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Die Bedeutung des Palliums: Ein sanftes Joch auf den Schultern des Hirten

vor 10 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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Am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus wird der Papst während der Hl. Messe das Pallium –Symbol der Einheit mit dem Bischof von Rom und der Sorge für die Herde – auf die Schultern der Metropoliten (Erzbischöfe) legen. Von P. Jakub Ostrożański RCI


Vatikan (kath.net/Vatican News polnische Ausgabe/red) Ursprünglich nur von Päpsten getragen, wurde das Pallium ab dem 6. Jahrhundert auch von Bischöfen anderer Diözesen verwendet, nachdem Papst Symmachus dieses Privileg im Jahr 513 dem heiligen Cäsarius, dem Bischof von Arles, verliehen hatte.

Drei Jahrhunderte später wurde auf der Synode von Ravenna (877) festgelegt, dass Metropoliten das Pallium innerhalb von drei Monaten nach Amtsantritt beim Bischof von Rom erbitten müssen; ohne dieses konnten sie ihre Aufgaben nicht wahrnehmen.

Ein Symbol der apostolischen Nachfolge und der Einheit

Der Empfang des Palliums direkt aus der Hand des Papstes erinnert die Erzbischöfe an das besondere Band, das jeden Hirten der Kirche mit dem Bischof von Rom verbindet.

„Niemand ist allein Hirte. Wir haben Anteil an der apostolischen Nachfolge nur durch die Zugehörigkeit zum Kollegium, das die Fortsetzung des Apostelkollegiums ist“, sagte Benedikt XVI. am 29. Juni 2008 und betonte damit die kollegiale Mitverantwortung aller Hirten – eine Verantwortung, die sich in der durch Petrus symbolisierten Einheit verwirklicht. Polnische Metropoliten über den Empfang des Palliums: Einheit mit dem Papst


Eine Garantie der Freiheit

Eine Folge der Gemeinschaft mit Petrus ist die Garantie der Freiheit für die Hirten und die ihnen anvertrauten Gemeinschaften. Einerseits lässt sich diese Freiheit auf historischer Ebene verstehen: „Die Einheit mit dem Apostolischen Stuhl sichert den Teilkirchen und Bischofskonferenzen die Freiheit gegenüber lokalen, nationalen oder übernationalen Instanzen, die in bestimmten Fällen die Sendung der Kirche behindern könnten“, sagte Benedikt XVI. im Jahr 2010. Er erklärte, dass die aus der Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom erwachsende Freiheit auch als volle Bindung an die Wahrheit und die authentische Tradition verstanden werden könne, „dank derer das Volk Gottes vor Irrtümern in Glaubens- und Sittenfragen bewahrt werden kann“.

So wird das Pallium, wie Papst Benedikt sagte, zu einer Garantie der Freiheit: zu einem Schutz sowohl gegen politische Verfolgung als auch gegen Ideologien und Praktiken, die dem Evangelium widersprechen.

Ein Zeichen der Sorge für die anvertraute Herde

Die besondere Bedeutung des Metropoliten-Palliums lässt sich aus dem Material erschließen, aus dem es gefertigt ist. Schafwolle erinnert an das verlorene Schaf, und die Geste, das Pallium auf die Schultern zu legen, ruft das Bild des Hirten in Erinnerung, der ein Schaf auf seine Schultern nimmt und in die Herde zurückträgt. „Hirte der Kirche Christi zu sein bedeutet, an dieser Aufgabe teilzuhaben“, betonte Benedikt XVI. im Jahr 2008. An die neuen Metropoliten gewandt, sagte er: „Wenn wir das Pallium anlegen, fragt uns der wahre Hirte der Menschheit: ‚Trägst auch du mit mir jene, die mir gehören? Führst du sie zu mir?‘“ – und erinnerte sie daran, dass es die Aufgabe eines Hirten ist, andere zu Christus zu führen.

Rückkehr zur Tradition

Im Jahr 2015 wurde eine wesentliche Änderung an den Riten der Palliumverleihung vorgenommen: Um die Verbundenheit des Erzbischofs mit der Ortskirche deutlicher hervorzuheben, entschied Papst Franziskus, dass das Pallium den Metropoliten am 29. Juni lediglich überreicht und das eigentliche Auflegen erst später durch den Apostolischen Nuntius in den jeweiligen Ländern vollzogen werden sollte.

Im vergangenen Jahr kehrte der Papst jedoch zu der Tradition zurück, den Erzbischöfen das Pallium persönlich aufzulegen, und unterstrich damit die Bedeutung dieses liturgischen Gewandes im Kontext der Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, der Quelle der Jurisdiktion innerhalb der Kirche.

Archivfoto (c) Amt für die Liturgischen Feiern des Papstes 


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