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Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video

1. Juni 2026 in Kommentar, 17 Lesermeinungen
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Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Video für einen kurzen Aufreger oder einen kleinen Shitstorm. Doch unterm Strich ist es wie ein Vektor, ein Zeiger der dorthin deutet, wo die Wurzel der Probleme liegt. Der Montagskick von Peter Winnemöller


Bonn (kath.net)
Auf dem sozialen Netzwerk X kursierte vor einigen Tagen ein Post, das den neuen Vorsitzenden der DBK und ernannten Bischof von Münster, den Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer SCJ, auf dem Katholikentag in Würzburg zeigte. Der Bischof hatte ganz offensichtlich in Zivilkleidung am Gottesdienst teilgenommen. Er trägt eine dunkle Jacke, römisches Kollar und den unvermeidlichen Schal des Katholikentags. In dem Video wird gezeigt, wie der Bischof kommuniziert. Der Kontext legt nahe, dass er die Kommunion aus der Hand einer außerordentlichen Kommunionspenderin empfangen hat. Der Post ist in französischer Sprache und macht mit „ALARMINFO“ auf. Der Bischof habe, so der Post, die HEILIGE KOMMUNION aus den Händen einer FEMME LAÏQUE empfangen. Horribile dictu!

Vielleicht reicht diese nüchterne Beschreibung schon, den einen oder anderen auf die Palme zu bringen. Es ist wahrscheinlich gar unangemessen, als Reaktion darauf das Blattwerk einer Palme aufzusuchen. Stattdessen sei hier, da sich inmitten hin und her wehender Palmwedel nicht gut schreiben lässt, die nüchterne Analyse. Um es gleich vorwegzusagen: Ein Bischof, der in Zivilkleidung an einer Heiligen Messe teilnimmt und aus Laienhand die Kommunion empfängt, ist ein klerikalistischer Populist. In dieser selbstlaiizierenden Anbiederung, die Demut simulieren soll, liegt ein ungeheuerlicher Klerikalismus und ein geistlicher Missbrauch von Laien obendrein. Dramatischerweise würde aber genau jene Dame, die die Ehre hatte, einem Bischof die Kommunion zu spenden, genau diesen Aspekt überhaupt nicht verstehen. Es ist wohl einer der großen Irrtümer unserer Zeit, dass ausgerechnet die Laien glauben, wenn sie Aufgaben übernehmen, für die die Kleriker geweiht und beauftragt sind, handele es sich dabei um eine Stärkung der Laien. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Doch zunächst einmal ist da die Teilnahme eines Bischofs in Zivil an der Heiligen Messe. Unter Verweis auf Missale Romanum, Institutio Generalis, Nr. 114 sagt die Instruktion Redemptionis sacramentum (RS), dass Priester, wenn sie nicht konzelebrieren, „die eigene Chorkleidung oder den Chorrock über dem Talar tragen [sollen].“ Ausdrücklich ist festgelegt, dass es von begründeten Ausnahmen abgesehen, nicht angebracht sei, „dass sie äußerlich wie gläubige Laien an der Messe teilnehmen.“ Gerade ein Katholikentag dürfte eine solche Ausnahme nicht darstellen. So ist allein schon die Teilnahme in Zivilkleidung mindestens zu hinterfragen. Doch mache sich bitte niemand Illusionen, dass der oberste Gremium der Laienfunktionäre, welches für die Skandalveranstaltung mit dem Namen „Katholikentag“ verantwortlich ist, Plätze für Kleriker in Chorkleidung bereitstellen würde. Man kann schon froh sein, dass es bei diesen Messfeiern keine exklusive „ZdK“-Loge gibt. Vielleicht muss man doch barmherziger urteilen, aber man kann dem Episkopat die Frage nicht ersparen, warum sie diese Kasperei mitmachen. Auf dem sogenannten Synodalen Weg mussten die Bischöfe ebenfalls zwischen den Laien sitzen und sich eine Dialogpredigt ihres Vorsitzenden mit der Präsidentin der Laienfunktionäre anhören. So hat man deutsche Hirten nicht erst seit gestern wohl konditioniert, ja den Talar im Schrank zu lassen und bitte möglichst bürgerlich daher zu kommen.


Zu diesem bürgerlichen Daherkommen gehört auch die Albernheit, als Bischof nicht zum Altar zu treten und dort unvermittelt unter beiderlei Gestalten zu kommunizieren, wie es geboten ist. Hinsichtlich der Kommunionspendung sagt RS in Nummer 88: „Es obliegt dem zelebrierenden Priester, eventuell unter Mithilfe anderer Priester oder Diakone, die Kommunion auszuteilen; er darf die Messe nicht fortsetzen, bevor die Kommunion der Gläubigen beendet ist.“ Entscheidend ist der folgende Satz: „Nur dort, wo eine Notlage es erfordert, können außerordentliche Spender dem zelebrierenden Priester nach Maßgabe des Rechts helfen.“ Außerordentliche Spender sind Laien und Religiosen, die keine Diakon- oder Priesterweihe empfangen haben. Wenn also ganz offensichtlich nicht genügend Priester vor Ort waren, warum hat Bischof Wilmer dann nicht geholfen, die Kommunion auszuteilen?

Bei den großen Messen auf dem Petersplatz in Rom kann man sehen, wie es geht. Hunderte Priester schwärmen zur Kommunionausteilung auf die Piazza und teilen die Kommunion aus. Es dürfte kaum anzunehmen sein, dass man bei einem Katholikentag nicht genügend Priester und Diakone zusammen bekäme, um die Kommunion auszuteilen. Stattdessen müssen in großer Zahl rechts- und regelwidrig außerordentliche Kommunionspender zum Einsatz kommen. Das ist nichts anderes als eine gegen die Einheit der Kirche gerichtete Politik. Es ist aber auch ein in der Kirche in Deutschland üblicher Irrtum , indem man glaubt, Laien dadurch zu stärken, dass man Priester von ihren Aufgaben entbindet und diese den Laien auferlegt. Ja mehr noch, teilweise sind die Laien ganz wild darauf, diese Aufgaben zu übernehmen. Es gibt nicht vieles, was alberner ist als Laienkommunionhelferinnen in Kathedralkirchen. Man muss sich das einmal klarmachen, da wohnen rund um so einen Dom dutzende Kleriker, die in weniger als einer Minute in der Sakristei sein könnten, um sich Chorgewand und Stola überzuwerfen und die Kommunion auszuteilen. Die volle Absurdität erlebt man an Tagen wie Blasius. Da steht während der Kommunionausteilung ein Priester in Chorkleidung am Ausgang der Sakristei und schaut zu, während eine Kommunionhelferin die Kommunion spendet. Zum Blasiussegen kommt er dann hinzu und spendet mit dem Zelebranten den Blasiussegen.

Wer also meint, ein Video von einem Bischof, der in zivil an einer Messe teilnimmt und sich von einer außerordentlichen Kommunionspenderin die Kommunion reichen lässt, sei einen Aufreger wert, bitte. Nur zu. Regen Sie sich gerne auf und wenn Sie mögen, lassen Sie es auch den Bischof wissen. Warum nicht? Aber das Problem ist nicht ein Bischof in Zivil bei einer Messe, sondern man an schaue sich die Aufzeichnungen der Heiligen Messen beim Synodalen Weg an. Da sitzen Bischöfe mitten unter Laien. Lassen sich von Laien die Kommunion reichen und hören sich eine – im Übrigen auch verbotene – Dialogpredigt an. Man schaue die Katholikentagsgottesdienste der vergangenen Jahre an. Teilweise kann die liturgische Regie und Ästhetik einen nur gruseln. Von der Musik ganz zu schweigen. Da sind wir noch nicht bei Wäschekörben, in denen Hostienschalen stehen, die der Zelebrant per Fernkonsekration wandeln muss, weil sie mehrere Meter vom Altar entfernt stehen.

Und man muss gar nicht so hoch ansetzen. In den Gemeinden vor Ort sind die grauhaarigen Damen, die Sonntag für Sonntag die Kommunion spenden, schon gar nicht mehr aufzuhalten. Vor einigen Jahren an einem Fronleichnamsfest standen fünf Priester am Altar. Die eingeteilte (!) Kommunionhelferin ging beim Agnus Dei entschiedenen Schrittes zum Tabernakel und drängelte sich zwischen die Priester. Wehe dem Zelebranten, der es gewagt hätte, die Dame von der Kommunionspendung auszuschließen. Man merkt es und ist verstimmt. In einigen Diözesen ist Laienpredigt inzwischen unter Missachtung aller Verbote aus Rom selbstverständlich. Neu hinzugekommen sind Taufe und Beerdigung durch Laien. Die Trauassistenz durch Laien soll auch kommen. Wir sind hier noch lange nicht am Ende.

Seit Jahren haben sich diese Fehlentwicklungen zunehmend ausgebreitet. Seit Jahren gibt es kaum einmal eine Intervention, diese Dinge abzustellen. Es hat seit dem Erscheinen von Redemptionis Sacramentum im Jahr 2004 eine gewisse Rückentwicklung der ganz groben, allerschlimmsten liturgischen Missbräuche gegeben. Dies geschah, da man damals ein mehrstufiges Beschwerderecht der Gläubigen etablierte. Mit Beginn des Pontifikats von Franziskus ließ das Interesse an Liturgie in Rom massiv nach, insofern auch die Unterstützung der Gläubigen vor Ort. Es muss sich zeigen, ob Papst Leo XIV. hier einen anderen Kurs fahren wird. Immerhin hat er in seiner jüngsten Mittwochsaudienz das Einhalten liturgischer Regeln angemahnt. Auch daran kann man seinen Pfarrer und seinen Bischof mal erinnern. RS ist nicht dazu da, um in Regalen zu verstauben. Gleiches gilt für die Institutio Generalis Missalis Romani, die nicht dazu dient, das Messbuch dicker und eindrucksvoller zu machen. Je leerer allerdings die Kirchen werden, umso mehr zeigt sich, dass die liturgische Kreativität entschieden nachlässt. Diese verlangt nämlich einiges an Arbeit, und die macht man sich nicht für 25 Hanseln in Kirchenschiff. Die Neigung, einfach aus dem Messbuch zu zelebrieren, nimmt deutlich zu. Die seltsame Kreativität setzt eigentlich immer da ein, wo es groß, größer, fernsehkompatibel wird.

Was bleibt? Da ist ein Video von einem Bischof, der in Zivilkleidung an einer Messe teilnimmt und sich von einer Frau die Kommunion spenden lässt. Unser Land und ebenso unsere Kirche und deren Laien – und erst recht die Laienfunktionäre, aber leider eben durchaus auch die Bischöfe –, sind inzwischen so säkularisiert, so angepasst, so auf einer Populismuswelle reitend, dass sie vermutlich nicht einmal mehr ahnen, dass es Katholiken gibt, die vielleicht sogar ohne tieferes Wissen intuitiv spüren, da stimmt etwas nicht. Aber was nicht stimmt, das ist nicht dieser im Video dokumentierte Einzelfall, klar auch der ist grundfalsch, sondern es stimmt an der Wurzel nicht. Es stimmt nicht beim Verständnis des Weiheamtes und dessen Bedeutung. Das Wort Kleriker bedeutet „ausgesondert sein“ im Sinne von bestellt sein zum kirchlichen Dienst. In die Sprache der Welt übertragen heißt das, ein Bischof Heiner Wilmer, der im Rahmen einer Heiligen Messe im zivilen Anzug die Kommunion von einer Frau empfängt, begeht dem Grunde nach eine geistliche Arbeitsverweigerung. Hier sieht man es. Im Video dokumentiert. Wenn das da schon so ist, wo es auffällt, weil man es deutlich sieht, wie ist es in den Feldern, wo es nicht ad hoc auffällt, in ausfallender Katechese oder ausfallender Evangelisierung. Tatsächlich dokumentiert dies banale Video weit mehr als nur den Stoff für einen viralen Aufreger im Range eines Shitstorms im digitalen Wasserglas. Das geht viel tiefer.


 

Bild oben: Ein Foto von der Papstmesse in Rom zeigt, wo und wie Priester und Bischöfe an der Liturgie teilnehmen. Entweder als Konzelebranten oder in Chorkleidung. Foto: © Peter Winnnemöller


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Lesermeinungen

 1Pace 2. Juni 2026 

Verwechslungsmotiv

„Es ist wohl einer der großen Irrtümer unserer Zeit, dass ausgerechnet die Laien glauben, wenn sie Aufgaben übernehmen, für die die Kleriker geweiht und beauftragt sind, handele es sich dabei um eine Stärkung der Laien.“ - Nicht nur seit Mark Twains historischem Roman „Der Prinz und der Bettelknabe“ bis hin zum modernen „Barbie“-Film „Die Prinzessin und der Popstar“ besitzt das Verwechslungsmotiv eine eigenartige Faszination. Obwohl in Twains Roman Tom Canty und Edward Tudor nicht aufhören, jeweils ihre echte Identität zu betonen, wurden beide aufgund der Umstände für verrückt gehalten.

de.wikipedia.org/wiki/Der_Prinz_und_der_Bettelknabe


0
 
 Christine 2. Juni 2026 

@Per-Mariam-ad-Jesum-Christum

Vielen Dank für den Verweis auf die Website und den Artikel - sehr schön!

Da rennen Sie bei mir übrigens offene Türen ein.
Ich kommuniziere seit Jahrzehnten in den Mund, und lange auch im Knien, letzteres geht jedoch seit einem Jahr nicht mehr so. Deshalb mache ich zuvor eine Kniebeuge und halte mich dabei an.

Mit meinem Post wollte ich nur betonen, dass es nicht in Ordnung ist, die Kommunionhelfer grundsätzlich zu verurteilen und schlecht zu machen.

Die selbsternannten Berufenen, die meinen, im eigenen Glanz der Rechtgläubigkeit "die Sünder zurechtweisen zu müssen", merken selbst gar nicht, wie sie sich selbst überführen...


2
 
 Per-Mariam-ad-Jesum-Christum 2. Juni 2026 
 

@Christine: Kommunionhelfer

Vor dreissig Jahren war ich auch Kommunionhelfer, habe diesen geleisteten Dienst jedoch dann, nachdem mir die Heiligkeit der Hostie bewusst wurde, später als Verfehlung ins Beichtsakrament genommen.
Man anderer Meinung sein, doch welchen Sinn macht es dann, wenn die Hände der Priester - und in der Tradition der Daumen und der Zeigefinger in besonderer Weise - geweiht werden, und dann kommen Laien mit ihren gänzlich ungeweihten Händen und berühren den hl. Leib Christi? Die Weihe der priesterlichen Hände wird so ad absurdum geführt. Da können meinetwegen noch so viele bischöfliche Verlautbarungen daherkommen: Sakral-Sakramentales gehört ausschliesslich in priesterliche Hände, und sonst nirgends. Die Handkommunion bleibt bis zum heutigen Tage nur ein erlaubtes Indult.
Ich verweise auf einen kurzen, fundierten Artikel ohne thematische Polemik im Netz: "Ehrfurcht oder Gewohnheit? Die Wahrheit über die Handkommunion
im Licht der katholischen Tradition" von Catholicus.eu.


3
 
 Versusdeum 2. Juni 2026 
 

Nur der Gipfel des Eisbergs

Es fällt nur das negativ auf, das schiefläuft, wo protestiert wird oder wo es "knallt". All das, was still verschwunden ist (u.a. das für unser ewiges Heil existentielle Sakrament der Sündenvergebung!) bleibt unsichtbar unterhalb der medialen Wasserlinie. Gestern standen wir noch am Rande des Abgrunds, heute sind wir schon einen großen Schritt weiter! Titanic DBK: Volle Kraft voraus!


1
 
 Christine 2. Juni 2026 

Kommunionhelfer - Dienst des Akolythen

Zur Ehrenrettung der Kommunionhelfer:

Die Diözese Gurk hat mit einer Rahmenordnung 2022 als erste Diözese Österreichs das Ständige Akolythat für männliche und weibliche Laien eingeführt sowie auch das Ständige Lektorat.

Diese offizielle Beauftragung durch den Ortsbischof ist ehrenamtlich und geschieht in Unterordnung der Lehren der Kirche, genauso wie das (ständige) Diakonenamt.

Daran ist nichts ehrenrühriges oder gar sakrilegisches.

religion.orf.at/stories/3224870/


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 ggk 2. Juni 2026 
 

Seitenwechsel

Wollte Bischof Wilmer mal die andere Sete des Altars sehen?? Ich hoffe dass er in Zivil mit "normalen" Gläubigen ins Gespräch kam um die andere Seite der durchorganisierten Kirche kennen zu lernen.
Ich war lange vor Corona als Kommunionhelfer tätig. Mit war bewusst dass das eine respektvolle Aufgabe ist und war manchmal schockiert über den Kommunionempfang der "Gläubigen".
Das jemand ohne Beauftragung aus dem Kirchenraum einfach an den Tabernakel geht und die Kommunion austeilt halte ich für sehr fragwürdig.


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 naiverkatholik 1. Juni 2026 
 

Kritik bitte etwas maßvoller, Herr Winnemöller!

Widerspruch, Herr Winnemöller! Die Art der Kritik an Wilmer ist unmäßig und lieblos. Vielen hier im Forum gefällt das. Mir nicht. Akzeptiert ist, dass Wilmer gegen eine Instruktion von JPII verstoßen hat. Er ist zwar still und ehrfürchtig zur Heiligen Kommunion gegangen, hat sich aber vorher keinen Chorrock übergezogen und hat sich nicht zur Kommunionspendung gemeldet. Ein Verstoß. Die Art der Kritik ist auch ein Verstoß, ihm Simulation zu unterstellen, Klerikalismus, Populismus usw. maßlos ohne Ende. Ein alter Pastor hier kommt manchmal werktags in die Messe, setzt sich in die Bank. Wer will ihm das entgegenschleudern, was oben im Text steht. Er vertößt auch. Aber er gibt auch ein Zeugnis für Christus.


4
 
 Martinus Theophilus 1. Juni 2026 
 

Daraus kann man Konsequenzen ziehen...

Ein gelungener Montagskick, dem ich viele interessierte Leser wünsche - besonders in der Apostolischen Nuntiatur zu Berlin und an der Römischen Kurie. Dort könnte man den Vorfall von Würzburg zum Anlass nehmen, Bischof Wilmer für seine bevorstehende Amtseinführung als Bischof von Münster am 21. Juni 2026 ausdrücklich zur Einhaltung der geltenden liturgischen Vorschriften (nicht nur) bzgl. der Kommunionspendung anzuhalten.


0
 
 Katholik 1. Juni 2026 

Keine Erwähnung der EKD-Präses?

Diese Art der Messteilnahme von Priestern und Bischöfen ist in Deutschland seit Jahrzehnten „normal”. Bemerkenswerter ist meines Erachtens, dass direkt nach Bischof Wilmer die Präses der EKD, Anna-Nicole Heinrich, die Kommunion empfangen hat – entgegen dem Glauben und der Ordnung der katholischen Kirche. Auch das ist im selben Video zu sehen. Ein Journalist nannte das „Ökumene mit der Brechstange”.


2
 
 rorro 1. Juni 2026 
 

Die Antwort ist leider einfach

Die Antwort ist leider einfach, warum solche Sachenpassieren, warum sich Laien um den Altar drängen und Priester und Bischöfe das schulterzuckend hinnehmen ("die können das ja so gut wie wir"):

das Verständnis von Sakramentalität ist weg.

Ich gehe mal stark davon aus, daß es im Studium der Katholischen Theologie keine Rolle spielt - also gar nicht vorkommt - und dementsprechend kaum jemand, auch nicht Bischof Wilmer befürchte ich, in der Lage wäre diese genau zu erklären.

Was ist die sakramentale Weltsicht?

Ich kann nur jedem das Buch von Karl-Heinz Menke ans Herz legen: "Sakramentalität - Wesen und Wunde des Katholizismus"

(ist übrigens was ganz anderes als Sakramentalismus...lesen!)

www.eurobuch.de/buch/isbn/3791724258.html?author=menke&doAbeDe=1&doAchtungBuecher=1&doAgapea=1&doAlibrisUK=1&doAmazon=1&doAmazonUk=1&doAudible=1&doAud


1
 
 SalvatoreMio 1. Juni 2026 
 

Außerordentliche Kommunionhelfer

@Marina H.: Ihr Bericht zeigt sehr deutlich die Fehlentwicklung auf! Und ehe wir fast keine Priester mehr haben, wird es höchste Zeit, dass außerordentliche Kommunionhelfer wieder erfahren, was recht ist und was nicht. - Manche erscheinen nur in der Kirche, wenn sie "ihren Termin haben". Werden sie plötzlich nicht gebraucht, weil vielleicht ein Gastpriester aufgetaucht ist, so wäre es ja lieblos, sie nicht einsetzen zu wollen. (Und "einander lieben" ist das höchste Gebot).


2
 
 Peter2021 1. Juni 2026 
 

Hl. Pierre-Julien Eymard

Der hl. Pierre-Julien Eymard hat gesagt: "Ich habe oft darüber nachgedacht, welches Heilmittel die allgemeine Gleichgültigkeit heilen könnte, die sich in besorgniserregender Weise der Katholiken bemächtigt hat, und ich finde nur ein einziges: die Eucharistie, die Liebe zum eucharistischen Jesus. Der Verlust des Glaubens kommt vom Verlust der Liebe." [...] „Die heilige Eucharistie ist Jesus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Glückselig die Seele, die Jesus in der Eucharistie zu finden weiß, und im eucharistischen Heiland alles Übrige!“

Der hl. Tarcisius von Rom hat während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian die heilige Kommunion heimlich zu gefangenen Christen im Kerker bringen wollen. Unterwegs wurde er von einer heidnischen Jugendbande abgefangen, die das Geheimnis in seinen Händen sehen wollte. Tarcisius weigerte sich, die Hostien herauszugeben, presste sie an seine Brust und wurde von der Menge zu Tode gesteinigt.

Hl. Tarcisius bitte für das deutsche Episkopat.


4
 
 Stefan Fleischer 1. Juni 2026 

Wir regen uns über vieles auf,

was heute in unserer Kirche läuft – oft zu Recht. Wir regen uns aber viel zu wenig auf über die grundlegende Fehlentwicklung, dass der Mensch immer mehr im Zentrum gerückt, und Gott immer weniger ernst genommen wird. Oder anders ausgedrückt, die schleichende Verweltlichung unserer Kirche, welche uns die Erlösungstheologie gebracht hat, haben wir offensichtlich bereits weitgehend stillschweigend akzeptiert. Wir reden über Neuevangelisation, wo es darum gehen würde, schlicht und einfach den überlieferten Glauben katholisch, d.h. allumfassend und ungeschönt zu verkünden. Wir reiben uns in Disputen und Grabenkämpfen auf, wo es darum gehen würde, glaubwürdig, d.h. mit einer Stimme, zu verkünden, was der Herr uns zu lehren beauftragt hat: « Euch aber muss es zuerst um SEIN Reich und um SEINE Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. (Mt 6,33)


3
 
 MarinaH 1. Juni 2026 
 

Laienkommunionhelferin

mir wurde von einem Priester berichtet, dass die Kommunionhelferin richtig böse wurde, als er ihr anbot, dass er bei den wenigen Gläubigen die Kommunion allein austeilen könne. Schließlich habe sie schon einigen Bekannten mitgeteilt, dass sie heute die Kommunion mit austeilen würde.

Auch beim o.g. Blasiussegen steht nicht ein weiterer Priester bereit, sondern der Kommunionhelfer segnet mit.


2
 
 MarinaH 1. Juni 2026 
 

Laien


0
 
 Bilbo B. 1. Juni 2026 
 

Systematische Herabwürdigung

Hier fehlt es wohl schlichtweg an Sensibilität, wer, was, wann und wo tut und zu tun hat? Für mich ist es ein ständiges Ärgernis, wenn ich bei priesterlichen Aushilfen erlebe, dass jemand plötzlich unbestellt am Altar steht und als ausserordentlicher Kommunionhelfer oder ausserordentliche Kommunionhelferin die Hl. Kommunion austeilen möchte, obgleich die Anzahl der Teilnehmenden dies völlig unnötig macht. Geltungsbedürfnis?
Was uns tatsächlich fehlt, sind Kantorinnen und Kantoren, welche durch ihren Gesang die Hl. Messe verschönern würden.


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 Tuotilo2 1. Juni 2026 
 

Da Sie die Eucharistiefeiern im Plenum des Synodalen Wegs erwähnen: Ich erinnere mich an den Sturm der Entrüstung unter den Synodalen, als bekannt wurde, dass eine kleine Gruppe von Bischöfen (man kann sich ungefähr ausrechnen, welche das waren) frühmorgens schon unter sich eine Hl. Messe gefeiert hatte. Dem Live-Shitstorm die Krone auf setzte damals Schwester Philippa Rath, die ernsthaft behauptete, die Teilnehmer an dieser Messe hätten sich "selbst exkommuniziert". Das wurde sogar Bf. Bätzing zu bunt und er wies die Versammlung darauf hin, Bischöfe hätten jederzeit das Recht, die Hl. Messe zu feiern, „auch priesterlich zu feiern“, wie er sagte.


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