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Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an

28. März 2026 in Weltkirche, 55 Lesermeinungen
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Er rechtfertigt seinen Vorstoß mit dem Mangel an Priesterberufungen.


Antwerpen (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny, hat in einem am 20. März 2026 veröffentlichten Hirtenbrief angekündigt, bis 2028 verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Er begründet diesen Schritt mit dem dramatischen Rückgang der Priesterberufungen in Westeuropa und der Umsetzung der Ergebnisse der Synode über die Synodalität. Bonny gilt als progressiver Kirchenmann und langjähriger Befürworter von LGBT-Anliegen in der katholischen Kirche.

In seinem elfseitigen Schreiben stellt Bischof Bonny klar: „Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie es tun wird und wer es tun wird.“ Er warnt davor, dass ein ernsthafter synodal-missionarischer Prozess im Westen ohne die Weihe verheirateter Männer keine Chance habe. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass dies ohne die Ordination verheirateter Männer möglich ist.“

Bonny beschreibt die Lage in vielen Diözesen als historisch dramatisch: Die Zahl der unverheirateten Männer, die Priester werden wollen, sei „auf knapp über null“ gesunken. Gleichzeitig arbeiteten fast alle Diözesen bereits mit verheirateten katholischen Priestern – sei es aus den katholischen Ostkirchen oder als Konvertiten aus anderen christlichen Konfessionen. Diese Priester würden „zur Freude und Wertschätzung aller“ eingesetzt und sogar gemeinsam mit den übrigen Seminaristen in Leuven ausgebildet. 


„Niemand kann mehr erklären, warum die Weihe verheirateter Männer für ostkatholische Seminaristen oder Konvertiten möglich ist, nicht aber für einheimische katholische Berufungen“, schreibt Bonny. Er kündigt an, in den nächsten zwei Jahren mit dem Heiligen Stuhl und der belgischen Bischofskonferenz zu verhandeln, um die notwendige Erlaubnis zu erhalten. Gleichzeitig will er geeignete verheiratete Kandidaten persönlich ansprechen und sie theologisch sowie pastoral auf das Priesteramt vorbereiten – „transparent, aber diskret, fernab des Medienrummels“.

Der Bischof nutzt auch die Missbrauchskrise als Argument: „Das Thema sexueller Missbrauch lastet weiter schwer auf uns. Klerikale Subkulturen und Lebensformen haben ihre Zeit gehabt.“ Das Vertrauen in die Kirche und ihre Amtsträger sei dadurch stark beschädigt worden.

Sein Vorstoß wird von Beobachtern als Versuch gewertet, den neuen Papst Leo XIV. unter Druck zu setzen, die Disziplin des Zölibats im lateinischen Ritus zu lockern. Bonny selbst betont, die Weihe verheirateter Männer sei für ihn und viele andere Bischöfe inzwischen „eine Gewissensfrage“. Transparenz, Verantwortlichkeit und Evaluation seien entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Bonny äußert sich zudem kritisch zur Ablehnung des Frauendiakonats durch die Synode. Den entsprechenden Bericht bezeichnet er als „schmerzhaft“. Die darin verwendeten Argumente seien „theologisch schwach und anthropologisch veraltet“ und stünden im Widerspruch zu dem, „was der Geist den Kirchen heute sagt“. Er spricht sich für eine größere Vielfalt im Weihesakrament aus und fordert „weitere Schritte hin zu einem kirchlichen Dienst, der Männern und Frauen gleichermaßen zugänglich ist“.

Johan Bonny ist seit 2009 Bischof von Antwerpen und bekannt für seine offene Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Segnungen und LGBT-Themen in der Kirche. 2023 hatte er sich auch zur Sterbehilfe geäußert und unter bestimmten Bedingungen eine moralische Akzeptanz von Euthanasie angedeutet – eine Position, die der kirchlichen Lehre widerspricht.

 


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