive zu stören", so Szyrokoradiuk.


Dass Russland zu diesem Schritt fähig sein würde, überrasche nicht. "Der russische Terror und der Völkermord an der Ukraine gehen weiter. Alles, was die Ukraine hat, muss aus russischer Sicht vernichtet werden." Zu befürchten sei, dass es selbst bei den ukrainischen Atomkraftwerken keine "rote Linie" geben werde. Als "Pessimist" bezeichnete sich der Bischof von Odessa mit Blick auf die derzeitigen vatikanischen Friedensbemühungen.

Erst am Dienstagnachmittag hatte der Papst-Sondergesandte Kardinal Matteo Zuppi diesbezüglich in Kiew Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen. Der ukrainische Staatschef verfolge einen anderen Plan als Papst Franziskus, so die Einschätzung Szyrokoradiuks. "Selenskyj hat aufgezeigt, wie ein Friedensplan für die Ukraine aussehen kann. Vom Vatikan aus kann man vielleicht träumen, von Washington aus noch leichter. Eine Waffenruhe würde dem russischen Aggressor jedoch nur Zeit verschaffen, um sich wieder weiter für einen neuen Angriff auf die Ukraine aufzurüsten", so die Einschätzung des Bischofs.

Ein "wahrer Friede" müsse unverzichtbar mit der Sicherstellung von dauerhafter Freiheit verbunden sein - was nur über einen Sieg der Ukraine über den Angreifer gelingen könne, befand der Bischof. Er hoffe, "dass die Welt nach der erneuten Katastrophe, welche diese Staudammsprengung darstellt, dies endlich erkennt". Die Angehörigen aller Glaubensrichtungen rief der katholische Oberhirte dazu auf, "zu beten, dass sich Gottes Pläne erfüllen - nicht die Pläne Russlands". Verurteilung auch durch andere Kirchenführer Vor Szyrokoradiuk hatten sich bereits weitere ukrainische Religionsführer entsetzt über die Zerstörung des Kachowka-Staudamms geäußert und die Schuld bei Russland gesehen.

Oberrabbiner Mosche Azman schrieb von einer von russischen "Terroristen" verursachten ökologischen Katastrophe, Metropolit Epiphanij von der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) von einem "Akt russischen Staatsterrors" und Auswüchsen einer "antichristlichen, menschenfeindlichen Ideologie" Russlands. Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von der griechisch-katholischen Kirche warf Russland erneute "völkermörderische Aggression" vor und nannte die Zerstörung des Staudamms als "weiteres Kriegsverbrechen, schreckliche Umweltkatastrophe und Sünde gegen Gott, den Schöpfer, der den Menschen berufen hat, die von ihm geschaffene Welt zu entwickeln und nicht zu zerstören".

Im zur Region Cherson gehörenden Überschwemmungsgebiet des Anfang der 1950er-Jahre über den Dnipro-Fluss errichteten Kachowka-Dammes liegen rund 80 Ortschaften. Der von der Explosion in Bewegung gesetzte Stausee war mit 230 Kilometer Länge und einer Breite von bis zu 9,4 Kilometer rund viermal so groß wie der Bodensee und fasste 18 Kubikkilometer Wasser, die nun in Richtung Schwarzes Meer strömen. An dem Stausee liegt das AKW Saporischschja. Es wird wie das Wasserkraftwerk mit dem Staudamm seit mehr als einem Jahr von russischen Besatzern kontrolliert.

 

Die russische Seite könnte den Damm gesprengt haben. Die Region am Staudamm gehört zu dem Gebiet, das russische Truppen derzeit besetzt halten. Anders als die Ukrainer hätten sie also Zugang zum Gelände. "Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die Russen den Staudamm vermint haben. Das haben sie uns quasi wissen lassen", sagte der öst. Militärexperte Markus Reisner im NDR laut NTV.. Eine Option wäre, dass die russische Seite diese vorbereiteten Minen nun gezündet hat. (https://www.n-tv.de/politik/Bei-Cherson-gibt-es-keine-Front-mehr-nur-noch-Schlamm-article24172299.html)

UPDATE vom MITTWOCH:: Der russische Besatzungschef im südukrainischen Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, sieht nach der Zerstörung des Staudamms einen militärischen Vorteil für die eigene Armee. Dies berichtet der "Focus". „Aus militärischer Sicht hat sich die operativ-taktische Situation zugunsten der Streitkräfte der Russischen Föderation entwickelt“, sagte Saldo am Mittwoch im russischen Staatsfernsehen. "Sie können nichts machen“, so seine Sicht auf die ukrainischen Truppen, die eine Gegenoffensive zur Befreiung der besetzten Gebiete planen. Für unsere Streitkräfte hingegen öffnet sich jetzt ein Fenster: Wir werden sehen, wer und wie versuchen wird, die Wasseroberfläche zu überqueren.“

 

 

 

Foto: (c) Viele Ukrainer mussten heute aus Kherson flüchten, weil Putin den Staudamm sprengen ließ, darunter diese junge Mutter mit ihren 2 Kindern.

 

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Gandalf 8. Juni 2023 

UPDATE - Die RUSSEN-Mörder beschießen sogar die Retter in den Überschwemmungsgebieten!

"In der überschwemmten Stadt Cherson kam es am Donnerstag zu heftigem Artilleriebeschuss durch russische Truppen. Während ukrainische Rettungskräfte dabei waren, Zivilisten aus dem Flutgebiet zu holen, begann das russische Artilleriefeuer. Berichten zufolge wurden mehrere Zivilisten verletzt, ein Mensch wurde getötet." - P.S. Das ist eine widerliche Verbrecherbande, sonst gar nichts mehr. Putin und seine Genossen gehören alle auf beim kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt!

www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/flut-gebiet-unter-beschuss-russen-feuern-auf-die-retter-84255020.bild.html


3
 
 Schillerlocke 7. Juni 2023 
 

Dieser Frevel

ist zutiefst empörend. Ich bin darüber erschüttert, dass aus Russland kein Aufschrei kommt. Würden die Leute aus Russland mit gleicher Beharrlichkeit und Zerstörungswut wie in der Ukraine gegen Putin und seine Entourage vorgehen, wäre längst schon Frieden.


3
 
 Gandalf 7. Juni 2023 

FILMTIPP

Großartige Helfer! - DANKE - Fahrt in die Trümmer - Hilfe für die #Ukraine | Die Nordreportage | NDR Doku - Es gibt Leute, die nach wie vor den Menschen dort helfen - So großartig! Vor jeden dieser Menschen habe ich mehr Respekt als vor den Lügen-Maulhelden, die vermeintlich Frieden wollen, indem sie den Ukrainern Waffen wegnehmen wollen, damit diese sich verteidigen. Es ist Christenpflicht, dass man den Ukrainern helft, auch mit Waffen!

www.youtube.com/watch?v=Km39yXP7GuU


3
 
 Gandalf 7. Juni 2023 

Man beachte die stellungnahme des RUssen von heute im russ. Fernsehen...

Der gibt de facto mit seiner Aussage zu, dass die Russen hier dahinter stehen. Unfassbar UND dann kommen hier noch ein paar Trolle her und erklären einen, dass die Ukrainer das gemacht haben können. Wenn es um die letzte Verteidigung von Putin geht, schalten ein paar wenige Idioten wirklich das HIRN völlig aus.


4
 
 Norbert Sch?necker 6. Juni 2023 

Aktuelle Einschätzung durch Torsten Heinrich

Der von Gandalf empfohlene Experte Torsten Heinrich (Danke für den interessanten Link!) favorisiert zur Zeit (6.6., 20:30) die These vom unbeabsichtigten Dammbruch. Eine vorsätzliche Sprengung durch die Russen hält er für wenig wahrscheinlich, eine vorsätzliche Sprengung dur die Ukrainer für völlig unwahrscheinlich. Die Verantwortung liegt dennoch auf russischer Seite, nicht nur, weil sie den Krieg begonnen haben, sondern auch, weil sie den See zu hoch aufgestaut und wahrscheinlich schlecht gewartet haben. Wichtig ist im Moment die Hilfe für die Zivilbevölkerung, wie sie von den Kirchen der Ukraine offenbar vorbildlich geleistet wird, sowohl geistlich als auch materiell.


3
 
 Lindenbaum 6. Juni 2023 
 

Berliner Zeitung

Ich empfehle den Artikel der Berliner Zeitung zu dem Thema zu lesen (berliner-zeitung.de 'Katastrophe bei Cherson') und ihn bis ihn zum Ende zu lesen. Ich mag die oft (nicht immer) sachliche Art dieser Zeitung.

www.berliner-zeitung.de/news/katastrophe-bei-cherson-gesprengter-kachowka-staudamm-hebt-russlands-ukraine-krieg-auf-neue-stufe-flut-zusammenfassung-li


0
 
 Gandalf 6. Juni 2023 

Wenn mir jetzt nochmals wer kommt und hier ernsthaft behauptet...

... dass die Ukrainer den Damm selbst gesprengt haben, den muss ich a) entweder völlig Unkenntnis der Lage dort unterstellen oder einfach b) dass derjenige ein PUTIN-TROLL ist UND die sind hier nicht erwünscht. Nochmals: Das Gebiet wird von Russland schwerst bewacht, nur die Russen sind dort tätig und die Russen haben das Hauptinteresse, die kommenden Angriffe in der Südukraine auf die russ. Stellungen zu verhindern und die Ukrainer sind nicht so blöd und sprengen den eigenen Damm, um dann die eigenen Gebiete zu fluten und die eigenen Leute zu vertreiben.


6
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net!
  2. Ostern 2024 im HEILIGEN LAND - Kommen Sie mit! - Eine EINMALIGE CHANCE!
  3. Vatikan veröffentlicht doch "Papst-Zweifel-Antworten"
  4. DUBIA - Keine (klaren) Antworten von Papst Franziskus
  5. Keinen Euro mehr für Zeitgeist-Bischöfe, die Unmoral als Moral verkaufen
  6. Wer schenkt dem Generalvikar von Essen ein Lächeln und ein Kollarhemd?
  7. Kardinal Tucho ? Das macht jetzt auch nichts mehr
  8. Missbrauchsopfer: Papst soll Glaubenspräfekt Fernandez absetzen
  9. Bei der "Alten Messe" endet der 'synodale Stil' des Papstes
  10. Ich habe in den letzten 10 Jahren die katholische Lehre gegen den Pseudomodernismus verteidigt!
  11. Eine Geschichte in der Geschichte. Abwarten, wissend um das Unkraut, hoffend und wartend in Geduld
  12. „Christen verschanzen sich nicht hinter glaubensfeindlichen Ideologien“
  13. Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein!
  14. Raubmörder Jacques Fesch (+27) auf dem Weg zur Seligsprechung. Vor 66 Jahren wurde er hingerichtet
  15. Rennfahrer Habsburg: Habe in Medjugorje großen Frieden verspürt

© 2023 kath.net | Impressum | Datenschutz