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Mythos Unbesiegbarkeit: Warum Putin den Krieg in der Ukraine nicht gewinnt

9. Februar 2026 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Wall Street Journal: Trotz der massiven Überlegenheit an Ressourcen steht die russische Armee vor historischen Verlusten, die jeden militärischen Erfolg seit dem Zweiten Weltkrieg in den Schatten stellen.


New York /Kiev (kath.net/gem/rn) Während der Kreml das Bild eines unaufhaltsamen Siegeszuges zeichnet, sprechen die harten Daten eine andere Sprache. Ein aktueller Bericht des US-Thinktanks CSIS, der am 3. Februar 2026 vom Wall Street Journal analysiert wurde, offenbart das wahre Ausmaß des russischen Verschleißes: Über eine Million Opfer und ein strategischer Fortschritt, der im Schneckentempo verläuft.

Das Editorial Board des Wall Street Journal zieht eine ernüchternde Bilanz für Wladimir Putin. Trotz der massiven Überlegenheit an Ressourcen und Menschenmaterial steht die russische Armee vor historischen Verlusten, die jeden militärischen Erfolg seit dem Zweiten Weltkrieg in den Schatten stellen.

Die nackten Zahlen des Schreckens

Laut den Experten Seth Jones und Riley McCabe vom CSIS haben die russischen Streitkräfte seit Februar 2022 rund 1,2 Millionen Opfer (Gefallene, Verwundete und Vermisste) zu beklagen. Die Zahl der getöteten russischen Soldaten wird auf bis zu 325.000 geschätzt. Das ist mehr als das Fünffache aller sowjetischen und russischen Verluste in sämtlichen Konflikten seit 1945 zusammen. Zum Vergleich: Die USA verloren im gesamten Korea-Krieg rund 36.000 Soldaten.


70 Meter pro Tag: Der „Fleischwolf“ ohne Ertrag

Das WSJ räumt mit dem Narrativ auf, dass Russland aufgrund seiner Größe zwangsläufig gewinnen müsse. Die territorialen Gewinne stünden in keinem Verhältnis zu den Opfern.

Beispiel Pokrowsk: Von Ende Februar 2024 bis Januar 2026 rückten russische Truppen im Schnitt nur 70 Meter pro Tag vor. Das WSJ vergleicht dies bildhaft mit einem Fußmarsch von der 42. zur 43. Straße in Manhattan – ein ganzer Tag Kampf für einen einzigen Häuserblock. Schlimmer als die Somme: Der russische Vormarsch wird als langsamer eingestuft als die blutigsten Offensiven des Ersten Weltkriegs, einschließlich der Schlacht an der Somme.

Auch wirtschaftlich sieht das Blatt Russland langfristig im Nachteil. Die Hälfte des Moskauer Haushalts fließt mittlerweile in das Militär, die innere Sicherheit und den Schuldendienst. Russland ist eine technologische Wüste und besitzt kein einziges Unternehmen unter den Top 100 der weltweit wertvollsten Technologiekonzerne. Ohne wirtschaftliche Dynamik könne Moskau dieses „Abenteuer“ nicht ewig gegenfinanzieren.

Appell an Washington: Druck statt Schwäche

Das Wall Street Journal nutzt diese Daten für eine klare politische Botschaft an Präsident Trump. Putin sei nicht der „unaufhaltsame Mann“, als der er sich präsentiere. Er befinde sich in einer Position der Schwäche, die die USA durch härtere Sanktionen und mehr Waffenlieferungen ausnutzen müssten. Das WSJ schreibt: "Die entscheidende Frage des vergangenen Jahres war, ob Präsident Trump diese strategische Chance erkennen wird, die russische Bedrohung für die USA zu verringern und die weltweit böswilligen Akteure in Peking und anderswo abzuschrecken, indem er in der Ukraine härtere Bedingungen durchsetzt."


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