Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  4. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  7. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  8. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  11. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Leere der kirchlichen Lehre
  14. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  15. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette

„Unsere Aufgabe soll es sein, die neue Regierung und alle Parteien mit Gebet zu begleiten“

7. Mai 2025 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Denn „die Fakten sind wie sie sind“. Gastkommentar zur Wahl des neuen Bundeskanzlers von Deutschland von Michael Schneider-Flagmeyer


Berlin (kath.net) Liebe Freunde und Leser, ein aufregender Tag neigt sich dem Ende zu. Ich schreibe hier nicht im Auftrag des Forums Forum Deutscher Katholiken sondern sehr persönlich an Sie, obwohl ich als Gründungsmitglied des FDK und dessen Pressemitarbeiter mich nicht ganz davon trennen kann und will. Ich will heute Abend hier nicht in die Einzelheiten der Parteipolitik einsteigen, obwohl ich auch an dieser Stelle öfter öffentlich gemacht habe, dass und warum ich aus der CDU ausgetreten bin. Vielmehr möchte ich meines und vielleicht auch Ihr Auge auf die Gesamtsituation unseres Landes und seiner Menschen richten.

Ich habe den ganzen Tag vor dem Fernseher gesessen und mir das Geschehen angeschaut vornehmlich bei Welt-TV und N-TV. Immer wieder wurde betont, dass die Niederlage von Herrn Merz im ersten Wahlgang ein ungeheures Geschehen sei, dass es noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik gab und dass dieses ein schlechtes Omen für Merz und die Koalition sei. Meine persönliche Antwort darauf: Die Polarisierung in Politik und Gesellschaft und – Gott sei es geklagt – auch in unserer geliebten römisch-katholischen Kirche hat gerade in Deutschland ein solches Ausmaß erreicht wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Ich will offen bekennen, dass ich deshalb das Ergebnis von heute Vormittag erwartet hatte, weil mir klar war, dass heute eine Reihe der Abgeordneten der Koalition rachsüchtig ihr Mütchen kühlen würden. Rache, Hass und Selbstsucht sind heute die großen Themen mehr denn je in fast jedem Krimi und Spielfilm auf allen Kanälen. Aber in der Erfahrung meines langen Lebens und in der Tätigkeit in der Seelsorge gerade auch im Krankenhaus und in der Sterbebegleitung habe ich erfahren, dass Rachsucht, Selbstsucht und Hass die eigene Seele vergiften und krank machen.


Auch ich will ganz offen sagen, dass ich mit diesem Koalitionsvertrag und dem ganzen Drumherum nicht einverstanden bin und in vielem anderer Meinung bin. Das ist legitim und in Ordnung. Aber der weitere Ablauf des Tages in Berlin hat mich doch wieder positiv gestimmt, weil das Geschehen zeigte, dass unsere parlamentarische Demokratie doch auch viel Verantwortungsbewusstsein und Würde hat.

Schon gestern Abend beim feierlichen Zapfenstreich für Olaf Scholz ging es würdevoll ganz gemäß unserer Tradition zu. Vor der Nationalhymne hieß es: Helm ab zum Gebet! Und dann intonierte die Militärkapelle das wundervolle Lied von Gerhard Tersteegen: ich bete an die Macht der Liebe.

„Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart.
Ich geb mich hin dem neuen Triebe,
durch den ich Mensch geliebet wart.
Ich will anstatt an mich zu denken,
 ins Meer der Liebe mich versenken.“

Dass dieses heute noch in unserem säkularisierte Staat bei unseren staatlichen Ritualen erklingt, macht mich froh und hoffnungsvoll. Gott lebt doch noch auch in unserer Gesellschaft; „Denn Er lässt nicht fahren das Werk Seiner Hände.“ Deshalb lasst uns diesen Vers:“ Ich will anstatt an mich zu denken ins Meer der Liebe mich versenken“ fest in unsere Herzen dringen lassen und dafür beten, dass der Heilige Geist es in die Herzen aller Politiker und Verantwortlichen in Medien und Gesellschaft dringen lässt.

Die Fakten sind wie sie sind. Unsere Aufgabe soll es sein, die neue Regierung und alle Parteien mit Gebet zu begleiten. Immer wieder haben wir die Gelegenheit die Politik bei allen Wahlen zu korrigieren. In Lumen gentium des Konzils heißt es, dass die Laien die Welt heiligen sollen. Lasst uns das tun auch mit der Einmischung, die die Päpste seit über 100 Jahren von uns verlangen.

Ich schließe gerade an diesem Tag in Abwandlung der schönen Bayernhymne:
„Gott mit dir du Land der Deutschen, Heimaterde, Vaterland. Über deines Fluren Auen walte Seine Segenshand.“

Archivfoto: Dr. Schneider-Flagmeyer (c) privat


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Warum Sie am 17. September in die Kinos gehen sollten!
  4. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  5. Katholische Gebetsinitiative in den USA: ‚Millions of Monicas‘
  6. Zehn Jahre heilig: Feier für Mutter Teresa im Stephansdom
  7. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  8. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  9. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  10. Die Kirche mitten in der Welt
  11. Nicht mehr ernst zu nehmen
  12. Französischer Bischof Mica: Der Papst ist in der Rupnik-Frage „wirklich sehr entschlossen“
  13. Als Mutter Teresa im Wiener Stephansdom zu Gebet und Lebensschutz aufrief
  14. Kardinäle Müller und Burke empfehlen Mel Gibsons „Die Passion Christi“
  15. Auf Christus schauen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz