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Johannes der Täufer und die Ordnung der Sendung: Christus offenbaren

18. Jänner 2026 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV.: Der Wegbereiter und die Offenbarung des Messias. Rücktritt hinter Christus, Sendung und geistliche Wachsamkeit. Das Zeugnis des Täufers im Licht des Evangeliums. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Beim Angelus am zweiten Sonntag im Jahreskreis ging Papst Leo XIV. vom Evangelium nach Johannes aus (vgl. Joh 1,29–34), das von Johannes dem Täufer berichtet, der in Jesus das Lamm Gottes und den Messias erkannte. „Seht, das Lamm Gottes“, rief Johannes aus, „das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird“. In diesen Worten werde deutlich, dass Johannes in Jesus den Erlöser erkannte, dessen Gottheit und dessen Sendung zum Volk Israel er bezeugte. Zugleich trat er, nachdem er seinen Auftrag erfüllt hatte, zurück, wie sein Wort zeige: „Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war“.

Johannes der Täufer sei eine Gestalt gewesen, die von den Massen geschätzt worden sei und deshalb von den Autoritäten in Jerusalem gefürchtet wurde. Sein Ansehen hätte er leicht für sich nutzen können. Doch er habe der Versuchung des Erfolgs und der Beliebtheit nicht nachgegeben. Gegenüber Jesus habe er seine eigene Niedrigkeit anerkannt und dessen Größe Raum gegeben. Er habe gewusst, dass er gesandt worden sei, „dem Herrn den Weg zu bereiten“ (Mk 1,3; vgl. Jes 40,3), und als der Herr gekommen sei, habe er dessen Gegenwart erkannt und sich zurückgezogen.


Dieses Zeugnis sei auch für die Gegenwart bedeutsam. Anerkennung, Zustimmung und Sichtbarkeit erhielten oft ein übermäßiges Gewicht, das Ideen, Verhalten und Stimmungen beeinflusse, Leiden und Spaltungen verursache und zu kurzlebigen, enttäuschenden und einengenden Lebens- und Beziehungsformen führe. Einen solchen „Glücks-Ersatz“ brauche es nicht: „Unsere Freude und unsere Größe beruhen nicht auf vergänglichen Illusionen von Erfolg und Ruhm, sondern darauf, dass wir uns von unserem Vater im Himmel geliebt und gewollt wissen“.

Von dieser Liebe spreche Jesus selbst: von der Liebe eines Gottes, der auch heute noch zu uns komme, nicht um uns mit Spezialeffekten zu beeindrucken, sondern um unsere Mühen zu teilen, unsere Lasten auf sich zu nehmen und uns so zu offenbaren, „wer wir wirklich sind und wie viel wir in seinen Augen wert sind“. Der Papst mahnte, nicht abgelenkt zu sein, wenn der Herr vorübergehe, und keine Zeit und Energie zu verschwenden und dem nachzujagen, „was nur Schein ist“. Johannes der Täufer lehre, den Geist wachsam zu halten, die einfachen Dinge und aufrichtigen Worte zu schätzen und in Bescheidenheit sowie in Tiefgründigkeit des Geistes und des Herzens zu leben. Dazu gehöre, sich mit dem Notwendigen zu begnügen und möglichst täglich einen besonderen Moment zu finden, um still innezuhalten, zu beten, nachzudenken und zuzuhören, „kurz gesagt, um ‚in die Wüste zu gehen‘, um dem Herrn zu begegnen und mit ihm zu sein“.

Foto (c) Vatican Media

 


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