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Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest

29. März 2026 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, kritisierte den Vorfall als „unverständliche Überreaktion“ - Kardinal Pierbattista Pizzaballa selbst reagierte mit bemerkenswerter Zurückhaltung und diplomatischer Klugheit


Jerusalem (kath.net/gem/rn) Was als Sicherheitsmaßnahme deklariert wurde, entwickelt sich zu einem internationalen Eklat am Beginn der Karwoche. Nachdem die israelische Polizei dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, am Palmsonntag den Zugang zur Grabeskirche verweigerte, hagelt es nun auch massive Kritik aus Deutschland. Der CDU-Politiker Armin Laschet fand deutliche Worte für das Vorgehen der israelischen Sicherheitsbehörden.

Armin Laschet, der als Kenner der Region und Verfechter der Religionsfreiheit gilt, zeigte sich über die Sperrung entsetzt. Gegenüber der „Welt“ bezeichnete er das Vorgehen als „reine Schikane“. Es sei unverständlich, warum einem hochrangigen Kirchenfürsten wie Kardinal Pizzaballa der Zutritt zu seinem eigenen Amtssitz und der heiligsten Stätte der Christenheit verwehrt wurde, während die geltenden Sicherheitsauflagen (Versammlungen unter 50 Personen) durch die kleine Gruppe von nur vier Geistlichen zweifellos erfüllt waren.

In Italien, der Heimat des Kardinals, herrscht parteiübergreifend Fassungslosigkeit. Das italienische Außenministerium verlangte bereits formell Aufklärung von der israelischen Botschaft in Rom. Italienische Regierungsvertreter sprechen von einer gezielten Demütigung. Kardinal Pizzaballa ist nicht nur ein geistliches Oberhaupt, sondern ein anerkannter Vermittler und Brückenbauer im Nahen Osten. Der Heilige Stuhl sieht den völkerrechtlich geschützten Status Quo der heiligen Stätten gefährdet. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin soll bereits interveniert haben, um sicherzustellen, dass die Osterfeierlichkeiten nicht durch weitere Polizeigewalt oder Willkür gestört werden.


Auch der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, kritisierte den Vorfall als „unverständliche Überreaktion“. Er wies darauf hin, dass Synagogen und Moscheen in Jerusalem unter Einhaltung der 50-Personen-Regel zugänglich blieben, während dem Patriarchen der Zugang für eine private Zeremonie verweigert wurde.

Angesichts der massiven internationalen Proteste aus Washington, Rom und Berlin versuchte die israelische Regierung einzulenken. Das Außenministerium sprach von einem „bedauerlichen Missverständnis vor Ort“ und versprach für die kommenden Tage der Karwoche „koordinierte Protokolle“, um die freie Religionsausübung des Patriarchen sicherzustellen.

Trotz der internationalen Empörung reagierte Kardinal Pierbattista Pizzaballa gegenüber TV2000 selbst mit bemerkenswerter Zurückhaltung und diplomatischer Klugheit. In einer ersten Stellungnahme nach dem Vorfall stellte er klar: "Es trifft zu, dass die Polizei mitteilte, die Anordnungen des Heimatfrontkommandos würden jegliche Art von Versammlungen an Orten ohne Schutzräume verhindern. Wir hatten jedoch um nichts Öffentliches gebeten, sondern lediglich um eine kurze und kleine private Zeremonie, um den Gedanken der Feier in der Grabeskirche zu bewahren.“

Der Patriarch betonte zudem den friedlichen Charakter der Begegnung mit den Sicherheitskräften:  "Es gab keine Zusammenstöße; alles verlief in einer sehr höflichen Art und Weise. Ich möchte die Angelegenheit nicht erzwingen. Wir wollen diese Situation nutzen, um in den kommenden Tagen besser zu klären, was zu tun ist – im Respekt vor der Sicherheit aller, aber auch im Respekt vor dem Recht auf das Gebet."

Foto: (c) VaticanNews


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