Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  4. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  5. Écône, zum Zweiten
  6. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  7. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  8. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  9. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  10. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  11. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  12. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  13. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  14. Papst hofft auf gemeinsamen Weg aller christlichen Konfessionen hin zur Feier des Jahres 2033
  15. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang

Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an

28. März 2026 in Weltkirche, 55 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Er rechtfertigt seinen Vorstoß mit dem Mangel an Priesterberufungen.


Antwerpen (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny, hat in einem am 20. März 2026 veröffentlichten Hirtenbrief angekündigt, bis 2028 verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Er begründet diesen Schritt mit dem dramatischen Rückgang der Priesterberufungen in Westeuropa und der Umsetzung der Ergebnisse der Synode über die Synodalität. Bonny gilt als progressiver Kirchenmann und langjähriger Befürworter von LGBT-Anliegen in der katholischen Kirche.

In seinem elfseitigen Schreiben stellt Bischof Bonny klar: „Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie es tun wird und wer es tun wird.“ Er warnt davor, dass ein ernsthafter synodal-missionarischer Prozess im Westen ohne die Weihe verheirateter Männer keine Chance habe. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass dies ohne die Ordination verheirateter Männer möglich ist.“

Bonny beschreibt die Lage in vielen Diözesen als historisch dramatisch: Die Zahl der unverheirateten Männer, die Priester werden wollen, sei „auf knapp über null“ gesunken. Gleichzeitig arbeiteten fast alle Diözesen bereits mit verheirateten katholischen Priestern – sei es aus den katholischen Ostkirchen oder als Konvertiten aus anderen christlichen Konfessionen. Diese Priester würden „zur Freude und Wertschätzung aller“ eingesetzt und sogar gemeinsam mit den übrigen Seminaristen in Leuven ausgebildet. 


„Niemand kann mehr erklären, warum die Weihe verheirateter Männer für ostkatholische Seminaristen oder Konvertiten möglich ist, nicht aber für einheimische katholische Berufungen“, schreibt Bonny. Er kündigt an, in den nächsten zwei Jahren mit dem Heiligen Stuhl und der belgischen Bischofskonferenz zu verhandeln, um die notwendige Erlaubnis zu erhalten. Gleichzeitig will er geeignete verheiratete Kandidaten persönlich ansprechen und sie theologisch sowie pastoral auf das Priesteramt vorbereiten – „transparent, aber diskret, fernab des Medienrummels“.

Der Bischof nutzt auch die Missbrauchskrise als Argument: „Das Thema sexueller Missbrauch lastet weiter schwer auf uns. Klerikale Subkulturen und Lebensformen haben ihre Zeit gehabt.“ Das Vertrauen in die Kirche und ihre Amtsträger sei dadurch stark beschädigt worden.

Sein Vorstoß wird von Beobachtern als Versuch gewertet, den neuen Papst Leo XIV. unter Druck zu setzen, die Disziplin des Zölibats im lateinischen Ritus zu lockern. Bonny selbst betont, die Weihe verheirateter Männer sei für ihn und viele andere Bischöfe inzwischen „eine Gewissensfrage“. Transparenz, Verantwortlichkeit und Evaluation seien entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Bonny äußert sich zudem kritisch zur Ablehnung des Frauendiakonats durch die Synode. Den entsprechenden Bericht bezeichnet er als „schmerzhaft“. Die darin verwendeten Argumente seien „theologisch schwach und anthropologisch veraltet“ und stünden im Widerspruch zu dem, „was der Geist den Kirchen heute sagt“. Er spricht sich für eine größere Vielfalt im Weihesakrament aus und fordert „weitere Schritte hin zu einem kirchlichen Dienst, der Männern und Frauen gleichermaßen zugänglich ist“.

Johan Bonny ist seit 2009 Bischof von Antwerpen und bekannt für seine offene Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Segnungen und LGBT-Themen in der Kirche. 2023 hatte er sich auch zur Sterbehilfe geäußert und unter bestimmten Bedingungen eine moralische Akzeptanz von Euthanasie angedeutet – eine Position, die der kirchlichen Lehre widerspricht.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Priester

  1. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben
  2. Papst Leo XIV. schreibt Seminaristen: Priestersein ist „die vollkommene Hingabe des eigenen Lebens“
  3. Asien: Zahl der Priester stieg 2023 um 1.145
  4. Polen ist 2025 das Land mit den meisten Priesterweihen in Europa
  5. Hoffnungszeichen in Lugano
  6. Zwei Brüder im Abstand von einer Woche zu Priestern geweiht
  7. Interview mit einem Exorzisten bricht Rekorde

Belgien

  1. Jesuitenorden verlässt Liège nach 456 Jahren
  2. Belgien: Rekordzahl an Erwachsenentaufen zu Ostern 2026
  3. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen
  4. Katholische Bischöfe Flanderns veröffentlichen Segnungsfeier für Homosexuelle
  5. Belgien: Jüdische Organisationen kippen Gottesdienstverbot – Bischöfe solidarisch mit Regierung
  6. Belgien: De Kesel gibt aus gesundheitlichen Gründen Leitung ab
  7. Belgien: Ärzte warnen vor neuem Abtreibungsgesetz






Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Écône, zum Zweiten
  4. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  5. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  6. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  9. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  10. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  11. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  12. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  13. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz