![]() |
Loginoder neu registrieren? |
|||||||||||||
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
| ||||||||||||||
SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-diskutiert
| ![]() Wiederentdecker des Antlitzes Jesu: Paul Badde (1948-2025)11. November 2025 in Chronik, 4 Lesermeinungen „Wie Papst Benedikt, so suchte auch er nach dem menschlichen Antlitz Gottes und fand es.“ Ein Nachruf auf Paul Badde. Von Michael Hesemann Rom (kath.net) Dante, in seiner göttlichen Komödie, beschreibt in köstlichen Versen die Geschichte eines Pilgers aus Kroatien, der zum Heiligen Jahr nach Rom kommt und sich dort nicht sattsehen kann am Anblick des legendären Schweißtuch der Veronika mit dem Abdruck des Antlitzes Jesu. Immer wieder ruft er staunend aus: „O du mein Jesus Christus, Gott, wahrhaft'ger, so also war dein Antlitz einst beschaffen!“. Für ihn war die Begegnung mit dem Christusbild die wunderbare Gelegenheit, schon hier auf Erden jenen kennenzulernen, der eines Tages, im Himmel, sein Richter sein würde. Ein solcher Pilger, wenn auch aus Deutschland statt aus Kroatien, war Paul Badde. Pilger ein Leben lang und Gottsucher, aber einer, der durchaus fündig wurde, ein Mystiker der heiligen Bilder, von denen er zwei wiederentdeckte und damit weltweit Aufsehen erregte, ein „Jäger der verlorenen Schätze“ unserer katholischen Kirche. Dabei kein Sensationalist, kein „Indiana Jones“, auch wenn der Hut sein Markenzeichen war, sondern, im Gegenteil, ein tieffrommer Mann, mehr Poet als Journalist, dessen Bücher Hymnen sind zur Verherrlichung Gottes und der seligen Jungfrau, unserer Fürsprecherin („Advocata“). Wie Papst Benedikt, so suchte auch er nach dem menschlichen Antlitz Gottes und fand es; mehr noch, er überzeugte den Theologen-Papst, in das Bergdorf Manoppello zu pilgern, um dort dem Gesuchten tief bewegt zu begegnen, so tief, dass noch im Alterswohnsitz des „Papa emerito“ im Monastero Mater Ecclesiae eine Kopie des Volto Santo, des Heiligen Antlitzes, auf dem Wohnzimmertisch stand, das sogar posthum an Badde vererbt wurde; so wurde aus dem „Welt“-Reporter nicht nur ein Chronist, sondern auch ein Wegweiser des so segensreichen deutschen Pontifikats. In Jerusalem begegnete er dem damaligen Abt der Dormitio-Abtei, in der deutsche Benediktiner den Ort der Entschlafung der Gottesmutter hüten, Bernhard Maria Alter, OSB. Der ausgewiesene Ikonenexperte gewann Badde nicht nur als Oblaten (weltlichen Helfer) für seine Abtei, sondern führte ihn auf die Spur seiner beiden größten Entdeckungen. Er erzählte von der Ur-Ikone Mariens, von Lukas gemalt, die in Rom verwahrt würde, der Advocata, die Badde später auf dem Monte Mario im Rosenkranzkloster der Dominikanerinnen fand, und deren faszinierende Geschichte seine letzte große Reportage, das Buch „Die Lukas-Ikone – Roms verborgenes Weltwunder“ erzählt. Auf der Suche nach ihr stieß Badde wiederum über den Jesuitenpater Pfeiffer auf das Schleierbild von Manoppello, das der Kunsthistoriker längst als das ursprüngliche römische „Veronika“-Bild identifiziert hatte. Badde folgte seiner Spur, untersuchte Pfeiffers Thesen und schrieb den Weltbestseller „Das Muschelseidentuch“. Es war sein größtes Werk, gelesen auf allen Kontinenten, das ihm zum „Missionar des Heiligen Antlitzes“ werden ließ; nicht nur tausende Pilger, sondern auch Bischöfe und Kardinäle (u.a. Meisner, Sarah, Koch) führte er in das Abruzzenheiligtum, das Benedikt XVI. nach seinem Besuch zur „Basilica Minor“, zur Papstkirche erhoben hatte. Zuvor hatte er „ganz nebenbei“ auf der Suche nach dem authentischen Marienbild noch die Tilma von Guadalupe dem deutschsprachigen Leserpublikum präsentiert. Zur „deutschen Stunde der Weltkirche“ unter Benedikt XVI. ging auch Baddes Stern vollends auf. Inspiriert durch den Ratzinger-Papst, gründete Badde zusammen mit seinem Kollegen Guido Horst und dem Verleger Bernhard Müller (FE-Medien) das „Vatican-Magazin“, das nicht nur durch seine literarischen Geniestücke glänzte, sondern auch durch „Baddes Bilder“, seine prägnante Fotokunst. Als ihn der Springer-Verlag in die wohlverdiente Rente schickte, war bei ihm noch lange nicht Schluss: Jetzt schrieb er zudem für das Nachrichtenportal CNA, stand vor der Kamera und produzierte für den katholische TV-Sender EWTN, bei dem er eine ganze Generation junger, katholischer Journalisten unter seine väterlichen Fittiche nahm. Auch sie gehören zu dem reichen Erbe, das er uns hinterlässt. Vor allem aber sind es seine Bücher, Werke voller Poesie und Glauben, deren Schönheit auch Benedikt XVI. inspirierte, und die, davon bin ich überzeugt, noch in hundert Jahren begeisterte Leser finden werden. Sie sind ein Schatz für jeden, der sie besitzt. In ihnen lebt er fort, dieser vielleicht manchmal unbequeme, immer leidenschaftliche und grundgute Kollege, der seinen eigenen Kreuzweg gehen musste in den Jahren nach seiner Pensionierung. Zwei Schlaganfälle und lange Krankheit ließen seine Frau Ellen, seine fünf Kinder und seine vielen Freunde schon lange um ihn bangen, und tatsächlich ahnte auch er, dass der Himmel ihn ruft. Als 2024 sein Buch „Die Lukas-Ikone“ erschien, kündigte er es selbst als seine „letzte Reportage“ an, seine beiden Beiträge in meinem Pilgerführer „Rom im Heiligen Jahr“ als die letzten aus seiner Feder. Auch sie gehören zu seinem Vermächtnis, in dem er, wie in unseren Herzen, weiterlebt. Als ich im September erfuhr, dass er Rom verlassen und ganz in sein geliebtes Manoppello ziehen würde, wo er ein Haus besaß und dessen Ehrenbürger er war, da wusste ich, dass er aufgebrochen war zur letzten Station seiner irdischen Pilgerreise. Dass er seinem himmlischen Richter so nahe sein wollte wie sonst nirgends hier auf Erden: dort, wo er Ihm nicht „nur“ in der Anbetung begegnen, sondern Ihm direkt ins Antlitz schauen konnte!
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zu | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-gelesen
| |||||||||||
![]() | ||||||||||||||
© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz | ||||||||||||||