Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  4. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  5. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  6. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  7. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  8. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  9. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  10. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  11. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  12. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  13. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden
  14. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  15. Das gebrochene Brot und die gebeugten Knie. Die innere Form der Eucharistie

Wie sich das Abendland seit jeher mit dem Teufel auseinandergesetzt hat

19. Juli 2025 in Buchtipp, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


«Satan hat nichts Harmloses an sich, und er kann definitiv nicht durch Aufklärung und Rationalismus aus der Welt geschafft werden.» Rezension von Matthias Chrobok.


Rückersdorf (kath.net/ pm)
Ob es Jesus ist, der in der Wüste versucht wird, oder auch Papst Franziskus, der nicht müde wird, über ihn zu sprechen und vor ihm zu warnen: Die Rede ist vom Teufel, jener unheilvollen Präsenz, die bei Goethe als „Geist, der stets verneint“, begegnet.
Für Uwe Wolff ist der Teufel der „erste Konvertit zum Bösen“. Wolff, seines Zeichens Schüler von Hans Blumenberg und Friedrich Ohly und Autor zahlreicher Romane und wissenschaftlicher Biografien, hat es sich in seinem Buch „Der Gefallene Engel. Eine kleine Kulturgeschichte des Teufels“ zur Aufgabe gemacht, die zugleich abstrakte und konkrete Figur des Teufels in der abendländischen Kulturgeschichte genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Buchklassikers, der am 5. Februar 2025 in einer vollständig überarbeiteten Neuauflage erschienen ist, verrät, welche Schwerpunkte der Kulturwissenschaftler, der 2020 mit seiner Frau Undine zum katholischen Glauben konvertiert ist, setzt.

Exemplarisch seien hierfür zwei Abschnitte herausgegriffen. Anschaulich und eindrucksvoll wird im ersten Abschnitt „Grenzüberschreitungen“ des mit „Kindheit“ überschriebenen Kapitels dargelegt, warum das Böse im Menschen wohnt und nicht von außen in ihn eindringen kann. Diese „Dämonen“ hätten sich, wie es heißt, einst Zugang zu Kain verschafft, der seinen Bruder Abel ermordet und dadurch die gottgewollte Ordnung durcheinandergebracht hatte. Dieser Vorgang wiederhole sich immer wieder. Sein Einfluss reiche von den großen geschichtlichen Vorgängen – besonders eindrucksvoll das Kapitel über die Verführung europäischer Intellektueller durch das „Rote Reich“ des Bolschewismus – bis hinein ins Nebensächliche und Unscheinbare: So erzählt etwa der Schriftsteller Hermann Hesse, dass er als vierjähriger Knabe seine Mutter zur Verzweiflung gebracht habe, weil er mit Steinen um sich geworfen habe. Dem Tadel der Mutter habe er jedoch stets mit einem biblischen Verweis gekontert: „Aber gelt, Mama, der David ist doch lieb gewesen, wo er den Stein geworfen hat?‘“ Eine durchaus berechtigte und lösungsbedürftige Frage, die der Leser in diesem Kapitel beantwortet findet.


Provozierend wirken kann die Frage im letzten Kapitel namens „Vollendung“: „Will der Teufel erlöst werden?“ (S. 278) Er, der sich von Gott abgewandt hat und von diesem Zeitpunkt an die Menschen verführt? Wie aber konnte sich der erste aller Engel dem Heilsplan Gottes widersetzen? Der Teufel als Inbegriff alles Bösen scheint in der Verkündigung der Kirche keinen Platz mehr zu haben. Der Plan des Verführers scheint – so der französische Dichter Charles Baudelaire – aufgegangen: „Die schönste List des Teufels ist es, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt.“ So ist ihm in der heutigen Zeit alle Freiheit gegeben.
Auch die Weltliteratur und ihre Einflüsse auf das Teufelsbild spart Wolff nicht aus; so sind Dantes „Göttliche Komödie“ und Goethes „Faust“ Beispiele dafür, wie Schriftsteller den Teufel als literarische Figur und Personifikation von Angst, Versuchung und fragwürdiger Moral in Szene setzen.
Die Betrachtungen Wolffs fordern den Leser heraus, über Gut und Böse und die Vergebung nachzudenken, die durchaus ihre Grenzen hat. Wolff skizziert den Wandel des Teufelsbildes von der Antike bis in unsere heutige Zeit und spart dabei auch nicht mit Analysen der Teufelsdarstellung in der Heiligen Schrift.

„Der Gefallene Engel. Eine kleine Kulturgeschichte des Teufels“ setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Teufel auseinander. Wolff zeichnet sich durch einen eloquenten Schreibstil aus, der, obwohl sehr präzise, auch für Laien verständlich ist. Zwar handelt es sich hier gewiss nicht um eine unterhaltsame Abendlektüre, aber das Buch verhilft zweifellos dazu, das konventionelle Bild von Diabolo, Mephisto, Beelzebub und Luzifer zu erschüttern: Satan hat nichts Harmloses an sich, und er kann definitiv nicht durch Aufklärung und Rationalismus aus der Welt geschafft werden.

 

Uwe Wolff: Der Gefallene Engel. Eine kleine Kulturgeschichte des Teufels. 
2., völlig neubearbeitete Auflage. 
Lepanto Verlag, 
Rückersdorf üb. Nürnberg 2025; 
326 Seiten mit Abbildungen, Klappenbroschur, 
ISBN 978-3-942605-37-3, 
18,90 Euro (DE), 28,90 CHF (CH), 19,95 Euro (AT)

 


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  4. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  5. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  6. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  7. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  8. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  9. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  10. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt
  11. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  12. Britisches Innenministerium stoppt Ermittlungen gegen legale Online-Posts
  13. Terror-Warnung zu Ostern: ISIS ruft zu Anschlägen auf Kirchen und Synagogen auf
  14. 'Tödliche Bedrohung': Bischof Barron warnt vor Kollaps der westlichen Zivilisation
  15. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz