Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  11. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  14. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

„Nein – es geht darum, dass wir aufwärts gewandt unterwegs sind“

29. Oktober 2025 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es geht darum, „dass wir den Blick auf den und das Ewige haben, nicht bloß platt zeitgemäß unterwegs sind“ – Leseprobe aus: Helmut Müller: „Menschsein zwischen Himmel und Erde – Unterwegs mit Glaube und Vernunft“


Kisslegg (kath.net) Der Wanderer am Weltenrand auf dem Holzstich eines unbekannten Künstlers aus dem 19. Jahrhundert steht nach Auffassung vieler Interpreten für das humanistische Weltbild der Renaissance. Im Original erblickt ein Mann in Pilgerkleidung auf Knien hinter dem Horizont ein mechanisches Räderwerk, ein Sinnbild für suchendes Menschsein unterwegs oder mit anderen Worten ein Mensch, der einem seiner Namen - Homo viator – entspricht. Als Wanderer – neugierig Suchender – erblickt er im Original des Holzstichs die Mechanik – heute die Astrophysik - des Universums. 

Als Pilger, wie im Buchcover dargestellt, gelingt ihm allerdings im Glauben ein wesentlicherer Blick hinter den Horizont, nämlich „in den Himmel“, und zwar in den der Wieskirche. 

Diese beiden Möglichkeiten des Menschseins zwischen Himmel und Erde werden die folgenden Ausführungen ausleuchten. 


Damit wir uns nicht missverstehen: Es geht nicht darum, dass wir rückwärts oder vorwärts gewandt unterwegs wären. Nein es geht darum, dass wir aufwärts gewandt unterwegs sind, dass wir den Blick auf den und das Ewige haben, nicht bloß platt zeitgemäß unterwegs sind. Denn das immer Zeitgemäße ist das Zeitgerechte, und das Zeitgerechte ist unter der Maßgabe des Ewigen zu sehen. Aufgabe der Vernunft ist es, das der Zeit Gerechte von dem bloß der Zeit Gemäßen zu unterscheiden. Dabei kann ihr der Glaube hilfreich sein, der die Zeit nicht nur sub specie temporis, sondern auch sub specie aeternitatis, nach Maßgabe des Ewigen sieht. 

Das kann auch innerhalb theologischen Denkens strittig sein. Zwei fast gleich alte – eine Zeitlang zusammen in Münster lehrende Theologen, inzwischen sind beide gestorben – waren da unterschiedlicher Auffassung: Johann Baptist Metz (1928 – 2019) baute um einen „Zeitkern“ seine Theologie, der andere Josef Ratzinger (1927 – 2022) blickte von Zeitkernen in die Ewigkeit. Der griechische Name für uns Menschen Anthropos entspricht genau dieser Fähigkeit schon im Begriff, das auch zu können. Wir sind die Über-den-Horizont-hinaus-blicken-Könnenden. Nur im Verbund von Glaube und Vernunft geht dieses Unterwegs sein nicht in die Irre, d. h. dem nicht unserem Wesen entsprechenden. 

Wir sind in diesem Verbund nicht bloß Hinaushängende ins Nichts (Heidegger), sondern Hineingenommene in die Liebe des dreifaltigen Gottes. Wie es in der abendländischen Geschichte des menschlichen Denkens – einer philosophia perennis - zu diesem Verbund von Glaube und Vernunft gekommen ist, davon ist im ersten Teil der Ausführungen die Rede, im zweiten Teil dann - wie in diesem Verbund - Menschsein sub specie aeternitatis gesehen werden kann.

Dr. phil. Helmut Müller istPhilosoph und Theologe, Akademischer Direktor i.R./Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz-Landau und Vater von vier Kindern.

kath.net-Buchtipp:
Helmut Müller
Menschsein zwischen Himmel und Erde
Unterwegs mit Glaube und Vernunft
168 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-940879-88-2
Augsburg 2025, Dominus Verlag


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  2. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  3. „Die Generation Z, die in Manhattan zur Messe kommt, sucht keine alternative Clubszene“
  4. Katholische Influencer öffnen neue Zugänge zum Glauben für die junge Generation
  5. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“
  6. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  7. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  8. US-Vizepräsident Vance kündigt Buch über seinen persönlichen Rückweg zum katholischen Glauben an
  9. Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben
  10. „Broken Mary“ - Papst segnet die außergewöhnliche Marienstatue „Unsere Mutter der Beschädigten“






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  12. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  13. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  14. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  15. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz