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Wie Karol Wojtyla die Göttliche Barmherzigkeit gerettet hat

7. April 2024 in Spirituelles, 4 Lesermeinungen
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20 Jahre lang standen die Schriften der heiligen Faustyna Kowalska auf der „schwarzen Liste“ des Vatikans. Johannes Paul II. rehabilitierte sie. Von Petra Knapp.


Rom (kath.net / pk) Sie war die erste Heilige des dritten Jahrtausends: Faustyna Kowalska. Mit ihrer Heiligsprechung am 30. April 2000 führte die Kirche ein neues Fest ein – jenes der Göttlichen Barmherzigkeit, das eine Woche nach Ostern gefeiert wird.

Dass es überhaupt zu dieser Heiligsprechung kam, ist eine spannende Geschichte, in der Karol Wojtyla eine bedeutende Rolle spielte, lange ehe er Papst wurde. Kowalska wurde als drittes von zehn Kindern 1905 im polnischen Glogowiec geboren und auf den Namen Helena getauft.

1925 trat sie in den Orden der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit in Warschau ein und verbrachte dreizehn Jahre im Kloster, unter anderem in Plock, Wilna und Krakau. Sie hatte regelmäßige Visionen und Erscheinungen und sprach gegenüber ihren Schwestern davon, dass ein großer Krieg kommen würde. Sie rief zum Gebet für Polen auf.

Am 22. Februar 1931 notierte die polnische Ordensschwester Faustyna Kowalska in ihrem Tagebuch, was Jesus ihr aufgetragen habe: „Meine Tochter, verkünde der ganzen Welt meine Barmherzigkeit! Ich wünsche, dass das Fest meiner Barmherzigkeit eine Zuflucht werde für alle Seelen, insbesondere für die armen Sünder… Das Fest meiner Barmherzigkeit entströmt den innersten Tiefen meines Wesens. Ich wünsche, dass es auf den ersten Sonntag nach Ostern festgesetzt werde.“


Am 5. Oktober 1938 starb Schwester Faustyna, mit nur 33 Jahren, ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Noch während des Krieges breitete sich die Verehrung des barmherzigen Jesus rasch aus.

Bis 1951 entstanden 150 religiöse Zentren in Polen, wo die göttliche Barmherzigkeit verehrt wurde. 1955 wurde ein Orden gegründet, der zum Ziel hatte, die Verehrung der Barmherzigkeit zu fördern. 1956 segnete Papst Pius XII. das berühmte Bild vom barmherzigen Jesus.

Allerdings war nicht jeder im Vatikan begeistert von dieser Entwicklung. Kardinal Alfredo Ottaviani etwa, Oberhaupt des Heiligen Offiziums, des Vorläufers der Glaubenskongregation, versuchte, Papst Pius XII. zu überreden, Schwester Faustynas Schriften zu verdammen, was der jedoch zurückwies, wie das Portal „Aleteia“ schreibt.

Ottaviani probierte es nochmals 1958, beim nächsten Papst, Johannes XXIII. Der Kardinal fügte ihre Schriften zu einer Liste von Büchern hinzu, die offiziell von der Kirche verbannt werden sollten. Am 6. März 1959 publizierte das Heilige Offizium schließlich ein Dokument, das jegliche Bilder und Schriften von Sr. Faustyna zur Verbreitung der Göttlichen Barmherzigkeit untersagte, mit dem Argument, es gebe „ernste theologische Vorbehalte“.

Insgesamt zwanzig Jahre lang würden ihre Schriften auf der „schwarzen Liste“ des Vatikans stehen. Die polnischen Gläubigen waren entsetzt. Einer von ihnen war Karol Wojtyla, der 1964 mit nur 43 Jahren zum Erzbischof von Krakau ernannt wurde. Schon im ersten Jahr seines Dienstes nahm er mit vatikanischer Erlaubnis die Untersuchungen zum Werk von Schwester Faustyna erneut auf.

Er entdeckte, dass die Verurteilungen ihrer Schriften mit mangelhaften Übersetzungen vom Polnischen ins Französische bzw. Italienische zusammenhingen. Bereits 1965 beauftragte Karol Wojtyla Bischof Julian Groblicki, Informationen auf diözesaner Ebene über das Leben und die Tugenden der Ordensfrau zu sammeln. Dabei wurden „45 Zeugen ihres Lebens angehört, schriftliche Zeugnisse gesammelt und ein Prozess über das Fehlen der öffentlichen Verehrung durchgeführt“, heißt es auf der Website „heiligefaustina.de“.

Zwei Jahre später legte Karol Wojtyla seine positiven Ergebnisse vor und der Seligsprechungsprozess wurde in Rom eröffnet. Der Vatikan ließ sich allerdings weiter Zeit mit der Rehabilitierung Kowalskas: Fast zwanzig Jahre lang waren ihre Schriften offiziell verboten, ehe die Verbannung im Jahr 1978 aufgehoben wurde – jenem Jahr, in dem Wojtyla zum Papst gewählt wurde.

1993 wurde Faustyna Kowalska von Johannes Paul II. seliggesprochen, sieben Jahre später heiliggesprochen. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Kirche ein Fest der Göttlichen Barmherzigkeit bekam, welches seit dem Jahr 2000 am Sonntag nach Ostern gefeiert wird.

Er sagte selber: „Die Botschaft von der göttlichen Barmherzigkeit ist mir immer nah und kostbar, sie hat gewissermaßen das Bild meines Pontifikates mitgestaltet. Ich danke der göttlichen Vorsehung, dass es mir persönlich gegeben wurde, zur Erfüllung des Willens Christi beizutragen, durch die Einführung des Festes der göttlichen Barmherzigkeit.“


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Lesermeinungen

 Paddel 9. April 2024 

@Adamo "Weißer Sonntag" oder/und "Barmherzigkeitssonntag"

Beinhaltet nach meinem Verständnis ein und das Selbe. Die Bezeichnung "Barmherzigkeitssonntag" holt die wahre Bedeutung des "Weißen Sonntags" neu ins Bewußtsein zurück. Ohne die göttliche Barmherzigkeit, keine Sündenvergebung, keine Reinheit, kein ewiges Leben.


0
 
 SalvatoreMio 7. April 2024 
 

Der Barmherigkeitssonntag

Lieber @Adamo: Heute, der 2. Sonntag der Osterzeit, ist auch der "Weisse Sonntag", der gleichzeitig "Barmherzigkeitssonntag" genannt wird. Das Evangelium berichtet, wie das Sakrament der Buße, die Gnade der Sündenvergebung, den Aposteln anvertraut wird. Mir scheint, dass das noch nicht überall durchgedrungen ist.
,


1
 
 Adamo 7. April 2024 
 

Der Festtag der GÖTTLICHEN BARMHERZIGKEIT ist seit 24 Jahren der 1.Sonntag nach Ostern !

Noch immer wird der 1.Sonntag nach Ostern in der kath.Kirche WEISSER SONNTAG genannt.


6
 
 anjali 7. April 2024 
 

Schwester Faustina

Eine Heilige der Neuzeit!Vielen Dank an Papst Joannes Paulus II ! Beide aus (der Nähe von) Krakow.


3
 

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